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WM-Finale gegen Argentinien : Sieben Gründe, warum Deutschland gewinnt

An diesem Sonntag soll der WM-Traum von Joachim Löw und der deutschen Nationalelf wahr werden Bild: dpa

Das siebte WM-Spiel der Nationalelf ist das große Finale. Argentinien ist ein alter Bekannter – und zugleich der große Unbekannte des Turniers. Doch es gibt gute Argumente für einen deutschen Sieg.

          An diesem Sonntag um 21.00 Uhr (Live in der ARD und im WM-Ticker bei FAZ.NET) kommt es zum großen Finale: Argentinien gegen Deutschland. Eine Begegnung, die es schon zwei Mal als Endspiel gab. Nach Finalsiegen steht es 1:1, doch die jüngsten WM-Duelle in den Viertelfinals 2006 und 2010 endeten jeweils mit einem Sieg für Deutschland. Wir nennen sieben gute Gründe, warum die DFB-Elf auch in Rio gewinnt.

          1. Manuel Neuer: Er ist der Schutzmann des deutschen Erfolgs. Zuletzt bewiesen im Halbfinale gegen Brasilien, als er einen aufkeimenden Disput zwischen Boateng und Marcelo mit ausgebreiteten Armen unterband. Da wurde manchem erst klar, was für ein „Schrank“ dieser Neuer eigentlich ist. Dank seiner sachlichen Spielweise auf der Linie wirkt er sonst gar nicht so furchteinflößend. Und bei seinen Ausflügen jenseits der Strafraumgrenze kommt er eher spielerisch leicht daher. Aber egal, ob als fliegender Torwart, als intelligenter Interviewpartner, als stoischer Keeper oder als resoluter Schlichter: auf „Manu“, den Libero, und Neuer, den Torwart, ist stets Verlass.

          2. Thomas Müller: Der unorthodoxe, mitreißende Stürmer mit der Nummer 13 ist auf dem besten Weg, seinen großen Namens- und Nummernvetter Gerd zu kopieren und sogar zu übertreffen: „Kleines, dickes Müller“ wurde bei seiner ersten WM (1970) Torschützenkönig, Deutschland besiegte Uruguay im Spiel um Platz drei. Bei seiner zweiten WM-Teilnahme (1974) wurde Gerd Müller mit Deutschland Weltmeister – und schoss im Finale das entscheidende Tor.

          Müller, 1974, aus der Drehung zum WM-Sieg

          Auch Thomas wurde bei seiner ersten WM (2010) Torschützenkönig. Und Deutschland besiegte Uruguay im Spiel um Platz drei. Bei seiner zweiten WM-Teilnahme (2014) könnte Müller nun mit Deutschland Weltmeister werden – und sollte er auch wieder nur ein Tor schießen, ob das entscheidende oder ein anderes, wäre er wohl abermals Torschützenkönig der WM (es sei denn Messi trifft dreimal, aber das wollen wir mal ausklammern). Das kann kein Zufall sein.

          3. Diego Maradona: Seine erste WM 1982 endete mit einer Roten Karte, seine letzte als Spieler 1994 mit einer positiven Doping-Probe. 2006 machte er als hyperaktives Maskottchen auf sich aufmerksam, 2010 als überforderter Trainer-Darsteller. Derzeit gibt er den alleswissenden Fußball-Experten „von links“. So unstet sein Charakter, so konstant seine Präsenz als argentinischer Fußball-Gott.

          Maradona, 1986, sein glanzvollstes Jahr - von dem heute noch alle zehren

          Dabei glänzte er im Grunde nur bei einer einzigen WM: 1986 strahlte sein Stern jedoch so hell, dass die Frage „Maradona oder Pelé?“ nach dem Weltbesten seitdem den halben südamerikanischen Kontinent beschäftigt – anstatt sich um ein brauchbares Spielkonzept zu bemühen, das über destruktive Raumverengung und Hoffnung auf den magischen Moment in der Offensive hinausgeht. Maradona spiegelt in seiner Person den ganzen faden Glanz und das konzeptionelle Elend der Albiceleste wider.

          4. Lionel Messi: Auch er wird inzwischen von den Argentiniern verehrt wie ein Fußball-Heiliger. Wie einst bei Maradona ist das ganze argentinische Spiel auf den einen ausgerichtet, der mit seinem genialen linken Fuß den Unterschied ausmachen kann. Messi, der Messias auf dem grünen Rasen. Gebt ihm den Ball, er wird es schon richten. Doch wehe, der kleine Mann kommt nicht ins Spiel. Dann schleicht er fast schon lustlos übers Feld, nimmt gar nicht teil am Geschehen, das ohne sein Zutun bei den Himmelblau-Weißen von fast schon brutaler Langeweile geprägt ist.

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