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Deutsche Nationalmannschaft : Die Frage der Nation: Wo soll Lahm spielen?

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Philipp Lahm soll im Mittelfeld bleiben - so hat es das Trainerteam entschieden
Philipp Lahm soll im Mittelfeld bleiben - so hat es das Trainerteam entschieden : Bild: dpa

„Wir brauchen elf Spieler auf dem Platz, die zu hundert Prozent fit sind“, betonte Neuer. Der 28 Jahre alte Keeper des FC Bayern hatte mit spektakulären Rettungstaten großen Anteil daran, dass die DFB-Elf in Rio gegen die in Brasilien bisher überzeugenden Franzosen überhaupt noch antreten darf. Neuer würde die Rückkehr von Lahm in die Viererabwehrkette auch begrüßen: „Philipp bringt neuen Schwung, macht Druck auf der rechten Seite, bringt mehr Offensivkraft.“

Intensiv wurde im DFB-Basiscamp an der Atlantikküste bis zur Abreise in die Metropole Rio in der Nacht zum Donnerstag deutscher Zeit daran gearbeitet, die nach 120 intensiven Minuten gegen Außenseiter Algerien geschlauchten Spieler wieder fit zu bekommen. Am Mittwoch konnte der Gladbacher Christoph Kramer wegen Schüttelfrosts nicht an der leichten Einheit mit Fußballtennis und einigen Läufen teilnehmen. Shkodran Mustafi kann wegen eines Muskelbündelrisses in Brasilien nicht mehr spielen, soll aber beim Team bleiben.

„Wir halten nicht stur an einer Linie fest“: Torwarttrainer Andreas Köpke
„Wir halten nicht stur an einer Linie fest“: Torwarttrainer Andreas Köpke : Bild: dpa

Die im Achtelfinale gegen Algerien fehlenden Mats Hummels (Erkältung) und Lukas Podolski (Zerrung) sind laut Köpke dagegen wieder im Training. „Alle sind einsatzfähig“, verkündete der Löw-Assistent. Wenig später berichtete Bundestrainer Löw im ARD-Hörfunk allerdings, dass gleich mehrere Spieler erkältet seien. „Sieben Spieler sind irgendwie leicht grippeerkrankt“, sagte er in Santo und sprach von „Halsweh“.

Dies sei auf Faktoren wie Klimaanlagen, Reisestrapazen und unterschiedliche Temperaturen zurückzuführen, meinte Löw und ergänzte: „Ich hoffe, dass es bei allen jetzt gutgeht. Es ist nicht so schlimm im Moment. Ich will es nicht dramatisieren“, erklärte Löw, wies aber auch darauf hin: „Bei Mats Hummels hat es sich am zweiten Tag zum Negativen entwickelt. Das hoffe ich jetzt nicht.“ Womöglich müssen die Mediziner vor der Partie gegen Frankreich mit über die Startelf entscheiden. „Von daher ist es jetzt zu früh, um über die endgültige Aufstellung zu sprechen“, bemerkte Löw. Thomas Müller, der vor dem Algerien-Spiel leichte Halsschmerzen hatte, ist nicht betroffen.

Mit Andre Schürrle stach gegen Algerien ein Joker
Mit Andre Schürrle stach gegen Algerien ein Joker : Bild: dpa

Fit sein soll Bastian Schweinsteiger, der am Ende des Achtelfinales „kräftemäßig einfach völlig am Limit“ war, wie Löw festgestellt hatte. Jérome Boateng schleppt gleich mehrere Blessuren mit durch das Turnier. Für alle wird das Viertelfinale ein neuer Kraftakt: Für die Anstoßzeit in der Mittagssonne sind über 30 Grad vorausgesagt. Unabhängig von der Aufstellung sieht Löw im Torabschluss noch ein beträchtliches Verbesserungspotential: „Chancenauswertung und Effizienz müssen natürlich besser sein“, sagte der Bundestrainer, dessen Taktik gegen Algerien noch immer heiß debattiert wird. Zudem muss die Fehlerquote im Spielaufbau reduziert werden.

„Je weiter man kommt, umso weniger können wir uns erlauben. Wir müssen uns auf jeden Fall noch steigern“, sagte Manager Oliver Bierhoff vor der Neuauflage des WM-Klassikers gegen Frankreich. 1982 und 1986 gewann Deutschland das WM-Halbfinale gegen den Nachbarn, 1958 ging das unbedeutende kleine Finale um Platz drei verloren. Eingebrannt hat sich vor allem das Drama von Sevilla 1982, das von einem bösen Foul von Torwart Toni Schumacher an Patrick Battiston überschattet wurde.

„Wir brauchen elf Spieler auf dem Platz, die zu hundert Prozent fit sind“: Torwart Manuel Neuer
„Wir brauchen elf Spieler auf dem Platz, die zu hundert Prozent fit sind“: Torwart Manuel Neuer : Bild: dpa

Löw will sich mit der Vergangenheit nicht aufhalten: „Damit beschäftigen wir uns überhaupt nicht.“ Vielmehr geht es darum, wie man den aktuellen Qualitäten des französischen Teams beikommen kann. „Man hat ganz genau gesehen in der Gruppenphase oder im Spiel gegen Nigeria, wie stark die Franzosen sind“, erklärte der 105-malige Nationalspieler Schweinsteiger in der ARD. „Sie haben sehr gute Einzelspieler in ihren Reihen, die sehr hohe Qualität haben. Aber sie spielen auch als Mannschaft.“

WM-Torjäger Thomas Müller will auf jeden Fall noch ein zweites Mal nach Rio - zum Endspiel. Deshalb zählt für ihn auch im Viertelfinale nur das Ergebnis: „Mir ist es wirklich egal, wie wir die Spiele gewinnen“, erklärte Müller. Per Mertesacker erwartet „ein komplett anderes Spiel“ als gegen Algerien: „Wir freuen uns aufs Maracanã.“

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