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Argentinien in der Einzelkritik : Magier Romero und sein Bollwerk

  • -Aktualisiert am

Die Startelf der Argentinier im WM-Halbfinale Bild: AFP

Mit seinen Paraden im Elfmeterschießen ist Sergio Romero der Held des Spiels. Überhaupt steht die Defensive tadellos. Lionel Messi kann hingegen kaum glänzen. Die argentinischen Spieler in der Einzelkritik.

          3 Min.

          Sergio Romero: Der Torwart ist der Held des Abends. Parierte zwei Elfmeter von Vlaar und Sneijder. War zuvor kaum gefordert. Entschärfte einen Distanzschuss von Robben souverän (98.). Faustet den Ball weiter als andere schießen können.

          Pablo Zabaleta: Kein argentinischer Philipp Lahm. Hauptsächlich in der Defensive gefordert. Erledigte seine Aufgabe dort unauffällig, aber souverän. Ein erfolgreicher Vorstoß nach 20 Minuten. Die präzise Flanke konnte Higuian nicht verwerten. Musste nach einem heftigen Zusammenprall mit Kuyt in der 108. Minute auf die Zähne beißen.

          Martín Demichelis: Wie zu besten Bayern-Zeiten: Demichelis ließ seinen Gegenspielern keinen Zentimeter Raum. Trat Wesley Sneijder vorübergehend aus dem Spiel. Hätte sich für das harte Foul in der gegnerischen Hälfte die gelbe Karte redlich verdient. Sah die Verwarnung letztlich für ein taktisches Foul gegen Robben in höchster Not (49.). Setzte weiterhin zu riskanten Tacklings an - mit Erfolg.

          Ezequiel Garay: Statistisch die Souveränität in Person. Verlor keinen (!) Zweikampf und spielte nur einen Fehlpass. Vergab nach 24 Minuten mit einem Flugkopfball auf Kniehöhe die erste Torchance für die Argentinier. Schaltete im Verbund mit Demichelis die niederländische Offensive aus. Notfalls beförderte er den Ball auch ohne Schuh aus der Gefahrenzone (48.). Jagte seinen Elfmeter humorlos unter die Latte.

          Marcos Rojo:  Einer der auffälligsten Außenverteidiger bei dieser WM - bis zu diesem Spiel. Nahm in der ersten Halbzeit kaum am Spiel teil. Vergab eine große Konterchance mit einer missglückten Flanke. Im Gegenzug ließ er die Niederländer selbst mehrfach flanken.

          Maxi Rodriguez trifft, Sergio Romero hält - Argentinien ist im Finale Bilderstrecke

          Enzo Pérez: Es gibt einfachere Aufgaben als einen Spieler wie Angel di Maria zu ersetzen. Pérez meisterte sie zu Beginn des Spiels mit Bravour und vorbildlichem Einsatz. Dribbelstark und sicher im Passspiel war er anfangs der auffälligste Argentinier. Tauchte anschließend ab. Seine starke Flanke von der rechten Seite (75.) führte zu einer großen Chance - und war gleichzeitig die letzte Aktion vor seiner Auswechslung (81.).

          Lucas Biglia: Der Teamkollege von Miroslav Klose bei Lazio Rom hatte nur auf dem Papier eine zentrale Rolle im Spiel der Argentinier. Gehörte in der ersten Halbzeit zu den Spielern mit den wenigsten Ballkontakten und führte keinen einzigen direkten Zweikampf. Musste nach seinem ersten Duell in der 60. Minute prompt behandelt werden. Vereitelte einige Angriffe mit aufmerksamem Stellungsspiel, verlor aber ebenso viele Bälle durch technische Fehler.

          Javier Mascherano: Der Taktgeber der Albiceleste. Ließ sich im Spielaufbau oft tief zwischen die beiden Innenverteidiger fallen. Dirigierte von dort das Spiel der Argentinier mit riskanten, aber zumeist erfolgreichen Pässen. Litt unter der Bewegungsarmut seiner Offensivkollegen. Ging nach einem Kopfballduell mit Wijnaldum (27.) kurzzeitig K.O. War kurz vor Schluss der regulären Spielzeit wieder hellwach als er vor dem einschussbereiten Robben klärte.

          Ezequiel Lavezzi: Viel unterwegs, mit wenig Ertrag. Nahm Lionel Messi häufig die Ausführung der Standardsituationen ab. Blieb dabei erfolglos. Eine gute Flanke auf Higuain - zu wenig für einen Fußballer seiner Klasse. Musste in der 100. Minute für Maxi Rodriguez raus.

          Lionel Messi: Konnte sich kaum aus der Manndeckung durch de Jong und später Clasie befreien. Wurde in Ballbesitz meist von zwei bis drei Gegenspielern umzingelt und häufig mit unfairen Mitteln gestoppt. Konnte so kaum gefährliche Situationen erzeugen und blieb im Dribbling glücklos. Ein Freistoß landete in den Armen des Torwarts (15.), ein anderer direkt im Aus (72.). Verwandelte im Elfmeterschießen souverän.

          Gonzalo Higuain: War nur auf dem Papier ein klassischer Mittelstürmer. Suchte immer wieder den Weg auf die Flügel und behauptete in der Offensive viele Bälle mit gutem Körpereinsatz. Wurde bei zwei Schussversuchen und einem Kopfball von seinen Gegenspielern geblockt. Hatte nach Flanke von Perez Pech, dass das Außennetz kein Schlupfloch bot. Musste in der 81. Minute für Agüero raus. Ein glückloser Auftritt.

          Rodrigo Palacio: Kam in der 81. Minute für Perez ins Spiel. Hätte das Spiel kurz vor Schluss für Argentinien entscheiden müssen. Scheiterte aber mit einem denkbar schwachen Kopfball aus kurzer Distanz. Konnte sich zuvor zwei Mal auf der rechten Seite durchsetzen, fand aber keinen Abnehmer für seine Flanken.

          Sergio Agüero: Ersetzte Higuain im Sturm. Behinderte den gegnerischen Torwart beim Abschlag - seine auffälligste Szene. Behielt dafür im Elfmeterschießen die Nerven.

          Maxi Rodriguez: Sollte ab der 100. Minute für neue Impulse sorgen. Scheiterte mit einem schlechten Volleyschuss in der 117. Minute. Versenkte den entscheidenden Elfmeter mit brachialer Gewalt.

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