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Deutsche Nationalelf : „Es kann schneller vorbei sein, als man denkt“

  • Aktualisiert am

„Man muss höllisch aufpassen bei dem Turnier“: Thomas Müller Bild: dpa

Vor dem Spiel gegen Klinsmanns Amerikaner warnt Thomas Müller vor dem Gegner und einer falschen Herangehensweise. Unteressen wurde auch der Schiedsrichter der Partie bestimmt.

          Joachim Löw kann im brisanten letzten WM-Gruppenspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen die von Jürgen Klinsmann trainierte amerikanische Auswahl auf seinen kompletten Kader zurückgreifen. Alle 23 Akteure konnten am Dienstag vor der Reise nach Recife am Geheimtraining teilnehmen, wie Teammanager Oliver Bierhoff bei der Pressekonferenz in Santo André berichtete: „Die schöne Nachricht ist, wir haben eine fitte, junge Mannschaft.“

          „Jede Mannschaft wird erstmal schlucken“

          Torjäger Thomas Müller erklärte den Gruppensieg zum Ziel für die Partie am Donnerstag (18.00 Uhr / Live im ZDF und im WM-Ticker bei FAZ.NET). Auch wenn dem DFB-Team dafür schon ein Unentschieden genügt, warnte Thomas Müller vor einer falschen Herangehensweise an die Aufgabe gegen die punktgleichen Amerikaner: „Man muss höllisch aufpassen bei dem Turnier. Es kann schneller vorbei sein, als man denkt, und dann schaut man in die Röhre.“ Bierhoff erwartet, dass der ehemalige Bundestrainer Klinsmann (2004 bis 2006) die amerikanischen Kicker „schon heißmachen wird. Das ist ein Finale für die Amerikaner.“

          Trotz der Debatten über System und Personal seit dem 2:2 in der zweiten Partie gegen Ghana sieht Müller das DFB-Team weiterhin auf „einem guten Weg“ in Brasilien. „Aber wo er hinführt, kann ich auch noch nicht sagen“, ergänzte der 24 Jahre alte Bayern-Profi.

          Man habe sich durchaus Respekt erarbeitet bei der Konkurrenz, glaubt Müller: „Jede Mannschaft, die auf uns trifft, wird erstmal schlucken.“ Der bislang dreifache Turniertorschütze sieht keine Veranlassung für einen Strategiewechsel: „Wir haben unsere Art und Weise Fußball zu spielen, und an der werden wir auch festhalten.“

          Anders als zahlreiche Fans in Portugal macht sich der nationale Fußball-Verband FPF derweil keinerlei Sorgen, dass sich die deutsche und amerikanische Mannschaft am Donnerstag im letzten WM-Gruppenspiel womöglich auf ein Unentschieden zum gemeinsamen Weiterkommen einigen könnten. „Fair Play ist eines der zentralen Anliegen, das sich die Fifa auf ihre Fahnen geschrieben hat. Von daher bin ich mir sicher, dass es keine Absprachen zwischen den Deutschen und den Amerikanern geben wird“, meinte der FPF-Vizepräsident Humberto Coelho am Dienstag.

          Portugal will den Verstand nicht verlieren

          Geleitet wird das Spiel vom usbekischen Schiedsrichter Ravshan Irmatov, wie die Fifa am Dienstag mitteilte. Für den 36 Jahre alten Unparteiischen ist es bereits der dritte Einsatz im laufenden Turnier. Irmatov hatte erst am Montag beim 3:1-Sieg von Mexiko über Kroatien amtiert, davor pfiff er beim 2:1-Erfolg der Schweiz über Ecuador. Bei der WM 2010 kam er im Eröffnungsspiel und beim deutschen 4:0-Erfolg im Viertelfinale über Argentinien zum Einsatz.

          Nicht nur Thomas Müller ist bereit für die Partie gegen „Team USA“

          Derweil haben die Portugiesen nach nur einem Punkt aus zwei Spielen nur noch eine Chance auf das Erreichen des Achtelfinals, wenn sie selbst am Donnerstag klar gegen Ghana gewinnen und das amerikanische Team zeitgleich gegen Deutschland verliert. Trotz des bislang enttäuschenden WM-Abschneidens gab der frühere Nationalcoach Coelho dem amtierenden Trainer Paulo Bento aber Rückendeckung. „Wir sind genauso traurig über die bisherigen Ergebnisse wie alle Portugiesen. Aber wir werden jetzt nicht den Verstand verlieren. Paulo Bento hat noch einen Vertrag über zwei Jahre und ich gehe davon aus, dass er uns zur EM 2016 führen wird“, sagte er.

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