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War was? Für Cristiano Ronaldo sind seine Großtaten ziemlich normal. Bild: Reuters

WM-Dreierpack gegen Spanien : Nur einer schwärmt nicht von Ronaldo

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Nach drei Toren beim spektakulären 3:3 von Portugal gegen Spanien wird der Weltfußballer mit Lob überhäuft. Cristiano Ronaldo fügt seiner Karriere den nächsten Superlativ hinzu – und steht nun auf einer Stufe mit zwei Deutschen und Pelé.

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          Die nächste magische Nacht seiner glanzvollen Karriere machte Cristiano Ronaldo nicht einmal besonders stolz. „Das ist ein schöner Erfolg“, sagte Portugals Megastar nach seinem spektakulären Dreierpack beim 3:3 (2:1) gegen Spanien – und stellte dann nüchtern fest: „Ein weiterer in meiner Karriere.“ Auch im Alter von nun 33 Jahren eilt der Champions-League-Sieger von Real Madrid von einem Superlativ zum nächsten. Die Leidtragenden sind diesmal die bei der WM in Russland hoch eingestuften Spanier, die damit innerhalb weniger Tage ihren nächsten Rückschlag hinnehmen mussten.

          Fussball-WM 2018

          Ronaldos später Freistoßtreffer zum 3:3-Ausgleich in einem hochklassigen Spiel ließ die starken Spanier zunächst enttäuscht zurück. Knapp eine Stunde nach dem Abpfiff aber überwog bei Interimscoach Fernando Hierro der Stolz. „Die Spieler haben eine fantastische Reaktion auf die Situation gezeigt und dafür bin ich sehr, sehr dankbar“, sagte der ehemalige Weltklasse-Verteidiger. Nur zwei Tage zuvor war sein Vorgänger Julen Lopetegui vom Verband freigestellt worden, weil er nach der WM Trainer von Real Madrid wird. Trotz des Trainer-Chaos spielten die Spanier über weite Strecken stark. Aber gegen Ronaldo fanden sie keine Mittel.

          Der fünfmalige Weltfußballer ist durch seine Tore im Auftaktmatch nun der erst vierte Spieler, der bei vier WM-Turnieren jeweils getroffen hat. Bisher waren nur WM-Rekordtorschütze Miroslav Klose, HSV-Idol Uwe Seeler und Brasiliens Legende Pelé Tore bei vier verschiedenen WM-Endrunden gelungen, wie der Fußball-Weltverband Fifa mitteilte. „Er ist unglaublich“, sagte Portugals Coach Fernando Santos. „Nicht nur seine physische Stärke, sondern auch seine technische Stärke und vor allem seine mentale Stärke. Die ist beeindruckend.“

          Sollte Ronaldo auch an der Weltmeisterschaft 2022 in Qatar noch teilnehmen, wäre er 37 Jahre alt. Dass es tatsächlich so kommen könnte, wollte zumindest sein Trainer nach der abermaligen Glanzleistung seines besten Spielers nicht ausschließen. „Ich habe es so oft gesagt: Cristiano ist der Beste der Welt“, meinte Santos. „Und natürlich hoffe ich, dass er auch in Qatar für uns noch viele Tore schießen wird.“ Dann ist vielleicht auch der frühere englische Nationalspieler und jetzige BBC-Experte Chris Waddle wieder dabei. In Russland hat er – augenzwinkernd – jedenfalls genug gesehen. „Ich fliege nach Hause, denn ein besseres Spiel werde ich hier nicht mehr sehen“, sagte er.

          Den ersten Schock für Spanien gab es am Freitagabend in Sotschi schon nach vier Minuten. Verteidiger Nacho brachte Ronaldo im Strafraum zu Fall, den fälligen Elfmeter verwandelte der Superstar sicher. Dabei war erst wenige Stunden vor dem Anpfiff bekannt geworden, dass der 33-Jährige seine Steuerprobleme mit der spanischen Justiz geklärt hat. Demnach ist Ronaldo bereit, insgesamt 18,8 Millionen Euro an Nachzahlungen, Geldstrafe und Zinsen an den Fiskus zu leisten und eine Bewährungs-Haftstrafe von zwei Jahren zu akzeptieren.

          Die Spanier, die vor vier Jahren in Brasilien bereits in der WM-Vorrunde ausgeschieden waren, ließen sich von den frühen Gegentor jedoch nicht schocken. Diego Costa setzte seinen massigen Körper ein und traf nach einem umstrittenen Zweikampf zum Ausgleich für La Roja. Die Spanier dominierten anschließend und hatten durch Andrés Iniesta (35.) eine weitere gute Möglichkeit, während Portugal wie beim EM-Triumph 2016 nur auf Konter lauerte.

          Doch am Ende jubelten dennoch nur die Portugiesen. Bilderstrecke
          Doch am Ende jubelten dennoch nur die Portugiesen. :

          Und trotzdem jubelte noch vor der Pause wieder Ronaldo von Real Madrid. Ein eigentlich haltbarer Schuss rutschte Spaniens Keeper David de Gea durch die Hände ins Tor. Doch die Spanier wollten sich weiter nicht geschlagen geben. Eine schöne Freistoßvariante vollendete wieder Costa im bislang besten Spiel in Russland kurz nach der Pause zum abermaligen Ausgleich, ehe Nacho nur drei Minuten später mit einem traumhaften Distanzschuss aus 18 Metern im Olympiastadion zur erstmaligen Führung traf. In der Folge beschränkten sich die Spanier darauf, das Ergebnis zu verwalten, ohne dabei zu viel Kraft zu verschwenden. Das bestrafte Ronaldo mit seinem Freistoß knallhart. Die kommenden Aufgaben dürften für beide Mannschaften nun allerdings deutlich einfacher werden. In den weiteren Gruppenspielen geht es gegen Marokko und den Iran.

          Die ARD verzeichnete derweil am Freitagabend bei der Live-Übertragung mit 13,17 Millionen Zuschauer eine traumhafte Quote. Der Marktanteil betrug 46,4 Prozent. Das Erste konnte sich bei den beiden anderen WM-Spielen ebenfalls über ansprechende Reichweiten freuen: 5,97 Millionen (MA: 39,4 Prozent) sahen Marokko gegen Iran (0:1), 4,40 Millionen (MA: 38,1) schauten die Live-Übertragung Ägypten-Uruguay (0:1). Das ARD-WM-Studio verzeichnete ab 19.12 Uhr im Vorlauf von Portugal-Spanien 6,70 Millionen Zuseher (MA: 28,3).

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