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WM-Analyse : Nur Tunesien war schwächer als Deutschland

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Nicht nur einer, wie Mesut Özil, ist schuld am deutschen Aus. Bild: AFP

Nach der WM wird das Turnier analysiert. Dabei wird deutlich, woran es bei den früh gescheiterten Deutschen mangelte. Die Daten geben auch Aufschluss, warum Frankreich so erfolgreich war.

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          Packing-Analyst Stefan Reinartz hat der deutschen Fußball-Nationalmannschaft ein vernichtendes Zeugnis ausgestellt und Bundestrainer Joachim Löw aufgefordert, seinen Spielstil zu überdenken. Beim Verteidigen gegnerischer Konter sei Deutschland bei der WM in Russland „die zweitschwächste Mannschaft des gesamten Turniers“ gewesen, sagte der frühere Bundesliga-Profi der Süddeutschen Zeitung: „Schwächer war nur Tunesien.“

          Reinartz betreibt mit seinem ehemaligen Mitspieler Jens Hegeler die Impect GmbH, die mit Pässen und Dribblings aus dem Spiel genommene, also „überspielte“ Gegner misst. Das sogenannte Packing ist inzwischen eine der Kennzahlen bei der Analyse von Fußballspielen. Sich beim Neuaufbau der DFB-Elf einzelne Spieler herauszupicken, gehe „auf jeden Fall in die falsche Richtung“, sagte Reinartz (29), das gehe „am Kern vorbei“. Es handle sich um „ein komplexes Mannschaftsthema“. Löw habe den deutschen Tugenden spielerische Elemente hinzugefügt: „Jetzt braucht die Story ein neues Kapitel.“ Das gehe auch mit dem von Löw bevorzugten Ballbesitzfußball, „aber dann muss es wieder funktionieren, dass der Gegner nicht über die Mittellinie kommt“.

          Der frühere Leverkusener hielte es für unfair, die Schuld am deutschen Vorrunden-Aus den Innenverteidigern in die Schuhe zu schieben. „Mats Hummels war die ärmste Sau des Turniers“, sagte er mit Blick auf die fehlende Absicherung im Mittelfeld. Während im Schnitt pro Spiel 51 Deutsche überspielt worden seien, waren es bei Weltmeister Frankreich nur 20. Deutschland habe die meisten Gegner überspielt, „war also spielerisch eine der stärksten Mannschaften, aber hat es nicht ins letzte Drittel geschafft“.

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