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Vorläufiger Kader von Löw : Warum Götze nicht zur WM 2018 darf

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Mario Götze steht nicht im vorläufigen deutschen WM-Kader. Bild: Picture-Alliance

Im WM-Finale 2014 in Rio war er noch der umjubelte Held mit dem Tor zum Titel. Beim Turnier 2018 in Russland fehlt Mario Götze im Kader. Wie konnte es soweit kommen? Es gibt mehr als einen Grund.

          Sein Schuh aus dem WM-Finale 2014 ist eine der Hauptattraktionen des Fußball-Museums in Dortmund. Wie ein Kultobjekt wird er von den Besuchern ehrfürchtig bestaunt. Schließlich erzielte Mario Götze damit in der 113. Minute der Partie das entscheidende 1:0 gegen Argentinien. Nur vier Jahre später ist der gute Ruf verblasst. Als Joachim Löw am Dienstag ein Stockwerk unter der Vitrine mit der historischen Trophäe den Kader für die kommenden Titelkämpfe in Russland verkündete, fehlte der Name des Dortmunder Edeltechnikers. „Es tut mir für ihn leid, weil ich weiß, was er geleistet hat“, kommentierte der Bundestrainer.

          Wirklich überraschend kam diese Entscheidung nicht. Götzes Tor für die Ewigkeit verhalf ihm nicht über die Probleme der Gegenwart hinweg. Mäßige Auftritte in den vergangenen Monaten beim BVB kosteten den einst als Jahrhundert-Talent gepriesenen Mittelfeldspieler viel Reputation – und am Ende auch die Gunst seines langjährigen Förderers Löw. „In dieser Saison war er wahrlich nicht in der Form, die er normalerweise bringen kann“, befand der Bundestrainer. Zudem plagte sich Götze lange mit einer Stoffwechselerkrankung, die ihn mehrere Monate aus dem Spielbetrieb riss.

          Es passte ins Bild einer für Götze missratenen Saison, dass er am letzten Spieltag im wichtigen Spiel der Borussia bei der TSG 1899 Hoffenheim mit finsterer Miene auf der Bank schmorte. Schon in den Wochen zuvor hatte die fehlende Leistungskonstanz des 25-Jährigen in Dortmund für Rätselraten gesorgt. BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke lieferte eine Erklärung: „Mario hat möglicherweise das große Problem, mit der großen Außenwirkung klarzukommen. Das haben alle Spieler, die in jungen Jahren so viel Erfolg hatten.“

          Den Tiefpunkt der jüngsten Vergangenheit erlebte Götze vor zwei Monaten beim Europa-League-Aus des Revierklubs in Salzburg. Nach schwacher Leistung wurde er zur Halbzeit ausgewechselt. Die öffentliche Kritik von Trainer Peter Stöger fiel ungewöhnlich heftig aus: „Mit Mario waren wir einfach nicht zufrieden. Ordentliches Passspiel, Bewegung auf gefährlichen Positionen und Tiefgang – da war gar nichts zu sehen.“

          Wohl auch deshalb verzichtete Löw ein Tag später auf die Nominierung des Dortmunders für die beiden Testspiele gegen Spanien und Brasilien. Damals war der Bundestrainer noch guter Dinge, dass sich der WM-Held von 2014 in den letzten Bundesligaspielen noch aufdrängt: „Er hat unglaubliches Potential und ist ein Spieler, dem ich eigentlich auch vertraue.“ Doch nach weiteren enttäuschenden Wochen ist dieses Vertrauen vorerst aufgebraucht. Löw wünscht sich eine Trendwende: „Ich hoffe, dass er nach der Sommerpause in Dortmund einen ganz anderen Beginn hat und wieder zurückkommt.“

          Oliver Bierhoff sprach Götze Mut zu. „Ich bin überzeugt, dass er wieder zurückkommen wird. Manchmal kann solch eine einschneidende Entscheidung auch wieder Motivation geben“, kommentierte der Teammanager bei Sky, „so ein junger Kerl, da kann man auch mal ein, zwei Jahre ein bisschen durchhängen.“

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