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Verletzte Fußball-Stars : Wettläufe vor der Weltmeisterschaft

Hatte zuletzt mit Rückenproblemen zu kämpfen, ist für die WM nach eigener Aussage aber wieder fit: Nationalspieler Mesut Özil. Bild: dpa

Neymar, Neuer, Ronaldo – nun auch Özil? Bei vielen Spielern ist ein Einsatz bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland fraglich. Parallelen zu einem anderen Turnier zeichnen sich ab. Damals litt die Qualität erheblich. Ein Kommentar.

          Gut sechs Wochen noch, dann wird das große Fußballfest in Russland beginnen. Aber ob es auch ein Spektakel wird? Momentan dürfte gegen Ende einer kraftraubenden Saison den meisten Spielern eher der Sinn nach Urlaub als nach einer kurzen Regenerationsphase und anschließendem Trainingslager stehen. Und schaut man sich die Verletztenliste an, dann wird es für einige Protagonisten auch ein Wettlauf gegen die Zeit werden – bis zum 15. Mai müssen die Trainer ihre vorläufigen Kader bekanntgeben.

          Peter Penders

          Stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Schon einmal hat die Qualität der WM-Endrunde stark unter den vorherigen Beanspruchungen der Spieler gelitten. Die WM 2002 in Japan und Südkorea blieb deutlich hinter den Erwartungen zurück, was auf die gestiegenen Belastungen der internationalen Topstars zurückgeführt wurde. Die haben als Folge dieser Erkenntnis natürlich nicht im Geringsten abgenommen, auch wenn in der Champions League die zweite Gruppenphase wieder abgeschafft wurde. Das Spiel ist schneller geworden, noch athletischer, und wenn es nach den Plänen der internationalen Verbände geht, werden es künftig immer noch mehr Spiele – mögen Ärzte, Trainingswissenschaftler oder Trainer auch noch so warnen.

          Eine WM etwa ohne Neymar? Dass der Name des berühmtesten brasilianischen Spielers am 15. Mai fehlen wird, ist nicht sehr wahrscheinlich. Ausgeruht wird er sein, aber das gibt keine Antwort darauf, ob er nach seinem Mittelfußbruch bis zum WM-Auftakt wieder voll einsatzfähig sein wird. Das gilt auch für andere, natürlich vor allem für Manuel Neuer, der zusätzlich abwägen muss, wie viel Risiko ihm eine WM-Teilnahme wert ist. Auch Jérôme Boateng muss bangen, ob seine Adduktoren-Verletzung rechtzeitig ausheilt.

          Der deutsche Kader ist breit aufgestellt, kann deshalb die schon feststehenden Ausfälle des Gladbachers Lars Stindl und des Hoffenheimers Serge Gnabry, der allerdings in WM-verdächtiger Form gewesen war, verkraften. Doch die schlechten Nachrichten häufen sich, und dazu gehören auch die Zweifel, die Arsenal-Coach Arsène Wenger nun über den Fitness-Zustand seines deutschen Mittelfeldstars Mesut Özil geäußert hat, der wegen seiner Rückenprobleme nach Ansicht seines Trainers in dieser Saison kein Spiel mehr für seinen Klub bestreiten wird.

          Gut oder schlecht? Immerhin läuft Özil so nicht Gefahr, sich bei einem weiteren Einsatz zu verletzen. So wie es Cristiano Ronaldo beim Clásico am Sonntag widerfahren ist, als er sich bei seinem Treffer zum 1:1 im Zweikampf mit dem Spanier Pique verletzte. Die Knöchelstauchung verlangt offenbar nur nach einer kürzeren Pause – sein Einsatz im Champions-League-Finale am 26. Mai und bei der WM sei nicht gefährdet. Alle Nationaltrainer aber werden derzeit mit bangem Blick auf den Saisonendspurt schauen – die Startelf, die sie vielleicht schon im Kopf haben, könnte mit einem Telefonanruf Makulatur sein. Bis dahin heißt es überall zur Beruhigung der Fans: Alles läuft nach Plan.

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