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DFB-Test in Österreich : Manuel Neuer beurteilt sich selbst

Wieder völlig fit? Manuel Neuer macht einen guten Eindruck vor der WM. Bild: dpa

Der Torwart kehrt nach langer Pause in Österreich aufs Spielfeld zurück. Danach entscheidet er, ob er fit genug für die WM ist. Ein anderer Spieler erhält vom Bundestrainer ein besonderes Lob.

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          Über die Aufstellung vor dem Testspiel gegen Österreich an diesem Samstag, unmittelbar vor der endgültigen Kadernominierung für die Weltmeisterschaft, hat sich Joachim Löw keine Gedanken gemacht. Zumindest nicht bis zum Zeitpunkt der Pressekonferenz am Freitag, wie er in Eppan sagte. Mit personellen Details wollte er sich erst am Nachmittag befassen. Sicher sei nur, dass Thomas Müller und Mats Hummels die Reise nach Klagenfurt nicht antreten werden, ebenso wie der zuletzt angeschlagene Jerome Boateng und wie Toni Kroos, der nach dem Champions-League-Sieg erst an diesem Wochenende zur Nationalmannschaft stoßen wird. Auch das Ergebnis des Klassikers spielt für den Bundestrainer bestenfalls eine untergeordnete Rolle. Weit wichtiger wird bis zum Sonntagabend für ihn die Frage sein, welchen vier Spielern aus dem bisherigen 27er-Kader er am Montagvormittag die Entscheidung mitteilen wird, dass sie die Nationalmannschaft verlassen müssen.

          Spielplan der Fußball-WM 2018 in Russland

          Michael Horeni
          Korrespondent für Sport in Berlin.

          In der Torwartfrage, an der alles an Manuel Neuer hängt, wird der Weltmeister-Torhüter selbst sehr weitgehend darüber entscheiden, ob er in Russland als Nummer eins dabei sein wird. Joachim Löw vertraut dem Urteil und der sportlichen Fairness des Kapitäns offenbar so sehr, dass er am Tag nach dem Spiel gegen Österreich die Nominierungsentscheidung auch davon abhängig macht, wie der Torhüter nach achtmonatiger Verletzungspause seine Leistungsfähigkeit mit Blick auf das WM-Turnier selbst einschätzt. „Die finale Entscheidung fällt am Sonntagabend. Wir hatten vereinbart, dass er sich uns gegenüber offen und ehrlich über sich selbst äußert, ob er in der Lage ist, Topleistungen abzurufen und alle Abläufe beherrscht“, sagte Löw. Neuer wird gegen Österreich an diesem Samstag (18.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zu Länderspielen und im ZDF) in der Startformation stehen, ob er über neunzig Minuten spielt, sei noch nicht entschieden.

          Ein besonderes Lob hielt Löw zur Halbzeit des Trainingslagers für Marco Reus bereit, demjenigen Nationalspieler, der sich vor großen Turnieren regelmäßig verletzt hat. Sein Tempo, seine Übersicht, seine Leichtigkeit und seine Torabschlüsse beeindruckten den Bundestrainer in den vergangenen Tagen ganz offensichtlich. „Er ist eine Rakete“, sagte Joachim Löw. Und wenn er bis zur Weltmeisterschaft diesmal tatsächlich verletzungsfrei bleiben sollte, werde der Dortmunder den deutschen Fans noch viel Freude bei der Weltmeisterschaft machen.

          In Klagenfurt werden auch Mesut Özil und Ilkay Gündogan eingesetzt, jene beiden Profis aus der englischen Premier League, die zum Saisonfinale wegen Verletzungen ausgefallen waren, vor allem aber wegen der Trikotübergabe an den türkischen Präsidenten Erdogan in den Fokus geraten waren. Die beiden Spieler, die ausschließlich die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen, hätten innerhalb der Mannschaft „überhaupt keine Probleme“ gehabt, sagte der Bundestrainer. Er habe im Trainingslager noch einmal mit Gündogan gesprochen, der in den vergangenen Tagen viel über diese Angelegenheit nachgedacht habe. „Er hat sich auch überlegt: Wie reagiert die Mannschaft?“ Aber er habe in diesen Tagen keine Vorbehalte gespürt. Nach den Gesprächen mit der Mannschaftsführung und dem Bundespräsidenten am Pokalwochenende in Berlin, habe er ihm versichert, dass er den „Schalter umlegen kann“ in Richtung Weltmeisterschaft. „Das nehme ich ihm auch so ab“, sagte Löw. „Er wirkt in den letzten Tagen auch wieder ruhiger und ausgeglichener als in der letzten Woche beim Gespräch in Berlin.“

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