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Deutschland gegen Schweden : Das Desaster von 1958

  • -Aktualisiert am

Erich Juskowiak (Dritter von links) diskutiert mit dem Schiedsrichter im Halbfinale der WM 1958 in Schweden. Rechts Hans Schäfer und links hinten Fritz Walter. Bild: Ullstein

Göteborg vor 60 Jahren: Die Halbfinal-Niederlage der Deutschen gegen Schweden löste eine diplomatische Krise mit weitreichenden Folgen aus; ein Wendepunkt im deutsch-schwedischen Verhältnis. Dazu führten mehrere Gründe.

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          An diesem Samstag (20.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-WM und in der ARD sowie bei Sky) könnte die schwedische Fußballnationalmannschaft den deutschen Träumen von einer WM-Titelverteidigung ein jähes Ende bereiten. Es wäre nicht das erste Mal. Vor 60 Jahren, am 24. Juni 1958, verlor die deutsche Auswahl in einem denkwürdigen Halbfinale gegen Schweden in Göteborg 1:3. Damals stellte das WM-Fieber in Deutschland die Begeisterung von 1954 noch in den Schatten. CDU-Politiker in Bonn meinten vergnügt, dass sogar die pazifistische Kampagne „Kampf dem Atomtod“ ihre Wirkung verloren habe, „weil das deutsche Volk im Begriff sei, den dritten Weltkrieg auf dem Fußballplatz zu gewinnen“.

          Im westdeutschen Fußball-Patriotismus war beträchtliches aggressives Potential verborgen. Nach der Niederlage in Göteborg entlud sich die Enttäuschung in einer antischwedischen Welle: Tankwarte verweigerten schwedischen Urlaubern auf Drängen anderer Kunden Benzin, anderen Schweden wurden Autoreifen zerstochen. Die beliebte „Schwedenplatte“ verschwand von den Speisekarten. Grausamer Höhepunkt dieser Racheakte: Bei der Kieler Woche wurde sogar ein schwedischer Kinderchor ausgepfiffen!

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