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Fußball-Analyse : Fifa erklärt deutsches WM-Aus mit fehlendem Glück

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Kleinigkeiten entschieden gegen Deutschland: Mats Hummels und Mario Gomez sind am Pech gescheitert laut Fifa-Analyse Bild: dpa

War alles doch nicht so schlimm für die DFB-Auswahl? Fifa-Analysten finden heraus, dass nicht viel fehlte zu einem besseren Ergebnis. Und sie haben weitere interessante Entdeckungen gemacht.

          Die Fußball-Analysten des Weltverbands Fifa werten die mangelnde Chancenverwertung als ausschlaggebend für das Vorrunden-Scheitern von Titelverteidiger Deutschland bei der WM in Russland. „Deutschland hat besser gespielt als viele andere Teams. Aber wenn du die Möglichkeiten hast, musst du sie auch nutzen“, sagte der Niederländer Marco van Basten, Chef der Abteilung für Technische Entwicklung bei der Fifa, am Donnerstag in Moskau. „Sie hatten kein Glück. Das war der Gegensatz zu 2014: Da hatten sie weniger Chancen, haben daraus aber mehr Tore erzielt. Das macht den Unterschied aus.“

          Fussball-WM 2018

          Das Team von Bundestrainer Joachim Löw kam in den drei Partien der Gruppenphase auf 72 Torschüsse, erzielte dabei aber nur zwei Treffer. Van Basten ist Mitglied der Technischen Studiengruppe (TSG) der Fifa, die die Partien aus taktischer und spielerischer Sicht analysiert. „Die ehemaligen Weltmeister Argentinien, Brasilien und Deutschland haben das Halbfinale nicht erreicht, aber ich bin überzeugt, dass sie stärker zurückkommen werden“, sagte der frühere Trainer Bora Milutinovic, der ebenfalls der TSG angehört.

          Ein „Pep-Effekt“ entscheidet aus Sicht von Experten die WM. Die taktische Kunst des früheren Bayern-Trainers Guardiola diene vielen der Top-Teams beim Turnier in Russland als Vorbild für erfolgreichen Fußball, erklärten die Analysten des Weltverbands vor dem Finale von Moskau. „Wir haben auch schon bei den Weltmeisterschaften 2010 und 2014 gesehen, dass zahlreiche seiner Spieler für den Weltmeister gespielt haben“, sagte van Basten. „Insofern hat er auf jeden Fall einen großen Einfluss.“ Die weiteren Erkenntnisse der Taktik-Fachleute:

          Die Erfolgstaktik: Gerade viele kleinere Länder haben taktische Ansätze von Guardiola adaptiert und wenden diese nach ihren Möglichkeiten an, wie die Technische Studiengruppe der Fifa am Donnerstag als ein Ergebnis ihrer Analysen präsentierte. Die Fähigkeit ein Spiel aus der eigenen Verteidigung aufzubauen, eine hoch stehende Abwehr und Pressing gelten als Schlüsselqualifikationen. „Dieser Spielansatz, hochtechnisch mit großer Geschwindigkeit ist sehr wichtig“, sagte das schottische TSG-Mitglied Andy Roxburgh und nannte dies den „Pep-Guardiola-Effekt“. „Er hatte einen großen Einfluss auf viele Spieler und Trainer in Europa.“

          Standard: Die hohe Zahl an Treffern nach Standardsituationen bei der WM ist einerseits auf die große „Detailversessenheit“ in der Vorbereitung zurückzuführen. So wurde jede 30. Ecke zu einem Tor verwertet, der Wert liegt in der Champions League bei 45. Dazu verbesserte auch der Videobeweis die Chancen auf einen Treffer nach ruhenden Bällen. „Früher wurde im Strafraum mehr geschubst und gehalten“, sagte Roxburgh. Die Räume für offensive Vorstöße werden dabei durch immer besser gestaffelte Verteidigungen kleiner und kleiner. „Selbst Spieler wie (Lionel) Messi und Neymar haben Probleme damit“, sagte van Basten.

          Afrikanische Schwäche: Erstmals seit 36 Jahren hat kein afrikanisches Team die Vorrunde der WM überstanden. Aus Sicht des früheren nigerianischen WM-Teilnehmers Emmanuel Amuneke müssen die Länder des Kontinents vor allem die Ausbildung ihrer Spieler und Trainer verbessern. „Wenn wir nicht die Verantwortung erkennen, unsere jungen Spielern zu entwickeln, werden wir weiter nur in Träumen leben“, sagte der 47-Jährige. „Wir haben viel rohes Talent, aber dieses müssen wir den Schliff geben und Charaktere ausbilden.“

          Arabische Schwäche: In der arabischen Welt liegen die Probleme laut Fifa ähnlich wie in Afrika. Die vier Teilnehmer Marokko, Tunesien, Saudi-Arabien und Ägypten verpassten jeweils klar das Achtelfinale. „Es gibt keine Struktur für Trainer und Nachwuchsarbeit“, sagte der brasilianische Weltmeistertrainer Carlos Alberto Parreira, der in Kuwait und den Vereinigten Arabischen Emiraten coachte. Dazu würde zu häufig auf Trainer aus verschiedenen Ländern gesetzt. „Es ist damit für die Spieler sehr schwer, einer Fußballschule zu folgen.“

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