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Fazit des DFB-Trainingslagers : Auf den richtigen Geist kommt es an

Noch fehlt der absolute Klarblick gen Russland: Thomas Müller sieht aber nicht schwarz. Bild: dpa

Yoga und Meditation statt Grenzerfahrungen: Im DFB-Trainingslager in Eppan ist es ruhiger geworden. In den Fokus für die WM in Russland rücken nun wieder jene Spieler, die 2010 genau dort ihre ersten Schritte im deutschen Team unternahmen.

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          Die Zeit in Eppan geht dem Ende entgegen. Schon am Dienstag hielt ein Sattelschlepper vor der Sportzone Rungg, wo Joachim Löw und seine Spieler an diesem Donnerstagmorgen zum letzten Mal trainieren, ehe es am Nachmittag zurück nach Deutschland geht. Am Freitag dann, in Leverkusen gegen Saudi-Arabien (19.30 Uhr im FAZ.NET-Liveticker), steht der letzte WM-Test auf dem Programm, am Dienstag dann der Sonderflug nach Moskau. Und so ist die große Frage jetzt, ob in Eppan, wo schon wieder abgebaut wird, etwas Bleibendes entstanden ist. So, wie 2010, als eine junge deutsche Mannschaft sich fand und ihre ersten Schritte auf einem Weg unternahm, der 2014 mit dem WM-Triumph in Rio de Janeiro endete.

          Christian Kamp
          Sportredakteur.

          Tatsächlich, kann man sagen, gibt es zwei Keimzellen für diesen Erfolg, den Gewinn der U-21-EM 2009 in England, und eben das Trainingslager 2010 in Eppan, in dem diese Generation ins Nationalteam drängte. Mit Unbekümmertheit, fast noch jugendlicher Frische – und Erfahrungswerten, die man sich heute noch einmal vor Augen führen muss. Manuel Neuer etwa hatte damals gerade einmal vier Länderspiele absolviert, als er den Wettstreit um den Rang als Nummer eins im Tor für sich entschied, gegen einen Mann namens Wiese. Oder Sami Khedira, drei Länderspiele, der nach etlichen Ausfällen den Platz neben Bastian Schweinsteiger im Zentrum ausfüllte. Oder Thomas Müller, ein Länderspiel, der gerade seine erste richtige Saison mit dem FC Bayern hinter sich hatte und in Eppan erst einmal durch einen Fahrradsturz auf sich aufmerksam machte, bei dem er sich Abschürfungen zuzog und eine Platzwunde am Kinn, die genäht werden musste. Er habe Glück gehabt, sagte er damals. In demselben Interview, in dem er sich überrascht zeigte, dass die Trikots in Südafrika nicht nur mit Nummern, sondern auch mit Namen bedruckt sein würden: 13 und Müller – das wirkte damals noch wie ein gewagtes deutsches Versprechen, das dann aber eingelöst wurde.

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