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Russland 2018 : So will die Fifa den Videobeweis für die WM verbessern

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Felix Brych (Zweiter von rechts) ist der deutsche WM-Schiedsrichter. Bild: Picture-Alliance

Der Videobeweis sorgt nicht erst seit dem kuriosen Halbzeit-Elfmeter in Mainz für viel Aufregung im Fußball. Nun erklärt der Weltverband, wie es bei der WM 2018 besser laufen soll.

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          Kommt der Videobeweis bei der Fußball-WM in Russland zum Einsatz, will der Weltverband Fifa die Entscheidungen genau erklären. „Natürlich wissen wir, dass Kommunikation innerhalb und außerhalb des Stadions wichtig ist“, sagte Sebastian Runge, der bei der Fifa für Innovationen zuständig ist, am Mittwoch während des Seminars für WM-Schiedsrichter in Florenz. „Wir werden Grafiken und Wiederholungen auf den riesigen Bildschirmen haben und wir werden die Fans über den Ausgang eines Videobeweises und die Überprüfung informieren.“

          Für die Kommunikation wird eine Person im „Video Operations Room“ zuständig sein, der während der WM in Moskau sein wird. Sie soll sehen können, was der Video-Referee auf seinem Bildschirm sieht und die Kommunikation zwischen dem Video-Assistenten und dem Schiedsrichter auf dem Feld hören. Die relevanten Informationen werden dann zu den Kommentatoren und den Verantwortlichen für die Bildschirme im Stadion weitergeleitet. Die Erklärung des Videobeweises soll auch auf der Fifa-Webseite, der App und im Fernsehen zu sehen sein, sagte Runge.

          Die Fifa will auch zwei deutsche Video-Referees zur WM schicken. Das bestätigte Referee-Chef Pierluigi Collina am Mittwoch in Florenz, nannte aber keine Namen. „Wir haben 13 Video-Assistenz-Schiedsrichter, die während der Weltmeisterschaft als Spezialisten arbeiten werden und zusätzlich werden wir auch einige Schiedsrichter haben, die als VAR eingesetzt werden“, sagte Collina im Rahmen des Seminars für WM-Schiedsrichter. Als deutsche Kandidaten für den Video-Job gelten Felix Zwayer und Bastian Dankert.

          Bei dem Workshop in Coverciano, der seit Montag und noch bis zum 27. April läuft, sei auch der Halbzeit-Videobeweis im Bundesligaspiel FSV Mainz 05 gegen den SC Freiburg diskutiert worden, der die Diskussion um die Videotechnik wieder hochkochen ließ. „Der Vorfall ereignete sich am Montag, gestern haben wir ihn hier bereits diskutiert“, sagte Collina. Man habe den Schiedsrichtern „ein paar klare Hinweise und klare Empfehlungen“ gegeben, was zu tun sei, sollte es zu einem vergleichbaren Ereignis im Sommer im Russland kommen. „Wir begreifen Erfahrung als etwas sehr Nützliches.“

          Spielplan der Fußball-WM 2018 in Russland

          Zu den Workshops für die 36 Referees, zu denen als einziger Deutscher Felix Brych gehört, und die 63 Linienrichter gehört das Training mit dem Videobeweis auf dem Feld. Dafür wurde in Coverciano ein „Video Operations Room“ eingerichtet, wie er auch in Moskau zu finden sein wird. Was draußen auf dem Feld passiert, wird beim Training von 13 Kameras beobachtet. In Russland werden es mehr als 30 Kameras sein. Bei jedem Spiel sollen drei Videoreferees und ein Linienrichter die Partie auf mehreren Bildschirmen verfolgen. Der Schiedsrichter wird nur per Funk kontaktiert, sollte er bei spielentscheidenden Szenen wie Tor, Elfmeter, Roter Karte oder der Bestrafung eines falschen Spielers eine falsche Entscheidung getroffen haben.

          Die Vorauswahl an 13 Video-Assistenten komme dem endgültigen Team nahe, sagte Collina. Neben den zwei deutschen gebe es drei italienische, einen niederländischen, einen portugiesischen und mehrere polnische Video-Referees. Keiner soll mehr als ein Spiel am Tag abdecken müssen, denn: „Das ist nicht wie Kaffee trinkend auf dem Sofa zu sitzen“, sagte Collina. „Sie schwitzen wie auf dem Feld.“ Wie stressig der Job in dem Videoraum ist, wurde in Florenz deutlich: Auf acht Monitoren laufen nicht nur Live-Bilder vom Spielfeld, sondern auch Wiederholungen in Zeitlupe von möglicherweise problematischen Situationen. Hier ist klare Kommunikation gefragt: Deshalb sollen für Russland Teams gebildet werden, die sich auch nach Sprachgruppen zusammensetzen.

          Der Videobeweis werde auch bei der WM „keine Lösung für alles“ sein, sagte Schiedsrichter-Chef Massimo Busacca. Er sei „aber eine gute Hilfe“. Das Beste wäre ohnehin, wenn der Videobeweis gar nicht zum Einsatz kommen müsste. „Wenn ich an Brasilien denke, erinnere ich mich an keine schwerwiegenden Fehler. Wir haben gewisse Situationen gehabt, aber Gott sei Dank haben die Schiedsrichter einen guten Job gemacht.“ Auch in Russland brauche man nicht mit großen Überwerfungen rechnen. Der Workshop in Florenz ist der vorletzte vor der Video-Premiere beim Eröffnungsspiel am 14. Juni zwischen Gastgeber Russland und Saudi-Arabien in Moskau. Anfang März war der Videobeweis in das internationale Fußball-Regelwerk aufgenommen worden. Mitte März hatte anschließend das Fifa-Council beschlossen, dass die Technik bei der WM eingesetzt werden soll.

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