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Analyse des WM-Endspiels : Darum ist Deutschland ein verdienter Weltmeister

Momente von Glück und Trauer: Deutschland feiert, Argentinien leidet Bild: AP

Das WM-Finale ist ein extrem spannendes Spiel – und bringt einen verdienten Sieger hervor, wie die Auswertung der Statistik zeigt: Die DFB-Elf lernt im Laufe der Partie hinzu und reagiert weltmeisterlich.

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          Eine Taktikanalyse hat Bundestrainer Joachim Löw nach dem 1:0-Sieg nach Verlängerung im WM-Finale gegen Argentinien mit Sicherheit nicht mehr vorgenommen. Warum auch? Die Mannschaft feierte in Rio den vierten Titel ausgiebig und fliegt später zurück nach Deutschland – wo in Berlin am Dienstag der Empfang für die Weltmeister ansteht.

          Tobias Rabe

          Verantwortlicher Redakteur für Sport Online.

          Ein Blick auf die Statistik vom Finale lohnt sich dennoch, zeigt sie doch beeindruckende Werte und die Erkenntnis: Die DFB-Elf hat das Spiel verdient gewonnen. Zwar kamen die Argentinier zu genauso vielen Torschüssen (10), doch Deutschland gewann 53,6 Prozent der Zweikämpfe und starke 63,3 Prozent der Kopfballduelle. Interessant: Die Südamerikaner bevorzugten viel öfter den langen Pass, während die Deutschen über Kurzpässe zum Erfolg kam. Und auch wenn der Eindruck beim Anblick von Kramer, Schweinsteiger und Co. ein anderer war: Die DFB-Elf beging 20 Fouls, Argentinien nur 16.

          Bei der Verteilung der Aktionen in Spielfelddrittel wird deutlich, dass der neue Weltmeister eine bessere erste Halbzeit spielte. Im zweiten Durchgang verlagerten sich die Ballkontakte dann gleichmäßig auf dem Spielfeld. In der ersten Hälfe der Verlängerung war wieder Deutschland überlegen, nach dem 1:0 warfen dann die Argentinier alles nach vorne. (Wählen Sie die einzelnen Zeiträume über das Menü aus.)

          Sehr interessant ist die Auswertung der Angriffsseiten: In der ersten Halbzeit kam die deutsche Elf noch vermehrt durch die Mitte, merkte dann aber, dass die Argentinier dort kaum ein Durchkommen zuließen. Im zweiten Durchgang ging deutlich mehr über außen. Das steigerte sich noch in der Verlängerung. Zunächst war die rechte Seite von Philipp Lahm und Thomas Müller die bevorzugte Wahl. In den letzten 15 Minuten ging es aber mehr über links – von dort leitete auch Andre Schürrle den Siegtreffer von Mario Götze mit einer Flanke ein. (Wählen Sie die verschiedenen Zeiträume aus.)

          In der Entstehung des goldenen Treffers wird deutlich, dass die DFB-Elf immer wieder mit Seitenverlagerungen arbeitete, um Lücken in der massiven argentinischen Defensive zu finden – in der 113. Minute mit durchschlagendem Erfolg. (Wählen Sie über das Menü die verschiedenen Chancen und das Tor in der Entstehung aus.)

          Auch in der „Heatmap“ zeigt sich, wie sehr die Deutschen das Spiel in der ersten Halbzeit in die gegnerische Hälfte verlagerten. Erstaunlich auch, wie stark Mesut Özil im Spielverlauf seine Freiheit auf der zentralen Position ausnutzte und fast überall zu finden war. Auch der Offensivdrang von Außenverteidiger Philipp Lahm wird so sehr deutlich. (Wählen Sie die einzelnen Spieler oder Mannschaften durch Anklicken aus.)

          Lahm und Bastian Schweinsteiger, die erfahrenen Spieler der DFB-Elf, wurden ihrer Position als Führungsspieler gerecht. Immer wieder bauten sie das Spiel auf und waren anspielbar. (Wählen Sie die einzelnen Spieler und die Top-Kombinationen aus.)

          Keine Frage, die Mannschaftsleistung war großartig. Und was hat jeder Einzelne zum großen Triumph beigetragen? (Wählen Sie die Daten und Aktionen der Spieler aus.)

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