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Siegesfeier in der Hauptstadt : Berlin wartet auf unsere Weltmeister

  • Aktualisiert am

Der Siegerflieger „Fanhansa“ ist zwei Stunden später in Rio abgeflogen. Bild: dpa

Der Weltmeister-Flieger ist mit zwei Stunden Verspätung in Rio gestartet. Am Mittag werden Deutschlands Helden dann aber endlich am Brandenburger Tor sein. Für gute Plätze haben manche Fans sogar dort übernachtet.

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          Schon lange vor der offiziellen Eröffnung der Fanmeile
          haben sich die Fußball-Anhänger in Berlin eingefunden, um auf die Weltmeister zu warten. Manche hatten nach Augenzeugenberichten in ihren Autos übernachtet, um sich gute Zuschauerplätze zu sichern.

          Erwartet werden mehr als hunderttausend Fans am Brandenburger Tor, um die Nationalspieler nach ihrem Titel-Coup in Brasilien zu ehren. Die Anhänger der deutschen Elf müssen allerdings Geduld aufbringen. Denn wegen eines Kratzers am „Fanhansa Siegerflieger“ und der Untersuchung der Schäden waren die deutschen Fußball-Weltmeister erst mit zwei Stunden Verspätung um 23.00 Uhr (MESZ) in Rio de Janeiro abgeflogen.

          Statt um 09.00 Uhr wird das Flugzeug nun erst gegen 10.00
          Uhr in der Hauptstadt erwartet. Deshalb wird sich auch die Feier auf der Fanmeile am Brandenburger Tor zeitlich verschieben. Dann wird es aber endlich soweit sein: Die Fußball-Stars, die zuvor vier Wochen lang auf großen Bildschirmen am Brandenburger Tor zu sehen waren, stehen dann real auf der Hauptstadt-Bühne.

          1,2 Kilometer Fanmeile

          Für den etwa einstündigen Empfang des Teams wurde die Hauptbühne vor dem Brandenburger Tor am Montag um einen 30 Meter langen Laufsteg erweitert, der über den Platz des 18. März und durch die Menge der versammelten Fans führen wird. Gegenüber der Hauptbühne hängt ein großes Transparent an einer Tribüne: „Danke Jungs. Weltmeister 2014“.

          Die Fußballer um Kapitän Philipp Lahm, den Siegtorschützen Mario Götze und Trainer Joachim Löw werden voraussichtlich von Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) begrüßt. In den hinteren Bereichen der 1,2 Kilometer langen Fanmeile können die Fans den Auftritt auf den großen Bildschirmen sehen.

          Vor der Feier können sich die Spieler noch kurz in der Commerzbank am Pariser Platz frisch machen und umziehen. Für die Besucher öffnet die Fanmeile schon am frühen Morgen. Das Bühnenprogramm beginnt um 8.00 Uhr.

          Zweimal hat die Fußball-Nationalmannschaft bisher nach einem Turnier die Fanmeile in Berlin besucht: 2006 und 2008. Doch noch nie hat sie in der Hauptstadt einen Titel gefeiert. Nach der Weltmeisterschaft 2006 im eigenen Land bejubelten Hunderttausende Fußballenthusiasten das Team mit Bundestrainer Jürgen Klinsmann. Die Fußballer um Kapitän Michael Ballack und Torwart Jens Lehmann bedankten sich für die Unterstützung der Fans, obwohl sie nur den dritten Platz erreicht hatten. Die Straße des 17. Juni war ein gigantisches schwarz-rot-goldenes Fahnenmeer. Klinsmann rief der begeisterten Menge zu: „Tausend, tausend, tausend Dank, Ihr seid phantastisch. Das ist unglaublich.“

          2008 begrüßten dann Hunderttausende die deutschen Fußballer, die gerade Vize-Europameister geworden waren. Die Truppe von Trainer Joachim Löw fuhr mit zwei Bussen vor. Auf einem Papp-Pokal stand „Danke“, auf einem Transparent „Ihr seid die Besten“. Als Jens Lehmann als erster auf die riesige Bühne kam und einen Ball in die Massen schoss, klatschten die Fans. Die Kicker präsentierten sich nach der Niederlage im EM-Endspiel gegen Spanien zwar locker, aber nicht in Jubellaune.

          Auch der dritte Platz bei der WM 2006 wurde in Berlin gefeiert
          Auch der dritte Platz bei der WM 2006 wurde in Berlin gefeiert : Bild: dpa

          Noch mehr Menschen als am Dienstag, wenn die Titelträger 2014 gefeiert werden, waren vor 60 Jahren auf den Beinen, um die erste deutsche Weltmeister-Mannschaft in der Heimat zu empfangen. Ein Überblick über die Feierlichkeiten nach WM-Titeln:

          1954: Die „Helden von Bern“ kehrten per Bahn nach Hause zurück. Schon kurz hinter der Schweizer Grenze bei Schaffhausen gab es kaum noch ein Durchkommen für den Sonderzug mit den Weltmeistern. Auf jedem Bahnhof auf dem Weg nach München warteten Menschenmengen, um Fritz Walter und Co. zu feiern. Mehr als eine Million Fans an den Gleisen bereiteten dem Nationalteam einen begeisterten Empfang.

          1974: Die Feier des zweiten deutschen Weltmeistertitels 20 Jahre später stand unter keinem guten Stern. Die Party-Laune beim WM-Bankett in einem Münchner Hotel verflog rasch, als klar wurde, dass die Spielerfrauen keinen Zutritt zum Festsaal hatten. Gerd Müller und Paul Breitner erklärten ihren Rücktritt aus dem DFB-Team. Auch Jürgen Grabowski und Wolfgang Overath traten als Weltmeister ab.

          1990: Strahlender Sonnenschein empfing die Weltmeister von 1990 bei ihrer Ankunft aus Rom am Frankfurter Flughafen. Nach durchfeierter Nacht waren Lothar Matthäus und seine Mitstreiter auf dem Römerberg zwar kaum noch bei Stimme, dafür aber bester Stimmung. Rund 20.000 Fans umjubelten das Team von Franz Beckenbauer bei der Rückkehr in der Heimat.

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