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Sprüche gegen BBC-Reporterin : „Ich muss dieses Spiel ohne Ton anschauen“

  • Aktualisiert am

Vicki Sparks ist die erste Frau in England, die ein WM-Spiel kommentierte. Bild: Screenshot Twitter/vksparks

In Deutschland bekam ZDF-Reporterin Claudia Neumann hämische und frauenfeindliche Sprüche ab. Nun kommentiert Vicki Sparks als erste Engländerin ein WM-Spiel – und muss ebenfalls böse Kritik einstecken.

          Als erste Engländerin hat Vicki Sparks ein Spiel bei der Fußball-Weltmeisterschaft kommentiert – und musste dafür wie zuvor die ZDF-Journalistin Claudia Neumann teils böse Kritik in den sozialen Medien einstecken. Sparks war am Mittwoch live im BBC-Fernsehen beim Spiel zwischen Portugal und Marokko (1:0) im Moskauer Luschniki-Stadion im Einsatz. Ko-Moderator war der frühere Nationalspieler Martin Keown.

          Viele Fußballfans gratulierten zwar Sparks öffentlich, dass sie „Geschichte geschrieben hat“. Lob gab es auch für die BBC „für den richtigen Schritt in die richtige Richtung“. Aber es tauchten in den sozialen Medien auch böse Kommentare auf. So hieß es unter anderem, Sparks sei einfach nur „furchtbar“ und Journalistinnen sollten ausschließlich nur Frauenspiele kommentieren. Der ehemalige Chelsea-Spieler John Terry postete zunächst auf Instagram: „Ich muss dieses Spiel ohne Ton anschauen“, was viele als Seitenhieb gegen Sparks verstanden. Terry wies das strikt zurück und sprach von Audio-Problemen in seinem Haus.

          Frauenfeindliche Sprüche hat die Kommentatorin auch schon in Großbritannien einstecken müssen: Im vergangenen Jahr musste sich der damalige Sunderland-Trainer David Moyes bei Sparks öffentlich wegen einer chauvinistischen Bemerkung nach einem Spiel entschuldigen.

          Schlimm war es auch der 54-jährigen Neumann ergangen. Sie hatte am Dienstag ihr drittes Spiel bei der Fußball-WM, den 2:1-Sieg der Kolumbianer gegen Japan, kommentiert. Die Kritik vieler Fußballfans fiel teils so hämisch und frauenfeindlich aus, dass sich auch ZDF-Sportchef Thomas Fuhrmann einschaltete. „Was bei Claudia Neumann passiert, sprengt alle Grenzen“, sagte Fuhrmann der Deutschen Presse-Agentur. „Hier wird offensichtlich etwas Grundsätzliches berührt: Eine Frau kommentiert ein Spiel der Männer-WM. Manche drehen da im Netz völlig durch, das ist unterste Schublade.“

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