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WM-Aus für Nationalmannschaft : Der deutsche Sturz in den Abgrund

Endstation Gruppenphase: Die deutsche Nationalmannschaft um David Raum verpasst das Achtelfinale. Bild: Reuters

Die Fußball-WM ist für die deutsche Nationalmannschaft auch nach einem Sieg im abschließenden Spiel gegen Costa Rica beendet. Die DFB-Auswahl verabschiedet sich als Gruppendritter aus Qatar.

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          Am Donnerstagabend sind drei neue Namen in die Geschichte des deutschen Fußballs eingegangen: Ao Tanaka, Yeltsin Tejeda und Juan Pablo Vargas. Der eine kommt aus Japan, die anderen beiden aus Costa Rica. Sie, die No-Names, waren es, die die deutsche Fußballnationalmannschaft, in der auch an diesem Abend Champions-League-Sieger und Weltmeister spielten, in den Abgrund schauen ließen.

          Fußball-WM 2022
          Christopher Meltzer
          Sportkorrespondent in München.

          Im Khalifa International Stadium schoss der Japaner Ao Tanaka in der 51. Minute das 2:1 gegen Spanien.

          Im al-Bayt-Stadium schoss der Costa Ricaner Yeltsin Tejeda in der 58. Minute das 1:1 gegen Deutschland.

          Im al-Bayt-Stadium schoss der Costa Ricaner Juan Pablo Vargas in der 70. Minute das 2:1 gegen Deutschland (das die FIFA später als Eigentor von Neuer sah).

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          In diesen Momenten stand fest: Das nächste deutsche WM-Vorrunden-Aus, das nächste deutsche WM-Debakel ist nicht nur möglich, sondern sogar sehr, sehr wahrscheinlich. Und als die Spiele dann vorbei waren, war die deutsche Nationalmannschaft trotz ihrer beachtlichen Willensleistung, die spät noch zum 2:2 traf, 3:2 und sogar 4:2 führte, tatsächlich in den Abgrund gestürzt.

          Am Ende dieses dramatischen dritten Spieltags in der Gruppe E muss man die Ergebnisse an dieser Stelle schnell sortierten: Die Fußballnation Spanien verlor 1:2 gegen Japan – und ist, wie auch Japan, das Gruppensieger wurde, ins Achtelfinale eingezogen. Die Fußballnation Deutschland siegte 4:2 gegen Costa Rica – und ist, wie auch Costa Rica, ausgeschieden.

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          Aus deutscher Sicht endete an diesem Abend eine Weltmeisterschaft, in der man von Anfang an nie das Gefühl hatte, dass sie eine Weltmeisterschaft der Deutschen werden sollte. Und das, obwohl die Mannschaft wenigstens an diesem Donnerstag vielversprechend angefangen hatte.

          Es waren an diesem Abend, an dem Deutschland gewinnen musste, nur neun Minuten gespielt, als Joshua Kimmich, der als Rechtsverteidiger anfing, von seiner Seite so präzise flankte, dass Thomas Müller, der Mittelstürmer, im Strafraum frei köpfen konnte. Der stellte sich dabei nicht so gut an, aber Ball und Botschaft waren davor angekommen: Die Deutschen wussten, was sie wollten. Und nur eine Minute kamen erste Mal am Ziel an. Nicht über die rechte Seite, aber über die linke.

          Dort flankte David Raum, der auch im dritten Vorrundenspiel starten durfte, so präzise wie davor Kimmich in den Strafraum – und Serge Gnabry, einer von sieben FC-Bayern-Spielern in der Startformation, köpfte genauer als Müller. Der Torhüter von Costa Rica, der sprunggewaltige Keylor Navas, streckte sich und konnte doch nichts machen. 1:0 für Deutschland. An der Seitenlinie umarmten sich die Spieler, Trainer, Betreuer.

          Fussball-WM 2022

          Spätestens in diesem Moment der Freude musste man aber daran erinnern, dass die Deutschen, solange sie selbst nicht noch sieben Tore schießen und kein Gegentor kassieren würden, sich für einen Achtelfinalplatz nicht nur auf sich verlassen konnten. Sie waren auf die Spanier angewiesen, die im Parallelspiel gegen Japan mindestens einen Punkt holen mussten. Dafür sprach einiges, wenn auch manche spanische Reporter im Stadion an den Vorzug erinnerten, der ein zweiter Gruppenplatz wegen des möglichen Gegners im Viertelfinale (nicht Brasilien!) habe. Und dann war doch diese etwas merkwürdige Meldung, in der die Verbände aus Spanien und Japan vor dem Spiel verkündeten, dass sie in Zukunft zusammenarbeiten wollen.

          Auf dem Rasen deutete dagegen nichts auf eine Zusammenarbeit hin. In der 13. Minute schoss der spanische Stürmer Álvaro Morata, der schon gegen Deutschland getroffen hatte, das 1:0. In diesem Moment war Deutschland weiter.

          Und im al-Bayt-Stadium machten die Spieler weiter. Sie kombinierten sich in der ersten Halbzeit immer wieder in den Strafraum, doch das zweite Tor wollte nicht fallen. Weder bei einem Kopfball von Leon Goretzka (14.). Noch bei einem Schuss von Jamal Musiala (36.), der sich fast Angriff für Angriff in den Strafraum schlängelte. Und nicht bei einem Schuss von Serge Gnabry (40.). 

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