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Vor dem WM-Finale : Ein gutes Gefühl und ein Plan gegen Messi

Miroslav Klose, unverwüstlich: „Ich kann leider noch“ Bild: REUTERS

Aus Miroslav Klose, dem letztem Verbliebenen aus dem WM-Finale von 2002, spricht Zuversicht für das Endspiel gegen Argentinien. Man dürfe sich nur nicht von der süßen Erinnerung an das Halbfinal-Spektakel verführen lassen.

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          Miroslav Klose hat für den Sonntag die Möglichkeit einer „spontanen“ Entscheidung in Aussicht gestellt. Das klang ein bisschen so, als könnte der 36 Jahre alte Angreifer seine Karriere im Nationalteam beenden, falls die Mannschaft in Rio de Janeiro Weltmeister wird. Nicht, weil er sich für zu alt oder sonstwie nicht mehr auf der Höhe der Zeit fühlt. „Ich kann leider noch“, sagte er am Donnerstag in Santo André – mit einem Augenzwinkern natürlich. Aber vielleicht, weil er seine Mission dann als erfüllt betrachten würde. Klose ist der einzige Spieler im Team, der schon beim bislang letzten deutschen Finale, 2002 gegen Brasilien, dabei war. Vergleichen, sagte er, könne man diese beiden Spiele nicht. Aber: „Ich weiß natürlich, wie beschissen es sich anfühlt, wenn man ein Finale verliert.“

          Wie groß die Chance ist, dass gegen Argentinien genau der andere Fall eintritt, war das bestimmende Thema bei der Pressekonferenz. Und so, wie Klose, Benedikt Höwedes und Hansi Flick sprachen, klang es alles in allem nach viel Zuversicht – sofern man nicht den Fehler begehe, sich von der süßen Erinnerung an das Spektakel gegen Brasilien verführen zu lassen. Die Mannschaft aber, sagte Flick mit Blick auf die Favoritenrolle, sei „klug genug, sich davon nicht leiten zu lassen. Wir müssen versuchen, mit kluger Taktik, Einsatz und Willen das Spiel für uns zu entscheiden.“ Der Mittwoch und der Donnerstag galten vor allem der Regeneration. An der alle 22 Spieler teilnahmen, also auch der angeschlagene Mats Hummels.

          Es wird den Deutschen auch sehr recht gewesen sein, dass die Argentinier am Mittwoch gegen Holland über 120 Minuten und ein Elfmeterschießen gehen mussten. Argentinien, sagte Flick, sei ein „starker Gegner, der in der Defensive sehr kompakt agiert und sehr gut verteidigt, und der mit Lionel Messi einen herausragenden Spieler in der Offensive hat“. Es sei aber auch ein „Gegner, den wir gut kennen“. Zuletzt, bei der WM 2010, hatten die Deutschen sich taktisch weit überlegen präsentiert und mit enormer Laufleistung die argentinische Offensive lahmgelegt. Was die Rolle von Messi betrifft, habe man natürlich auch diesmal „einen Plan“, sagte Flick.

          Als Linksverteidiger Höwedes nach den zu erwartenden Begegnungen der besonderen Art mit dem argentinischen Star gefragt wurde, lächelte er und zuckte mit den Schultern. „Er ist ein fantastischer, außergewöhnlicher Spieler, der zu den besten der Welt zählt“, sagte Höwedes. Und erinnerte zugleich daran, wie man mit einem anderen dieser Sorte fertiggeworden sei. Cristiano Ronaldo habe man auch „im Kollektiv“ gestoppt und „nicht im Eins-gegen-eins“. Wenn das auch gegen Messi wieder gelinge, so Höwedes, „wird auch ein Spieler solcher Qualität nicht großartig zum Zuge kommen“. An diesem Freitag startet das Team um 20.30 Uhr von Porto Seguro in die letzte WM-Etappe. Und das, so wirkt es, mit einem ziemlich guten Gefühl. „Ich bin zuversichtlich, dass wir einfach dran sind, dieses Spiel zu gewinnen“, sagte Klose.

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