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Klinsmann gegen DFB-Team : Einen Nichtangriffspakt wird es nicht geben

  • -Aktualisiert am

Arm in Arm bei der WM 2006: Klinsmann und Löw Bild: dpa

Deutschland gegen die Vereinigten Staaten, Jürgen Klinsmann gegen Joachim Löw: Das finale Gruppenspiel am Donnerstag verspricht Brisanz. Beiden Teams reicht ein Remis, Erinnerungen an Gijón 1982 werden wach.

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          Den direkten Einzug ins WM-Achtelfinale durch einen Gegentreffer in letzter Sekunde verpasst, doch von Niedergeschlagenheit keine Spur: Jürgen Klinsmann beschäftigte sich nicht lange mit dem aus seiner Sicht natürlich ärgerlichen Ausgleich der Portugiesen in der Nachspielzeit. Vielmehr hatte er bereits das entscheidenden WM-Gruppenspiel gegen Deutschland am Donnerstag (18 Uhr) im Kopf. „Wir fahren nach Recife mit dem Selbstvertrauen, um Deutschland zu schlagen“, stellte der frühere Bundestrainer vor dem Wiedersehen mit seinem damaligen Assistenten Joachim Löw klar. Die Vereinigten Staaten und das DFB-Team wären bei einem Remis sicher weiter.

          Gijon 1982: Hrubesch köpft das 1:0, es war die letzte ernsthafte Angriffsaktion der Partie

          Eine Art Nichtangriffspakt kommt für Klinsmann aber nicht infrage – Gijón 1982 lässt grüßen, als die deutsche und die österreichische Elf bei der WM in Spanien nach dem ersten Treffer für Deutschland keinerlei Angriffsbemühungen zeigten; das 1:0 reichte beiden Mannschaften zum Weiterkommen, Algerien – ein möglicher Gegner im Achtelfinale dieser WM – hatte das Nachsehen.

          Kein Telefonat zwischen den Trainern

          „Das ist ein Teil deutscher Geschichte, nicht der der USA“, stellte Klinsmann klar, dessen Team gegen Portugal einen 0:1-Rückstand gedreht hatte. „Wir sind gute Freunde, aber es wird keinen Anruf geben“, sagte der Neunundvierzigjährige in Richtung Löw. „Es ist keine Zeit für Freundschaftsanrufe, jetzt geht es ums Geschäft.“

          Das deutsche Team bereitet sich aufs Gruppenfinale vor

          Durch das Remis hat sich die Ausgangslage für das Löw-Team vor dem Gruppenfinale verbessert: Mit einem Remis gegen das „Team USA“ ist Deutschland nicht nur definitiv für das Achtelfinale qualifiziert, sondern wäre auch Gruppensieger. Trotz der personellen Fragezeichen um die angeschlagenen Sami Khedira (Innenbandzerrung im Knie) und Jérome Boateng (Muskelverhärtung im Oberschenkel) ist die Zuversicht im DFB-Lager groß.

          Auf Remis spielen? „Das macht einen verrückt“

          „Wir haben die Qualität, aus der Gruppe als Erster rauszukommen, und das muss das Ziel sein“, sagte Offensivmann Lukas Podolski, der das 2:2 des kommenden Gegners mit seinen Teamkollegen am Fernseher verfolgte. Auf Remis spielen, das gehe gar nicht, stellte Mats Hummels klar. „Nein, so etwas macht einen verrückt. Ich bin ganz klar dafür, dass wir eher die Spielweise wie gegen Portugal wiederholen“, sagte der Innenverteidiger.

          Sogar mit einer Niederlage wäre das DFB-Team in der K.o.-Runde, wenn Ghana oder Portugal das schlechtere Torverhältnis nicht aufholen – doch auf solche Rechenspiele wird Löw nicht setzen. Auch Klinsmann will den Gruppensieg, müsste dafür mit dem „Team USA“ auf jeden Fall das Feld als Sieger verlassen. „Wir sind nicht gemacht für Unentschieden. Beide Mannschaften werden da rein gehen und wollen die Gruppe gewinnen.“ Eine Kampfansage in Richtung Löw und Kollegen, die klarmacht: Ein zweites Gijón wird es nicht geben.

          Was wäre wenn...

          Deutschland zieht als Gruppensieger ins WM-Achtelfinale ein:

          • bei einem Sieg oder Unentschieden gegen die Vereinigten Staaten

          Deutschland zieht als Gruppenzweiter ins WM-Achtelfinale ein:

          • bei einer Niederlage gegen die Vereinigten Staaten, wenn Ghana und Portugal unentschieden spielen
          • bei einer Niederlage gegen die Vereinigten Staaten, wenn Ghana gegen Portugal gewinnt, dabei aber das um derzeit fünf Treffer schlechtere Torverhältnis gegenüber Deutschland nicht aufholt
          • bei einer Niederlage gegen die Vereinigten Staaten, wenn Portugal gegen Ghana gewinnt, dabei aber das um derzeit acht Treffer schlechtere Torverhältnisse nicht aufholt

          Deutschland scheidet aus:

          • bei einer Niederlage gegen die Vereinigten Staaten, wenn Ghana gegen Portugal gewinnt und dabei das um derzeit fünf Treffer schlechtere Torverhältnis aufholt.
          • bei einer Niederlage gegen die Vereinigten Staaten, wenn Portugal gegen Ghana gewinnt und dabei das um derzeit acht Treffer schlechtere Torverhältnis aufholt.

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