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Wildes 3:3 in Wembley : Die deutschen Baustellen vor der WM

„Ich habe viele positive Dinge gesehen und ein paar negative“: Bundestrainer Hansi Flick Bild: Reuters

Die Spiele gegen Ungarn und in England mehren die Zweifel an einer erfolgreichen deutschen WM. Hansi Flick gibt sich dennoch optimistisch. Der Bundestrainer muss aber noch einige Fragen beantworten.

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          In Doha, Hauptstadt des Emirats Qatar, wird dieser Tage noch fleißig gewerkelt. Knapp acht Wochen vor Beginn der höchstumstrittenen Fußball-Weltmeisterschaft sind die Gastgeber peinlich darauf bedacht, der Welt zum Jahresende ein Schaubild zu verkaufen, in dem es nur so funkelt und das staunen lässt. Doch die klugen Köpfe wissen längst, dass es mit der heilen Welt nicht weit her ist. Die Lage in Qatar ist, was Menschen- und Arbeitsrechte sowie Nachhaltigkeit betrifft, alles andere als optimal. Nicht wenige haben sich daher lange vor dem ersten Anpfiff am 20. November in Doha von diesem Turnier abgewandt.

          Nations League
          Tobias Rabe
          Verantwortlicher Redakteur für Sport Online.

          In London, Hauptstadt des Vereinigten Königreichs, wurde am Montagabend auch noch gearbeitet. Wenige Wochen vor dem ersten Spiel der deutschen Nationalmannschaft bei der WM spielte die Auswahl von Hansi Flick zum Ende der Nations League 3:3 gegen die Engländer. Nach einer trägen ersten Halbzeit wurde es im Wembley-Stadion nach der Pause wild. Ilkay Gündogan (52. Minute) per Elfmeter und Kai Havertz (67.) brachten die Deutschen in Führung, dann drehten Luke Shaw (71.), Mason Mount (75.) und Harry Kane (83.) per Strafstoß die Partie, ehe Havertz final ausglich (87.).

          Das Bild, dass die A-Nationalmannschaft des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in London am Montag abgab, ist das Schlussbild vor der Reise auf die Arabische Halbinsel eine gute Woche vor dem Auftakt gegen Japan am 23. November. Flick weiß, dass der Eindruck von London und der drei Tage zuvor beim 0:1 gegen Ungarn in Leipzig haften bleibt. Und der Bundestrainer weiß, dass es nicht nur auf Ergebnisse und Statistiken, sondern auch auf Emotionen und Stimmungen ankommt vor solch einem Turnier, das für ihn das erste in verantwortlicher Position der ersten Fußball-Mannschaft der Bundesrepublik ist.

          WM-Start gegen Japan

          Ungeteilt ist die öffentliche deutsche Vorfreude ob der Umstände auf die WM sowieso nicht. Das liegt auch daran, dass die Spiele eingebettet sind in eine Saison, die eine beispiellose Hatz für alle bedeutet. Die klimatischen Bedingungen in Qatar machten eine Verlegung in den Winter zwingend. Der Zeitplan ist eng. Mitte Oktober muss Flick einen Kader mit 50 Spielern an den Weltverband melden. Wenige Tage vor der Abreise ins Kurztrainingslager werden daraus 26 WM-Fahrer. Am 13. November trifft sich der deutsche Tross in Frankfurt, tags darauf geht es in den Oman, am 16. November steht dort ein Testspiel an, ehe es zwei Tage später ins Camp nach Qatar geht und am 23. Japan wartet.

          In Wembley war Flick darum bemüht, ein Herbstbild zu zeichnen, das nicht zu trübe erscheint. „Ich habe viele positive Dinge gesehen – und ein paar negative“, sagte er mit Blick auf das Spiel gegen England. „Wir haben vieles gut gemacht.“ Oder: „Ich bin von Haus aus eher positiv.“ Oder: „Wir haben nach der Halbzeit 20 Minuten richtig guten Fußball gespielt.“ Oder: „Positiv ist, dass wir (nach dem 2:3-Rückstand/d.Red.) zurückgekommen sind.“ Oder: „Ich bin eher ein Trainer, der die Spieler lieber einen Kopf größer macht. Das bringt am Ende vielleicht den einen oder anderen Sieg mehr.“

          Siege indes hat es zuletzt wenige gegeben für die Deutschen. Es gab das 5:2 gegen Italien im Juni im letzten Spiel vor der Sommerpause, das womöglich einen falschen, da einen zu strahlenden Eindruck hinterließ. Ansonsten reichte es neben dem einleitenden Testsieg über Israel zu fünf Unentschieden im WM-Jahr und jenem 0:1 gegen Ungarn. Die erschreckende Vorstellung vom Freitag war auch ein Grund, warum Flick nun von einer Steigerung sprach. „Nicht aufzugeben ist das, was wir brauchen“, sagte er zum späten Ausgleich nach dem bemerkenswerten Kontrollverlust mit drei Gegentoren.

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