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Erdogan-Affäre im DFB-Team : „Nach der WM ist ja auch Zeit“

  • Aktualisiert am

„Jetzt ist der Fokus einfach auf das Spiel gerichtet“: Oliver Bierhoff. Bild: dpa

Das erste deutsche WM-Spiel ist nahe. Wieder ist die Erdogan-Affäre um Özil und Gündogan ein Thema. Oliver Bierhoff möchte die Debatte gerne vertagen. Auch zu Miroslav Klose hat er etwas zu sagen.

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          Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff hofft, weitere Diskussionen um die Erdogan-Affäre von Mesut Özil und Ilkay Gündogan auf die Zeit nach der Fußball-Weltmeisterschaft vertagen zu können. „Sie haben sich geäußert. Ilkay Gündogan hat sich ausführlich geäußert, ist dennoch ausgepfiffen worden. Jetzt ist der Fokus einfach auf das Spiel gerichtet, nach der WM ist ja auch Zeit“, sagte Bierhoff am Freitag in Watutinki. Öffentlich bekannt ist allerdings nur die Aussage von Gündogan. Özil hat nur intern Stellung bezogen zu den umstrittenen Fotos, die die beiden Premier-League-Profis mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zeigen. Er rate den Spielern weiter, Fragen zu diesem Thema „nicht ständig zu beantworten“, sagte Bierhoff. Am Sonntag startet die DFB-Auswahl gegen Mexiko in das Turnier. „Ich habe nicht davon gesprochen, das Thema generell zu beenden. Das beschäftigt uns natürlich“, sagte Bierhoff.

          DFB-Kapitän Manuel Neuer hatte Özil und Gündogan zuvor schon die „totale Rückendeckung“ der Kollegen zugesichert. „Das wurde von den Medien debattiert und aufgerollt, und es wurde viel gefragt. Aber in der Mannschaft ist es aktuell kein Thema mehr, wir haben das schon längst abgeschlossen in Südtirol“, sagte der Münchner Torhüter in der ARD. Man merke, dass „sich beide hinter das Team stellen und versuchen werden, den Fokus auf das Sportliche zu legen, das ist für uns in erster Linie interessant“, ergänzte Neuer.

          Spielplan der Fußball-WM 2018 in Russland

          Bierhoff möchte Miroslav Klose nach dessen Trainerzeit beim FC Bayern München zurück zum Deutschen Fußball-Bund holen. „Ich glaube, er wird seinen Weg in jedem Fall machen. Und ich hoffe, der Weg wird ihn wieder zurück zum DFB führen“, sagte der Nationalmannschaftsmanager. „Das ist auch ein Ziel für mich, dass wir es schaffen, dass wir ehemalige Spieler, die sich um den deutschen Fußball verdient gemacht haben, die unglaubliche Erfahrung, Wissen und eine Persönlichkeit haben, in unser System einbringen.“ Klose übernimmt nach der WM die U17-Junioren des FC Bayern und hat bei den Münchnern einen Vertrag bis zum 30. Juni 2020. „Wenn er Erfahrung im Jugendbereich gemacht hat, kann er sich gerne danach wieder melden. Wahrscheinlich werde ich mich bei ihm melden, dass er zu uns zurückkommt“, sagte Bierhoff. Klose ist im Trainerstab der Nationalmannschaft bei der WM zuständig für die Stürmer.

          „Was Miro als Spieler erreicht hat, weiß jeder. Er ist Welttorjäger gewesen, hat die meisten Tore bei der WM geschossen. Die Erfahrung und seine Mentalität, die er als Spieler mitgebracht haben, helfen ihm in seiner neuen Funktion“, sagte Bierhoff. Der 40 Jahre alte Klose sei ein wichtiges „Bindeglied“ zwischen der Sportlichen Leitung un der Mannschaft. „Er geht jetzt den nächsten Schritt, den er als Trainer auch gehen muss, und sammelt in der täglichen Arbeit und in der Jugend Erfahrung. Er ist neugierig, interessiert und lebt den Fußball“, schilderte der 50-jährige Bierhoff.

          Bierhoff spürt kurz vor dem deutschen WM-Auftaktspiel gegen Mexiko eine erhöhte Konzentration in der Fußball-Nationalmannschaft. „Gerade die erfahrenen Spieler haben das Tempo angezogen“, sagte Bierhoff am Freitag in Watutinki. Die Weltmeister von 2014 hätten den Fokus seit der Ankunft in Russland noch mehr darauf gerichtet, von der ersten Sekunde an beim Spiel am Sonntag in Moskau da zu sein. „Wir haben uns viel vorgenommen“, sagte der Manager. Auch WM-Neuling Joshua Kimmich berichtete vor dem ersten Gruppenspiel von „sehr viel Zug“ in den letzten Trainingseinheiten. „Jeder ist froh, wenn es jetzt losgeht“, sagte der Bayern-Profi.

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