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Deutsches WM-Aus : Es hätte früher und heftiger knallen müssen

Deutschland nach der Pleite. Bild: Greser & Lenz

Die größten Fehler macht man im Erfolg. Doch nach dem Titelgewinn 2014 bei der WM in Brasilien war der ganze DFB geblendet. Nun ist klar: In der Zeit wurden Schwächen und Gefahren übersehen.

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          Gegen sechs Uhr herrscht nach der tiefschwarzen Nacht für den deutschen Fußball schon wieder emsige Geschäftigkeit auf der Ulitsa Baumanova. In der Einkaufsstraße werden an diesem strahlend schönen Morgen die Spuren der großen Party des Vorabends beseitigt, als Musikbands spielten und Fans aus vielen verschiedenen Ländern feierten. Es wird ausgiebig gefegt, und als die Straße wieder so besenrein ist, als wäre nichts gewesen, kommen auch noch die Wagen mit den Wasserbürsten. Es wird noch einmal feucht durchgewischt – wenn das für den Deutschen Fußball-Bund (DFB) doch auch nur so schnell ginge und einfach wäre, alles wieder im besten Licht erscheinen zu lassen.

          Fussball-WM 2018
          Peter Penders
          (pep.), Sport

          Manches, was am Vorabend nach diesem krachenden Aus bei der WM gesagt wurde, überraschte schon beim ersten Hinhören und bekam keinen besseren Klang, wenn man es länger hatte wirken lassen. Von einer „gewissen Selbstherrlichkeit“, die er schon im Vorfeld der WM ausgemacht hatte, sprach der Bundestrainer, und wer hätte ihm da schon widersprechen sollen? Dieses Mal hätte man es ja wenigstens gedurft – als Joachim Löw am Ende des Trainingslagers seinen endgültigen WM-Kader verkündete, waren Nachfragen ausdrücklich nicht erlaubt. Der Bundestrainer duldete keine Kritik, und manchmal war er einfach auch nicht zu sprechen und zeigte sich wie etwa in Sotschi nur in gelassener Pose für die Fotografen am Strand.

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