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Fränzösische Einzelkritik : Mbappé unwiderstehlich

Zum besten Nachwuchsspieler der WM gewählt: Frankreichs Kylian Mbappé. Bild: AFP

Der Angreifer wird zum besten Nachwuchsspieler des Turniers gewählt. Giroud bleibt ohne WM-Treffer. Torhüter Lloris unterläuft ein schwerer Fehler. Und Griezmann ist der Mann des Spiels. Die Franzosen in der Einzelkritik.

          4 Min.

          Frankreich ist zum zweiten Mal nach 1998 Weltmeister. Die Équipe Tricolore besiegt in einem packenden Finale aufopferungsvoll arbeitende Kroaten. 4:2 heißt es am Ende im Moskauer Luschniki-Stadion. Die Franzosen in der Einzelkritik.

          Fussball-WM 2018
          Jan Ehrhardt
          Sportredakteur.

          Hugo Lloris: Ging in der ersten Aktion, in der er eingreifen musste, gleich auf Nummer sicher: Faustete den Ball nach dem Freistoß von Luka Modric mutig aus der Gefahrenzone. Sonst in der ersten Hälfte nur wenig gefordert. Im zweiten Durchgang von Beginn an aufmerksam. Verhinderte mit einer reaktionsschnellen Parade den möglichen Treffer von Ante Rebic, der nach Vorarbeit von Ivan Rakitic aus guter Position abgezogen hatte. Nur wenige Sekunden später mit hervorragendem Stellungsspiel. In der 69. Minute dann aber mit einem Blackout, als er den Ball leichtfertig an Mario Mandzukic verlor. Das zweite Tor der Kroaten war ein Geschenk des Keepers.

          Benjamin Pavard: Wie schon im Halbfinale ein nervöser Beginn des Profis vom VfB Stuttgart. Gleich mehrere Stellungsfehler luden die Kroaten zu scharfen Hereingaben ein, was ihm in der 15. Minute einige aufgebrachte Worte von Innenverteidiger Samuel Umtiti einbrachte. Auch im Anschluss nicht ganz sattelfest auf der rechten Defensiv-Position. Mit zunehmendem Spielverlauf aber sicherer.

          Raphaël Varane: Bis zum 1:1 gewohnt souverän, doch den Schuss zum zwischenzeitlichen Ausgleich fälschte der Innenverteidiger entscheidend ab. Zumindest im ersten Abschnitt nicht mit der von ihm erwarteten Kreativität im Spielaufbau, die ihn sonst bei Real Madrid auszeichnet und die er auch bei dieser WM schon unter Beweis gestellt hat. Nach dem Wechsel gleich mit einem Fehler, als er den Ball gegen Mandzukic vertändelte. Ihm gelang das seltene Kunststück, im selben Jahr die Champions League und die Weltmeisterschaft zu gewinnen.

          Samuel Umtiti: Mit dem Mut des Siegtor-Schützen aus dem Halbfinale in die Partie gestartet. Forderte in der zweiten Minute gleich das Schicksal heraus, als er an der eigenen Strafraumkante in ein Dribbling mit Modric ging. Abermals gutes Zusammenspiel mit Varane, auch wenn die Kroaten anders als die Belgier in der Runde der letzten vier Mannschaften immer wieder Lücken im französischen Abwehrriegel fanden.

          Lucas Hernández: Verlor das entscheidende Kopfballduell im Vorfeld des zwischenzeitlichen Ausgleichstreffers. Auch danach mehrmals mit Problemen gegen die hochgewachsenen gegnerischen Offensivspieler. Wurde bereits in der ersten Hälfte verwarnt. Drehte später auf mit einem schönen Dribbling gegen mehrere Gegenspieler. Fand mit einem hohen Pass den bereitstehenden Kylian Mbappé, der in der Folge zum 4:1 traf.

          Paul Pogba: Zeigte gleich zu Beginn, dass er dieses Finale prägen wollte. Stellte sich im Zentrum zusammen mit Teamkollege N’Golo Kanté dem hohen Pressing der Kroaten entgegen und sprang ein, wenn dies seinem Mitspielern auf anderen Positionen nicht gelang. Kurz vor der Pause mit einem entscheidenden Block. Wurde in der 59. Minute gut von Antoine Griezmann in Szene gesetzt. Scheiterte zwar erst mit seinem Versuch am dichten Gedränge vor dem kroatischen Gehäuse, dann fand er allerdings die notwendige Lücke. Torschütze zum 3:1. Zählte zu den besten Spielern der Partie.

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