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DFB-Team gegen Saudi-Arabien : Ein unüberhörbares Tief vor der WM

Nach großer WM-Begeisterung sieht das noch nicht aus bei der deutschen Nationalmannschaft. Bild: EPA

Deutliche Pfiffe gegen Gündogan und ein mühsames 2:1 gegen Saudi-Arabien: Das deutsche Fußball-Nationalteam reist mit einer erheblichen atmosphärischen Hypothek zur WM nach Russland.

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          Eine knappe Stunde lang sah es am Freitagabend so aus, als würde die deutsche Nationalmannschaft den letzten Stimmungstest vor der Weltmeisterschaft locker und leicht bestehen. Dann aber zeigte sich, dass die Dinge doch nicht so einfach sind, wie man es sich beim Weltmeister wünscht und macht. Die Pfiffe jedenfalls, die Ilkay Gündogan galten, als der zur Einwechslung bereitstand, und die noch einmal anschwollen, als er den Platz betrat, bedeuteten ein unüberhörbares Tief in der Leverkusener Arena und setzten sich bei jedem Ballkontakt Gündogans fort.

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          Es war wie schon am Samstag in Österreich – nur noch eine Spur heftiger. Mit einem Mal lag etwas Schweres über dem bis dahin so beschwingten Abend, an dem die Deutschen Saudi-Arabien 2:1 bezwangen, dabei aber auch nur in ausgewählten Momenten und insgesamt bei weitem nicht überzeugten. Timo Werner (11. Minute) und ein Eigentor von Omar Hawsawi (43.) sorgten noch vor der Pause für eine 2:0-Führung. Auch davor und danach spielte sich die Mannschaft von Joachim Löw noch die eine oder andere gute Gelegenheit heraus und bekam einen Treffer von Müller zu Unrecht wegen Abseits aberkannt (42.). Doch auch der 67. der Weltrangliste war schlau und frech genug, einige deutsche Schwächen aufzudecken, so wie das schon am Samstag die Österreicher bei ihrem 2:1-Sieg in Klagenfurt getan hatten.

          Kurz vor Schluss ernteten die Saudis dafür den Lohn. Den schwach geschossenen Elfmeter von Mohammed Al-Sahlawi konnte der zur Pause für Manuel Neuer eingewechselte Marc-André ter Stegen zwar noch parieren, beim Nachschuss von Taisir Al-Jassim aber war er machtlos (85.). Zuvor war Al-Jassim im Zweikampf mit Sami Khedira zu Fall gekommen – eine harte Entscheidung. In der Schlussminute dann hätten die Deutschen sogar beinahe noch den Ausgleich hinnehmen müssen, doch Mats Hummels und Jonas Hector klärten mit vereinten Kräften und in allerhöchster Not. „Wir haben heute viele Chancen vergeben und viele Chancen zugelassen. Am Ende hatten wir sogar noch Glück“, sagte Löw und ergänzte: „Wenn es losgeht, werden wir da sein.“

          Nach diesem Abschied vom Heimpublikum, der so ganz anders als erhofft verlief, haben die Spieler drei Tage frei. Am Dienstag dann sieht man sich am Frankfurter Flughafen wieder. Um 13 Uhr soll der Sonderflug nach Moskau abheben. Nach Lage der Dinge reist das Nationalteam mit einer erheblichen politischen und atmosphärischen Hypothek nach Russland, deren mögliche Rückwirkungen auch auf das Teamklima noch nicht abzusehen sind. Von der Einheit mit dem Publikum zumindest, die Teammanager Oliver Bierhoff beschworen hatte, konnte keine Rede sein in Leverkusen.

          Bierhoff selbst war schon vor dem Anpfiff mit den Reportern der ARD in Disput geraten. Er warf ihnen und den Medien vor, das Thema um Gündogan, den in Leverkusen verletzt pausierenden Mesut Özil und deren Fotos mit dem türkischen Staatschef Erdogan weiter zu schüren – aus seiner Sicht unnötigerweise. „Ihr beendet es doch nicht, ihr bringt es doch jeden Tag wieder, weil ihr keine Themen habt“, sagte er. Und: „Ihr könnt die Fragen auch stellen. Ihr müsst nur akzeptieren, wenn einer sagt: Darüber rede ich nicht mehr.“ Doch offenbar herrscht weiter Erklärungsbedarf, anders waren die Reaktionen des insgesamt eher familiär geprägten Publikums in der Bayarena nicht zu verstehen. Am Ende war zwar auch aufmunterndes Klatschen für Gündogan zu hören – es gewann aber nicht nennenswert an Dynamik.

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