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Das deutsche Sturmproblem : Es „müllert“ nicht mehr

Warten auf das nächste WM-Tor: Müllers letzter Treffer bei einer WM gelang ihm beim 7:1 gegen Brasilien. Bild: dpa

So klug und präzise, so eloquent und unterhaltsam wie Thomas Müller hat in den vergangenen Jahrzehnten kein anderer deutscher Spieler über Fußball gesprochen. Aber sein letztes Turniertor hat er 2014 beim 7:1 gegen Brasilien geschossen.

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          Auch wenn es in den vergangenen Jahren ein wenig in Vergessenheit geraten sein sollte – der deutsche Fußball hat der Fußballwelt viel gegeben: Fritz Walter, Uwe Seeler, Franz Beckenbauer, Lothar Matthäus, Rudi Völler und Manuel Neuer. Diese wunderbaren Spieler prägen seit mehr als einem halben Jahrhundert das Bild des deutschen Fußballs in aller Welt. In dieser Hall of Fame darf der deutscheste aller deutschen Namen natürlich nicht fehlen: Thomas Müller. Es sollen rund 50.000 Deutsche so heißen, der verbreitetste Name des Landes. Trotzdem ist klar: Es gibt nur einen Thomas Müller.

          Fußball-WM 2022
          Michael Horeni
          Fußballkorrespondent Europa in Berlin.

          Neben diesen Unsterblichen hat der deutsche Fußball der Welt auch ein Wort geschenkt, dass zu einem Mythos geworden ist: Turniermannschaft. Ein Mythos allerdings, der zunehmend verblasst. Vor dem entscheidenden Gruppenspiel gegen Costa Rica am Donnerstag (20 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-WM, in der ARD und bei MagentaTV) lässt sich mit Blick auf Müller zur Verbindung dieser beiden Mythen sagen: Als Deutschland noch eine große Turniermannschaft war, da war Thomas Müller ein großer Turnierspieler. Und seit Müller das nicht mehr ist, ist die Nationalelf auch keine Turniermannschaft mehr.

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