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Aufregung auf DFB-Website : „Das muss eine Panne sein. Das macht mich richtig sauer“

  • Aktualisiert am

„Das darf nicht passieren“: DFB-Teammanager Oliver Bierhoff wird überrascht und reagiert deutlich. Bild: EPA

Auf der DFB-Website taucht ein Poster auf ohne vier Spieler. Ist das schon ein sicherer Hinweis auf die, die nicht mit zur WM dürfen? Oliver Bierhoff reagiert mit scharfen Worten. Dabei ist alles ganz anders als zunächst gedacht.

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          Eine Veröffentlichung auf der DFB-Website hat im Trainingslager der deutschen Nationalmannschaft zunächst für Verwirrung und sogar Verärgerung gesorgt. Dabei ist diese Aufregung gar nicht gerechtfertigt. In einem Eintrag wurden die Spieler des WM-Kaders in Gebärdenschrift vorgestellt – ohne Torhüter Kevin Trapp, Abwehrmann Jonathan Tah, Mittelfeldspieler Sebastian Rudy und Stürmer Nils Petersen. „Das muss eine Panne sein. Ich weiß auch nicht, wie das zustande gekommen ist, dem gehe ich aber hinterher. Das darf nicht passieren. Das macht mich richtig sauer“, sagte Teammanager Oliver Bierhoff bei der Pressekonferenz am Donnerstag in Eppan in einer ersten Reaktion, nachdem er von einem Journalisten unvorbereitet darauf angesprochen wurde.

          Bierhoff betonte: „Es ist kein Hinweis auf die finale Nominierung.“ Und das darf man ihm glauben, zumal das Poster schon vor drei Tagen auf der Seite veröffentlicht wurde. Bundestrainer Joachim Löw muss bis Montag (12.00 Uhr) noch vier Spieler aus seinem bisher 27-köpfigen Kader für die Fußball-WM in Russland streichen. Trapp, Tah, Rudy und Petersen gehören zu den Kandidaten, die kein persönliches WM-Ticket bekommen könnten. Dass durch die Abbildung vom Donnerstag aber schon gesichert sein soll, wer nicht mit nach Russland reicht, ist nicht anzunehmen. An diesem Samstag (18.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zu Länderspielen und im ZDF) bestreitet die Nationalmannschaft aber noch ein Länderspiel in Klagenfurt gegen Österreich. Die Eindrücke dieses Tests sollen auch noch in die finale Kader-Auslese einfließen.

          Spielplan der Fußball-WM 2018 in Russland

          Der DFB erklärte die Panne mit einem Missverständnis. Auf der Website sei ein Plakat zu sehen, das die „Mühlezeitung“, eine Schülerzeitung der Schule Haslachmühle im baden-württembergischen Horgenzell, in Zusammenarbeit mit der Aktion Mensch, dem Deutschen Fußball-Bund und dem Dachverband Deutscher DEAF Fanclubs e.V. (DDDF) schon vor längerer Zeit erstellt habe. Das Poster, das hier als PDF zu finden ist, soll dazu beitragen, „dass sich Fußballbegeisterte mit und ohne Behinderung gemeinsam über die WM verständigen können“, heißt es auf der Internetseite. Die Auswahl des Kaders fand schon vor einiger Zeit durch die jungen Redakteure statt. Später am Donnerstag gab der DFB eine Pressemitteilung heraus mit aufklärenden Details der Aktion.

          Die Darstellung des DFB klingt bei genauem Hinsehen noch plausibeler. Denn im Kleingedruckten steht auf dem Poster: „Dieses Plakat entstand zur Fußball-WM 2018. Das endgültige WM-Aufgebot stand bei Drucklegung noch nicht fest.“ (siehe Bild unten) Viel Aufregung also um nichts. Und es geht noch weiter: Schon zur WM 2014 wurde ein ähnliches Poster gestaltet – ohne dass es einen Aufschrei gab. Damals wurden auch nur 23 Spieler abgebildet. Darunter waren allerdings Marcell Jansen, Marcel Schmelzer, Lars Bender, Marco Reus und Kevin Volland. Sie alle standen aber gar nicht im endgültigen WM-Kader von Löw und wurden demnach auch nicht Weltmeister in Rio. Es besteht also noch berechtigte Hoffnung für Trapp, Tah, Rudy und Petersen. Spätestens am Montag sind alle schlauer.

          Bild: F.A.Z.

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