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Folgen des WM-Desasters : Panikattacken beim DFB rund um Özil

  • -Aktualisiert am

DFB-Teammanager Oliver Bierhoff. Bild: dpa

Die Reaktionen auf die Äußerungen von DFB-Präsident Grindel und Manager Bierhoff sind verheerend. Beide verstricken sich immer tiefer in Widersprüche. Özil zu opfern würde ihre Glaubwürdigkeit nicht retten.

          5 Min.

          Mesut Özil macht gerade Urlaub. Irgendwo am Meer, dort, wo die Sonne scheint. Diese schöne Gewissheit lässt sich seiner Twitter-Nachricht vom Sonntag entnehmen. Auf dem Foto dazu sieht man ihn lachen mit einer großen Sonnenbrille auf der Nase. Dazu schreibt der Urlauber: „Habe Glauben und danke Gott für alle Segnungen.“ Das ist angesichts der panikhaften Reaktionen, die an diesem Wochenende aus dem Hause DFB rund um seine Person in die Welt gepustet wurden, eine sehr besonnene Mitteilung. Überhaupt hat sich Özil zumindest seit dem Ausscheiden der deutschen Mannschaft tadellos verhalten.

          Michael Horeni

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Unmittelbar nach dem Scheitern schrieb er, wie sehr ihn dieses Aus schmerze und dass er einige Zeit brauchen werde, um darüber hinwegzukommen. Darunter das Hashtag „#SayNoToRacism“ als Reaktion auf die wachsenden rassistischen Anfeindungen, denen er im Zuge der Erdogan-Fotos ausgesetzt war. Danach interessierte sich Özil laut seinem Twitter-Stimmungsbarometer vor allem für sein neues Trikot bei Arsenal London. Er wird dort in der kommenden Saison die Nummer 10 tragen. Auf dem Foto sind zwei Punkte über der 0, so dass die Zahl 0 aussieht wie ein Ö. Ein Ö für Özil. Das gefällt ihm sehr. Zur Nationalmannschaft, und ob er dort überhaupt noch einmal das deutsche Trikot tragen wird, sagt und schreibt Mesut Özil weiterhin kein Wort. Selbstredend auch nicht zu den Erdogan-Fotos.

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