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Dänische WM-Trikots : „Ein Protest gegen Qatar und seine Menschenrechts-Bilanz“

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Bauarbeiter erneuern Wege in der Innenstadt von Doha: Qatar wird für den Umgang mit ausländischen Arbeitern immer wieder kritisiert (Archivbild). Bild: dpa

Die dänische Fußball-Nationalmannschaft will mit schwarzen WM-Trikots gegen die Menschenrechtsverletzungen in Qatar protestieren. Sowohl der Fußball-Verband als auch der Ausrüster wollen auf den Trikots nicht sichtbar sein.

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          Die dänische Fußball-Nationalmannschaft will mit ganz in Schwarz gehaltenen Trikots bei der WM in Qatar ein Zeichen gegen die Ausbeutung von Arbeitern und die dortigen Menschenrechtsverletzungen setzen. „Dies ist ein weiterer Weg, um zu zeigen, dass wir einige Dinge an der Ausrichtung der Weltmeisterschaft in Qatar nicht gutheißen“, sagte Jakob Jensen, Geschäftsführer beim Dänischen Fußballverband DBU, dem Sender TV2.

          Das Shirt sei „ein Beitrag unter vielen“ kritischen Zeichen der dänischen Auswahl mit Blick auf die Lage im Wüstenstaat, betonte der Funktionär. Dänemark wird in Qatar etwa wie die deutsche Auswahl mit der „One Love“-Kapitänsbinde auflaufen.

          Der Ausrüster der dänischen Fußball-Nationalmannschaft will mit den WM-Trikots „eine doppelte Botschaft“ senden. „Sie sind nicht nur von der Euro 92 inspiriert, eine Hommage an Dänemarks größten Erfolg im Fußball. Sie sind auch ein Protest gegen Qatar und seine Menschenrechts-Bilanz“, schrieb das Unternehmen Hummel auf Instagram neben Bildern der komplett in Rot, Weiß oder Schwarz gehaltenen Jerseys. Die Symbole des Ausrüsters und des dänischen Fußball-Verbands DBU sind zwar auf die Trikots gedruckt, sie heben sich farblich aber nicht ab und sind daher auf den sehr schlicht gehaltenen Shirts nur auf den zweiten Blick erkennbar. Beim schwarzen Trikot habe man bewusst „die Farbe der Trauer“ gewählt, sie passe „perfekt“ zum Anlass.

          „Wir möchten während dieses Turniers, das Tausenden Menschen das Leben gekostet hat, nicht sichtbar sein. Wir unterstützen das dänische Nationalteam auf ganzer Linie, aber das ist nicht dasselbe wie die Unterstützung von Qatar als Gastgeberland“, argumentierte der dänische Sportartikel-Hersteller. Mit dieser Aktion wolle man „ein Statement“ zur Menschenrechtslage in Qatar und die ebenfalls heftig kritisierte Behandlung von Arbeits-Migranten, die die WM-Stadien des Landes gebaut haben, setzen. Hummel endete seinen Instagram-Eintrag mit dem Hashtag #HistoryIsWhatWeDoNow (Geschichte ist, was wir jetzt tun).

          Die WM-Trikots erweisen sich als Verkaufsschlager: Am Tag der Veröffentlichung wurden so viele davon verkauft wie noch nie in der Geschichte des Europameisters von 1992. Der Ausrüster spendet Teile der Einnahmen an die Menschenrechtsorganisation Amnesty International. EM-Halbfinalist Dänemark bestreitet seine WM-Vorrundenspiele in der Gruppe D. Dort sind Weltmeister Frankreich, Tunesien und Australien die Gegner.

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