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Englischer Fußball : Hodgson schaltet auf stur

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Läuft sein Uhr als englischer Nationaltrainer ab? Hodgson will es nicht glauben. Bild: AFP

Englands Fußball-Nationaltrainer will trotz des Misserfolgs in Brasilien weitermachen. In der Heimat verschärft sich der Ton, Londons Bürgermeister Johnson prangert „Nutzlosigkeit und Fatalismus“ an.

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          Trotz der Kritik an seiner Person will Roy Hodgson auch nach der Rückkehr von der Fußball-WM weiter Englands Trainer sein. „Ich sollte nicht meine Meinung ändern. Ich sehe keinen Grund, zurückzutreten“, kündigte der Coach in Rio de Janeiro vor dem letzten Gruppenspiel gegen Costa Rica an diesem Dienstag an.

          „Ich fühle den Rückhalt meiner Spieler und des Stabs. Ich denke, dass wir gut zusammenarbeiten.“ England ist erstmals seit 56 Jahren in der Vorrunde ausgeschieden. Dabei hofft er auch auf die Fortsetzung der Karriere von Steven Gerrard als Kapitän. „Der Trainer hat mich gebeten, zu bleiben“, berichtete der Mittelfeldspieler. „Ich habe ihm aber gesagt, dass ich mindestens drei Wochen brauche, um einen klaren Kopf zu bekommen.“

          „Namen nennen und sie beschämen“

          Beide zeigten sich verärgert über die Aussagen des englischen Klubtrainers Harry Redknapp. Der Coach der Queens Park Rangers hatte berichtet, dass sich Spieler in seiner Zeit bei den Tottenham Hotspur vor Einsätzen im Nationalteam gedrückt hätten. „Wenn Harry so einen Kommentar macht, sollte er Namen nennen und sie beschämen“, sagte Gerrard. „Wenn es der Fall sein sollte, ist es abscheulich. Wenn ein Spieler es nicht will, hat er es nicht verdient bei der WM zu sein. Wir brauchen Namen. Aber es ist nicht hier der Fall, das kann ich garantieren.“

          Redknapp weigerte sich aber auch auf Bitten von Gerrard, konkrete Fälle zu preiszugeben. „Ich verstehe Stevens Sorge, aber ich will keinen Namen nennen, weil das nicht fair gegenüber der Spieler wäre. Jeder Trainer der Premier League aus der Vergangenheit und Gegenwart weiß, wovon ich rede“, sagte der Coach der „Daily Mail“ (Montag). „Wahrscheinlich sogar Roy Hodgson. Aber leider ist diese Einstellung dieser Tage nicht ungewöhnlich.“

          Forderung nach langfristigen Erfolgsplänen

          Mit deutlichen Worten rief auch Londons Bürgermeister Boris Johnson den englischen Fußball-Verband nach der WM-Pleite in Brasilien zu Änderungen. „Wir müssen es der Football Association klarmachen, dass ihre aktuelle Nutzlosigkeit und ihr Fatalismus nicht zu tolerieren ist und dem Land politisch schadet“, sagte das konservative Stadtoberhaupt dem „Daily Telegraph“ (Montag).

          Johnson forderte einen Acht- oder Zwölf-Jahres-Plan, um die internationale Fußball-Reputation zu retten. „Wenn England nach Hause fliegt, müssen wir rasch von (FA-Vorsitzendem) Greg Dyke und (Trainer) Roy Hodgson den Plan zum Sieg hören. Ansonsten: Psssssst - symbolisch gesprochen.“

          Er habe sich zuletzt mit Weltverbands-Präsident Joseph Blatter über das Dilemma der Three Lions unterhalten. „Er sagte, das Problem mit Englands Team sei die Premier League. Wir hätten zu viele hoch bezahlte ausländische Spieler“, berichtete Johnson. „Sie nähmen das Geld und das Sponsoring und die Zuneigung der Zuschauer - und dann verschwinden sie wie Uruguays (Luis) Suárez von Liverpool in ihre Heimatländer.“

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