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Was wäre wenn...? : Selbst ein Sieg über Südkorea könnte nicht reichen

Schwedischer Frust und deutsche Freude: doch beide Teams stehen gleichauf in Gruppe F Bild: AP

Die Konstellation in der deutschen WM-Gruppe F ist vor dem letzten Spieltag kompliziert. Den Deutschen ist selbst bei einem Sieg das Weiterkommen nicht garantiert. Die Regelecke.

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          Der Jubel über den goldenen Schuss von Toni Kroos in der fünften Minute der Nachspielzeit war groß und berechtigt. Die deutschen Fußballer haben sich am eigenen Schopf aus dem Schlamassel gezogen. Dank ihres Sieges in letzter Sekunde gegen die Schweden haben sie es wieder selbst in der Hand, das Achtelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft zu erreichen.

          Doch ganz so selbstverständlich, wie es im ersten Moment erschien, ist der weitere Weg in dieser WM dann doch nicht vorgezeichnet. Im schlechtesten Fall würde sogar ein deutscher Sieg über Südkorea nicht ausreichen.

          Am dritten Spieltag am kommenden Mittwoch stehen sich zur gleichen Zeit (16.00 Uhr MESZ im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-WM) Südkorea und Deutschland in Kasan sowie Mexiko und Schweden in Jekaterinburg gegenüber. Die Chancen sind unterschiedlich verteilt, aber alle vier Mannschaften können noch weiter kommen.

          Die Tabellensituation in Gruppe F nach dem zweiten Spieltag:
          1. Mexiko (6 Punkte, 3:1 Tore)
          2. Deutschland (3 Punkte, 2:2 Tore)
          3. Schweden (3 Punkte, 2:2 Tore)
          4. Südkorea (0 Punkte, 1:3 Tore)

          Das Turnier-Reglement sieht folgende Kriterien zur Ermittlung der Plazierung vor:
          1. Punktzahl aus allen Gruppenspielen
          2. Tordifferenz aus allen Gruppenspielen
          3. Anzahl der erzielten Tore aus allen Gruppenspielen

          Deutschland erreicht sicher das Achtelfinale, wenn es mit mindestens zwei Toren Unterschied gegen Südkorea gewinnt. Ein Sieg mit nur einem Tor Differenz könnte dagegen nicht reichen, wenn zugleich Schweden ebenfalls mit einem Tor Unterschied gegen Mexiko gewinnt. Es käme es zu einem „toten Rennen“ an der Tabellen-Spitze: Mexiko, Schweden und Deutschland hätten dann jeweils sechs Punkte und eine Tordifferenz von +1.

          Angenommen Schweden siegte 2:1 und Deutschland nur 1:0, dann hätten Mexikaner und Schweden jeweils 4:3 Tore, die Deutschen dagegen nur 3:2 und wären ausgeschieden. Sollten beiden Spiele 2:1 ausgehen, wäre die Situation noch komplizierter, denn dann hätten alle drei Mannschaften 4:3 Tore erzielt.

          Nachfolgenden Kriterien müssten zu Rate gezogen werden:
          1. die Anzahl der Punkte aus den direkten Vergleichen
          2. die Tordifferenz aus den direkten Vergleichen
          3. die Anzahl der Tore aus den direkten Vergleichen

          Die Tabelle in der Tabelle unter Auslassung der Südkorea-Resultate ergäbe folgenden Stand:
          1. Schweden (3 Punkte, 3:3 Tore)
          2. Mexiko (3 Punkte, 2:2 Tore)
          3. Deutschland (3 Punkte, 2:2 Tore)

          Schweden wäre weiter. Um den zweiten Platz zwischen Deutschland und Mexiko müsste das nächste Kriterium zu Rate gezogen werden, die Fair-Play-Wertung, ermittelt anhand der Anzahl Gelber und Roter Karten in allen Gruppenspielen. Jede Gelbe Karte wird mit einem Minuspunkt gewertet, Gelb-Rot mit 3 und Rot mit vier Strafpunkten. Nach jetzigem Stand hat Deutschland fünf Punkte im Sündenregister (Gelb-Rot für Boateng, jeweils Gelb für Hummels und Müller). Mexiko (Gelb für Moreno und Herrera) dagegen nur zwei. Deutschland wäre ausgeschieden. Sollten sich die Zahl der Strafpunkte am letzten Spieltag noch ausgleichen, würde das Los entscheiden.

          Mexiko kommt jenseits aller Rechenspiele sicher weiter, wenn es mindestens ein Remis gegen Schweden holt oder gewinnt. Mexiko kann sich eine Niederlage leisten, wenn Deutschland nicht gegen Südkorea gewinnt oder wenn die eigene Niederlage nicht mit mehr als einem Tor Unterschied ausfällt, und Deutschland nicht mit mehr als einem Tor Unterschied gewinnt.

          Schweden kommt sicher weiter, wenn es mit mindestens zwei Toren Unterschied gegen Mexiko gewinnt. Ein Remis reicht den Schweden, wenn Deutschland gegen Südkorea verliert oder „niedriger“ Unentschieden spielt.

          Südkorea kann weiterkommen, wenn es gegen Deutschland gewinnt und Schweden gegen Mexiko verliert. Auch hier ergäbe sich bei zwei 2:1- oder 1:0-Siegen (für Südkorea und Mexiko) eine Dreier-Konstellation, nach der die Fairplay-Wertung oder das Los übers Weiterkommen entscheiden müsste. bei einem Sieg mit zwei Toren Differenz wären die Koreaner weiter, sofern Schweden nicht punktet.

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