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Französische Einzelkritik : Mbappé wirbelt, die Defensive hält

Bester Franzose auch ohne Tor: Kylian Mbappe. Bild: EPA

Der 19 Jahre alte Offensivspieler ist der auffälligste Akteur, Verteidiger Umtiti der effektivste. Wieder steht die Verteidigung kompakt, doch Angreifer Giroud bleibt nach wie vor ohne Tor. Die Franzosen in der Einzelkritik.

          3 Min.

          Frankreich steht im Endspiel der Fußball-Weltmeisterschaft 2018. Im Halbfinale gegen Belgien reicht ein Treffer von Samuel Umtiti. Am Sonntag geht es in Moskau gegen Kroatien. Die Franzosen in der Einzelkritik:

          Fussball-WM 2018

          Hugo Lloris: Aufmerksam zwischen den Pfosten. Ging außerhalb des Torraums oft auf Nummer sicher und faustete statt zu fangen. Parierte den Schuss von Alderweireld gut, der die größte Chance der Belgier im gesamten Spiel war. In der Schlussphase ein weiteres Mal gegen Witsel zur Stelle.

          Benjamin Pavard: Zu Beginn sehr nervös und gegen den starken Hazard mehrmals einen Schritt zu spät, was jedoch folgenlos blieb. Ließ insgesamt zu viele Hereingaben zu und deckte nicht immer die in seiner Verantwortung stehenden Räume ab. Kurz vor der Halbzeit mit der großen Chance zur Führung, dabei übersah er jedoch die besser postierten Griezmann und Giroud. Dennoch viele Ballkontakte.

          Raphael Varane: Ein weiteres Mal die Stütze der französischen Defensive. Abgeklärt gegen den Ball und sicher im Aufbauspiel. In der 16. Minute von Hazard ausgespielt, als dieser nur knapp am französischen Gehäuse vorbei zielte. In der Luft nicht zu bezwingen.

          Samuel Umtiti: Schaltete sich mehr in die Spieleröffnung ein als sein Kollege in der Innenverteidigung. Mehrfach mit gutem Auge für einen startenden Mitspieler. Klärte in der 28. Minute gut vor Lukaku. Später aber im Glück, als er ein bei einem Klärungsversuch ein Luftloch und nicht den Ball traf. Lukaku war jedoch zu überrascht, um die daraus resultierende Gelegenheit zu nutzen. Stieg bei einer Ecke am höchsten und köpfte zum 1:0 ein – und ebnete damit dem Weg zum Finaleinzug Frankreichs. Nach dem Spiel zum „Man of the Match“ gewählt.

          Lucas Hernández: Defensiv gefordert, weil Belgien gerade zu Beginn viel über seine rechte Seite agierte. Nach vorne unermüdlich mit mehreren Aktionen. Dabei oft ohne die nötige Genauigkeit.

          N'Golo Kanté: Spielte wie so häufig unauffällig aber wirkungsvoll. Schloss die Räume im defensiven Mittelfeld gemeinsam mit Pogba gut und war immer im richtigen Moment an der richtigen Stelle. Wichtiger Bestandteil der französischen Mannschaft. Offensiv ohne Einfluss.

          Paul Pogba: Nur mit wenigen Szenen in der ersten Hälfte. Wenn er am Ball war, wurde es jedoch gleich gefährlich. Mehr als ein schön anzusehendes Dribbling und ein Pass in die Spitze kamen dabei aber auch nicht zustande. Unterstützte den überforderten Pavard später auf der rechten Defensiv-Seite. In der zweiten Hälfte gegen den Ball tadellos, offensiv mit zu wenigen Ideen.

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          Kylian Mbappé: Spielte seine Schnelligkeit gleich mehrfach aus. Etwa direkt in den ersten Sekunden des Halbfinales, als er die noch schläfrigen Belgier beinahe auf dem falschen Fuß erwischte. Verpasste den Pass von Pogba in der 13. Minute nur knapp vor dem herausstürmenden belgischen Keeper Courtois. Drehte in der zweiten Hälfte richtig auf. Dabei nutzte er geschickt die sich ihm durch das hohe Gegenpressing der Belgier bietenden Räume. Zeigte ein ums andere Mal, dass er mit seinen erst 19 Jahren technisch überaus versiert ist. Der insgesamt beste Spieler der Partie.

          Antoine Griezmann: Der zentrale Akteur im französischen Umschaltspiel. Holte sich die Bälle früh ab. Mit eigenem Abschluss diesmal erfolglos. Verpasste zudem mehrmals den richtigen Moment für ein zielgenaues Zuspiel, auch bei seinen sonst so gefährlichen Standards nicht immer mit der nötigen Präzision. Seine Ecke kurz nach dem Wechsel fand in Umtiti jedoch den richtigen Abnehmer. Kurz vor dem Schlusspfiff nochmals mit einer guten Schusschance.

          Blaise Matuidi: Prüfte in der 18. Minute den belgischen Torhüter Courtois mit einem satten Distanzschuss. Zielte dabei zu mittig. Ließ sich bei der Defensivarbeit einige Male aus dem Verbund locken, woraus sich für die „Roten Teufel“ auf deren rechten Seite Räume öffneten. Offensiv bemüht, dabei mit einigen vermeidbaren Ballverlusten in der Vorwärtsbewegung.

          Olivier Giroud: Füllte seine Rolle als Stoßstürmer konsequent aus. Arbeitete viel, ließ Bälle prallen und nahm große Wege in Kauf. Im Abschluss ohne Glück, auch weil das schnelle Spiel seiner Offensiv-Kollegen manchmal zu schnell für ihn war. Weiterhin ohne Turniertreffer bei dieser WM in Russland.

          Steven Nzonzi: Kam in der Schlussphase für Giroud. Blieb ohne Einflussmöglichkeit.

          Corentin Tolisso: Wenig später als Nzonzi für den erschöpften Matudi eingewechselt. Kurz vor dem Abpfiff noch mit der großen Chance zum 2:0, doch der Bayern-Profi scheiterte am abermals gut reagierenden Keeper Courtois.

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