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DFB-Team vor WM-Start : „Mesut ist gut drauf, er macht Witze“

„Mesut hat technische Fähigkeiten, die nicht viele Spieler auf dieser Welt haben“: Julian Draxler. Bild: dpa

Am Sonntag startet die deutsche Elf endlich in die WM. Seine ganze Startelf will Bundestrainer Löw noch nicht verraten. Eine Personalie aber gibt er preis. Auch Mesut Özil ist wieder ein Thema bei der Pressekonferenz.

          Es mag ja ganz schön sein, da draußen in Watutinki – zumindest, wenn man da wohnt, wo der Deutsche Fußball-Bund sein Basislager aufgeschlagen hat bei dieser Fußball-Weltmeisterschaft, aber irgendwann zerrt das Warten auch an den entspanntesten Nerven. „Dass wir morgen nun loslegen können, ist ein gutes Gefühl“, sagte Bundestrainer Joachim Löw deshalb am Samstag bei der offiziellen Pressekonferenz in Luschniki-Stadion. Dabei hatte er Julian Draxler. Das wurde als Indiz gewertet, dass der Mittelfeldspieler von Paris St. Germain gegen Mexiko am Sonntag (17.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-WM, im ZDF und bei Sky) die linke, offensive Position übernehmen könnte und Marco Reus zunächst die Ersatzbank drückt. „Ich bin aber nicht für die Besetzung der Pressekonferenzen zuständig. Das macht unsere Medienabteilung“, sagt Löw zunächst noch und grinste so spitzbübisch wie möglich. Wenig später aber bestätigte er im ZDF, dass Draxler auf jeden Fall in der Startelf stehen werde.

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          Stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Das gilt wohl auch für Mesut Özil, der im letzten Testspiel gegen Saudi-Arabien wegen Knieproblemen noch pausiert hatte. „Alle Spieler sind fit und einsatzfähig“, sagte Löw, und wenn dieser Umstand in der Vergangenheit gegeben war, dann spielte Özil stets von Beginn an. Warum dies so ist, hatte Draxler schon zuvor erläutert. „Mesut hat technische Fähigkeiten, die nicht viele Spieler auf dieser Welt haben. Er ist unsere kreativster Spieler.“ Weniger kreativ ist Özil bekanntermaßen bei der Ausgestaltung seiner Körpersprache, was stets für Diskussionsstoff sorgt, aber von hängenden Schultern und einen bisweilen traurigen Blick sollte man sich nicht allzu sehr täuschen lassen, wenn man den Worten von Draxler glaubt: „Mesut ist gut drauf, er macht Witze. Er wird da sein, wenn er gebraucht wird.“

          Gebraucht werden sie vermutlich (fast) alle, aber insbesondere wohl auch Draxler selbst. Von seinem Confed-Cup-Kapitän hält der Bundestrainer eine ganze Menge, sieht eine deutliche Weiterentwicklung seit dem vergangenen Jahr. „Er hat durch seine Rolle als Führungsspieler beim Confed Cup einen großen Schritt gemacht in seiner Persönlichkeit“, sagt Löw. „Ich bin ein Fan seiner Fähigkeiten.“ Allerdings ganz offensichtlich auch ein großer Bewunderer der Möglichkeiten von Marco Reus, dem er zuletzt außergewöhnliche Fähigkeiten attestiert hatte.

          Die Aufstellung gegen Mexiko bleibt deshalb noch ein kleines Ratespiel. „Es gibt noch zwei, drei Überlegungen, wie die Mannschaft aussehen könnte.“ Zumindest, wie sie vorne aussehen könnte – in der Defensive gibt es keine Fragen mehr, und auch das Hauptthema der vergangenen Monate ist ad acta gelegt. Manuel Neuer ist fit, Manuel Neuer macht alles mit, Manuel Neuer ist ruhig, konzentriert und einer körperlich „sehr, sehr guten Verfassung“. Kurz zusammengefasst heißt das, es wirkt alles so, als sei da nie was gewesen. „Das ist der Manuel Neuer, den wir kennen“, sagt Löw, und neben der Tatsache, dass es ein schönes Gefühl ist, dass es nun endlich losgeht mit der WM für die deutsche Mannschaft, muss es auch beruhigend sein, dass der beste Torwart der Welt im eigenen Team spielt.

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