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DFB-Team vor England-Spiel : Von Zweifeln will Flick nichts wissen – im Gegenteil

„So ein Spiel wie gegen Ungarn gehört dazu“: Bundestrainer Hansi Flick Bild: AFP

Trotz des 0:1 gegen Ungarn ist die Vorfreude beim Bundestrainer auf das Duell mit England groß. Ter Stegen steht im Tor, auch Musiala darf starten. Zudem gibt es eine Einigung bei den WM-Prämien.

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          Nochmal gegen Ungarn? Hansi Flick würde das gefallen. Jedenfalls sagte er das am Sonntagabend im Pressekonferenzraum des Wembley-Stadions, als er gefragt wurde, ob England als Gegner jetzt gerade recht kommen würde. Der Grund? „Um zu zeigen, dass wir Mittel gegen sie haben.“ Überhaupt machte Flick einen ziemlich aufgeräumten Eindruck, als er mit Hemd und Sakko im Medienraum erschien. Englischen Boden, das merkte man, hat der Bundestrainer immer gern unter den Füßen.

          Nations League
          Christian Kamp
          Sportredakteur.

          Die Premier League: „Die beste Liga der Welt“. Das Stadion: „Eines der schönsten, die es auf dieser Erde gibt.“ Der Gegner: „Eine tolle Mannschaft“. Das klang nach uneingeschränkter Vorfreude auf das Duell an diesem Montagabend (20.45 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Nations League und bei RTL). Spuren, die das 0:1 gegen die Ungarn am Freitag in Leipzig hinterlassen haben könnte? Suchte man vergeblich beim Bundestrainer. Es gebe zwar etwas gutzumachen, sagte er, aber: „So ein Spiel wie gegen Ungarn gehört dazu.“ Von Zweifeln wollte Flick nichts wissen – im Gegenteil: „Es geht darum, den Spielern das Vertrauen zu schenken, sie zu bestärken.“ Alle Blicke nach vorn also.

          Einen Grund für die schwache Leistung von Leipzig, insbesondere in der ersten Hälfte, hat Flick in den Köpfen ausgemacht. „Die Spieler haben noch andere Dinge im Kopf, damit hat gerade jede Nationalmannschaft zu tun“, sagte er, gerade bei den großen Nationen. So wie die Spanier, die 1:2 gegen die Schweiz verloren. Der hohe Rhythmus, insbesondere in der Champions League – das wirke sich auf die Auftritte im Nationalteam aus.

          Ter Stegen wieder im Tor

          Für die WM und mögliche Auswirkungen auf das Selbstbewusstsein sei er nicht beunruhigt. „Wenn am Ende der 26-Mann-Kader klar ist, bin ich absoluter Überzeugung, dass das nochmal einen richtigen Schub gibt.“ Wie ein Schauspieler wirkte Flick dabei ganz und gar nicht. Die Haltung dürfte durchaus seiner Überzeugung entsprechen. „Ich bin eigentlich immer positiv eingestellt und vertraue der Mannschaft absolut.“ Er sei mit der Mannschaft noch einmal die Automatismen durchgegangen, an denen es – neben der nötigen Überzeugung – gehapert habe.

          Was die konkrete Besetzung für das England-Spiel angeht, gab Flick nicht allzu viel preis. Im Vergleich zum Ungarn-Spiel fehlen ihm auch Antonio Rüdiger wegen einer Gelbsperre und Lukas Nmecha, der über Kniebeschwerden klagt, beide haben die Reise nach London nicht mitgemacht. Vorher hatte der Bundestrainer schon auf Manuel Neuer, Leon Goretzka (beide Corona-Infektion) und Julian Brandt (Erkältung) verzichten müssen. Weitere Nachnominierungen nahm er nicht vor.

          Wer Rüdigers Platz in der Innenverteidigung einnehmen wird, an der Seite von Niklas Süle, blieb offen. Neben Süles Dortmunder Klubkollegen Nico Schlotterbeck nannte Flick auch Matthias Ginter und Armel Bella Kotchap als Möglichkeiten. Im Tor wird wieder Marc-André ter Stegen stehen. Einen Platz weiter vorn hat Flick diesmal für Jamal Musiala. Das zumindest verriet der Bundestrainer am Sonntagabend schon mal in Anwesenheit des Münchner Mittelfeldspielers.

          Alles andere wäre auch eine Überraschung gewesen, nicht nur wegen Musialas englischer Wurzeln. Auch der 19-Jährige wirkte vom 0:1 vom Freitag nicht sonderlich beeindruckt. „Nach so einem Spiel ist es nervig für jeden von uns“, sagte er, aber Anlass zu grundsätzlichem Grübeln gebe es nicht. „Wir wissen, welche Qualität wir haben.“ Ob Musiala in der Offensivreihe oder als „Sechser“ zum Zug kommen wird, darüber dürfen die Hobby-Bundestrainer noch spekulieren.

          Eine Einigung hat es unterdessen in einer anderen Frage gegeben. Am Rande des Länderspiels gegen Ungarn in Leipzig verständigten sich eine DFB-Delegation um Präsident Bernd Neuendorf und ein Spielerquartett mit Kapitän Neuer, Thomas Müller, Joshua Kimmich und Ilkay Gündogan auf die WM-Prämien. Das Ergebnis: Für den Gruppensieg würde jeder Spieler 50.000 Euro erhalten, für das Erreichen des Viertelfinales 100.000 Euro, für das Erreichen des Halbfinales 150.000 Euro.

          Für die ersten drei Plätze auf dem Siegertreppchen würden 200.000, 250.000 oder, im Falle des WM-Siegs, 400.000 Euro ausgezahlt. Damit würden die Spieler 50.000 Euro mehr bekommen als 2018 in Russland, wo es für den WM-Gewinn 350.000 Euro gegeben hätte. Im Vergleich zur EM im Sommer 2021 hätte sich bei der Titelprämie allerdings nichts geändert. Bei den Frauen wäre ein Titel bei der EM im Sommer mit 60.000 Euro pro Spielerin honoriert worden.

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