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Hansi Flick nach WM-Fehlstart : „Wir haben keinen Schuss mehr frei“

Gegen Spanien jetzt schon fast zum Siegen verdammt: die deutsche Nationalmannschaft mit Bundestrainer Hansi Flick Bild: dpa

Nach dem 1:2 gegen Japan ist die deutsche Not schon nach dem ersten WM-Spiel groß. Bundestrainer Hansi Flick versucht es mit Optimismus. Doch nun geht es gegen beeindruckende Spanier.

  • -Aktualisiert am
          4 Min.

          Der Bundestrainer hatte keine Zeit zu verlieren. Einen Tag nach dem erschreckenden Auftakt in die Fußball-Weltmeisterschaft mit der 1:2-Niederlage gegen Japan stellte sich Hansi Flick den Fragen. Die digitale Presserunde, in der er über das sprach, was war, und das, was kommt, begann zwei Minuten vor dem anvisierten Zeitpunkt. Nach einer Nacht zurück im Quartier im Norden von Qatar hatte Flick seine Gedanken geordnet und sich am Abend des Fehlstarts mit seinem Trainerteam beraten. Denn die Gefahr, dass die deutsche Mannschaft, wie schon 2018, nach der Vorrunde scheitert, ist groß.

          Fußball-WM 2022
          Tobias Rabe
          Verantwortlicher Redakteur für Sport Online.

          Flick ist sich bewusst, dass die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) schon wieder nahe am Abgrund steht. „Wir haben keinen Schuss mehr frei“, sagte er. „Den Fehlschuss hatten wir gestern.“ Im Khalifa-International-Stadion in Doha lief zunächst alles in die richtige Richtung. Ilkay Gündogan hatte die Deutschen in Führung gebracht, die Japaner bis auf ein frühes Abseitstor wenige Szenen. Doch Mitte der zweiten Halbzeit, das DFB-Team hatte keine seiner Chancen verwertet, kippte das Spiel – und dann auch das Ergebnis. Ritsu Doan und Takuma Asano schossen die Tore für Japan.

          „Im Nachhinein muss man sagen, auch wenn über 70 Minuten vieles positiv war, war es am Ende, wenn man ins Detail geht, einfach nicht so, wie wir uns das vorstellen“, sagte Flick nach der ersten Analyse der Niederlage. So war es auch vor viereinhalb Jahren gegen Mexiko losgegangen. „Wir müssen versuchen, die Dinge besserzumachen. Das können wir, weil wir die Qualität haben.“ Es gehe darum, Mut und Charakter zu haben, sich zu zeigen. „Wir müssen schauen, jeder Einzelne für sich, dass wir unser Spiel besser gestalten. Jeder muss schauen, dass er am Spiel mehr teilnimmt.“

          DFB-Präsident Bernd Neuendorf sieht nun eine „gewisse Anspannung“ im Team. „Das ist schon ein bisschen wie ein kleiner Kater, den man hat“, sagte er am Donnerstag im ARD-„Morgenmagazin“. Der Druck sei jetzt „extrem hoch“.

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          Dass ein Vorsprung, den sich die Mannschaft erarbeitet hatte, nicht bis ans Ende gehalten wurde, ist kein neues Phänomen. In der Nations League in England Ende September reichte selbst ein 2:0 nicht. Der Gegner drehte das Spiel, am Ende retteten sich die Deutschen noch zu einem Remis. So weit kam es gegen Japan nicht. „Wenn man 1:0 führt, muss man so ein Ding nach Hause spielen. Wir haben in der Defensive die Kompaktheit, die wir wollten, nicht herstellen können in den letzten zwanzig Minuten. Mit jeder Gier das Tor zu verteidigen, das muss ich als Abwehrspieler machen.“

          Einhergehen Personaldiskussionen. Flick hatte Innenverteidiger Niklas Süle in der Viererkette nach rechts gestellt, weil er „gut trainiert“ habe. Dafür platzierte er neben Abwehrchef Antonio Rüdiger Nico Schlotterbeck. Der sah beim Siegtor nicht gut aus, weil er erst auf Abseits spielte und dann den entwischten Stürmer nicht einholen konnte. „Hintenraus haben wir einfach zu viele Fehler gemacht. Da nehme ich nun keinen Einzelnen heraus. Aber das heißt nicht, dass wir diese Dinge intern nicht klar ansprechen.“ Es sei wichtig, sich daran messen zu lassen, „was am Ende dabei herumkommt“.

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