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Parallelen bei Merkel und Löw : „Hierzulande werden Krisen mit Betriebsunfällen verwechselt“

Zwei, bei denen es nicht ganz rund läuft: Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundestrainer Joachim Löw (r.) Bild: AP

Rächt sich in Deutschland der Nimbus der Unbesiegbarkeit? Politikwissenschaftler Norbert Seitz erklärt die Gründe, warum die Bundeskanzlerin und der Bundestrainer immer noch im Amt sind.

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          Parallelen zwischen Bundeskanzlerin und Bundestrainer werden momentan laufend gezogen. Sie haben schon 1997 in Ihrem Buch „Doppelpässe. Fußball & Politik“ auf Analogien zwischen den beiden Ämtern hingewiesen. Wo sehen Sie diese Ähnlichkeiten?

          Es sind symbolische Korrespondenzen. Das fängt beim Klassiker an: den alten Patriarchen Konrad Adenauer und Sepp Herberger, die mit einfachen Lebensweisheiten wie „Das nächste Spiel ist immer das schwerste“ oder „Die Lage war noch nie so ernst“ populär wurden. Diese Parallelen haben sich bei Helmut Kohl und Franz Beckenbauer fortgesetzt: Beckenbauer drückte dem Rest der Welt sein Bedauern aus, dass die Deutschen nach der Wiedervereinigung unschlagbar wären, Kohl versprach blühende Landschaften. Heute ist es ähnlich: Merkels Ausspruch nach der verlorenen Bundestagswahl, sie wisse nicht, was sie anders machen könne, entsprach Jogi Löws sture Feststellung nach der Auftaktpleite gegen Mexiko: „Am Plan wird nix geändert.“

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