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Radamel Falcao : „El Tigre“ will Beute

  • -Aktualisiert am

Auf Beutezug: Radamel Falcao will mit Kolumbien ins Viertelfinale Bild: Reuters

Radamel Falcao ist der Stolz des kolumbianischen Fußballs. Der Stürmer streichelt die Seele seines Volkes und ist der Hoffnungsträger fürs Viertelfinale. Der Torjäger hat noch eine Rechnung offen mit England.

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          In seiner dunkelsten Stunde eilte Staatspräsident Juan Manuel Santos an das Krankenbett. Wochenlang verfolgte eine geschockte Nation, wie Radamel Falcao, Kapitän der kolumbianischen Nationalmannschaft und ihr Torjäger, um das Comeback kämpfte. Einer Telenovela gleich verbreiteten die Medien jeden Fortschritt, jede Bewegung, jede Wasserstandsmeldung. Am Ende reiste Falcao vor vier Jahren mit nach Brasilien, ehe er an der Seite von Trainer Jose Pekerman seinen Traum noch vor Turnierbeginn begraben musste. Kolumbien weinte mit Falcao. Doch Kolumbien spielte auch ohne den Starangreifer eine starke WM, stürmte ins Viertelfinale und James Rodriguez stieg zum Weltstar auf.

          Die Vorgeschichte erklärt, warum die vielen kolumbianischen Fans in Russland ihn stets mit den langgezogen melodischen Sprechchören feiern: „El Tigre Falcao“. Kein anderer Spieler ist so beliebt, der sich gegen alle Widerstände und immer neue gesundheitliche Rückschläge zurückkämpfte. James Rodriguez bewundern sie. Falcao lieben sie, weil seine Höhen und Tiefen, sein Torjubel die kolumbianische Seele streichelt.

          „Falcao ist unverzichtbar für diese Mannschaft, als Spieler wie als Charakter“, sagte Trainer Pekerman noch vor der WM. An diesem Dienstag (20.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-WM und in der ARD) ruhen nun im Achtelfinale gegen England die Erwartungen seiner Heimat auf seinen Schultern. Sein erstes WM-Tor, erzielt mit 32 Jahren gegen Polen (3:0) im bislang stärksten Auftritt bei diesem Turnier, ließ all die Emotionen noch einmal hochkommen. Sein Zusammenspiel mit dem angeschlagenen James, dessen Einsatz gegen England weiter offen blieb, ist spektakulär. Sind die beiden zusammen auf dem Platz, gehört Kolumbien zu den Nationalmannschaften, die an einem guten Tag jeden Gegner schlagen können.

          Die Parallelen ihrer Karrieren sind beeindruckend. Wie der in Santa Marta an der Karibikküste geborene Falcao wechselte auch James als Teenager nach Argentinien. Von dort aus ging es zum FC Porto. Von Portugal aus begann Falcaos Marsch durch die Institutionen der europäischen Fußball-Prominenz: Monaco, Madrid, Manchester, Chelsea, wieder Monaco. Hier fand er zu alter Stärke zurück und verdiente sich seinen Platz im WM-Kader. Doch seine Verletzungsgeschichte machte aus dem England-Abenteuer in Manchester und Chelsea keine Erfolgsstory. Auch deswegen will Falcao treffen. Das Scheitern in der Premier League ist die noch offene Wunde in seinem Leben.

          Der Trainer und sein wichtigster Mann: José Pekerman mit Radamel Falcao

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