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Im Gespräch: Louis van Gaal : „Ärgerlich, dass ich ihm Elfmeterparaden beigebracht habe“

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Bondscoach mit Heimweh: „Man sollte dieses Spiel um Platz drei abschaffen“ Bild: dpa

Hollands Nationaltrainer Louis van Gaal hält nach der Halbfinal-Niederlage gegen Argentinien das Spiel um Platz drei für überflüssig. Und er bedauert, Argentiniens Torwart Sergio Romero die Elfmeterparaden beigebracht zu haben.

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          Warum haben Sie diesmal vor dem Elfmeterschießen nicht wieder Ihren Ersatztorwart Tim Krul eingewechselt wie noch gegen Costa Rica?

          Wenn ich die Gelegenheit dazu gehabt hätte, dann hätte ich es auch gemacht. Aber ich hatte schon dreimal gewechselt. Also konnte ich Tim diesmal nicht einwechseln.

          Aber warum haben Sie dann nicht einfach Robin van Persie auf dem Platz gelassen? Dann hätten Sie eventuell auch noch eine sichere Option mehr beim Elfmeterschießen gehabt.

          Für jeden einzelnen Wechsel gab es gute Gründe. Martins Indi habe ich in der Halbzeit rausgenommen, weil er schon eine Gelbe Karte hatte. Bei de Jong wollte ich nicht riskieren, dass er sich wieder ernsthaft verletzt. Außerdem ist Clasie offensiv deutlich stärker als de Jong. Van Persie habe ich ausgewechselt, weil er völlig erschöpft war. Deshalb habe ich Huntelaar gebracht. Viel ärgerlicher ist, dass ich selbst derjenige war, der Argentiniens Torwart in Alkmaar beigebracht hat, wie man Elfmeter pariert.

          Können Sie das genauer erzählen?

          Das war nur ein Scherz. Wir waren damals der Club, der Sergio Romero nach Europa geholt hat, weil er ein großes Talent ist. Aber natürlich habe ich ihm nicht speziell beigebracht, wie man am besten Elfmeter hält.

          Was überwiegt bei Ihnen? Die Enttäuschung über das Ausscheiden oder der Stolz auf die Leistung Ihrer Mannschaft bei dieser WM?

          Es ist die schlimmste Art und Weise überhaupt, ein Spiel im Elfmeterschießen zu verlieren. Natürlich sind wir sehr enttäuscht. Aber trotzdem hat meine Mannschaft bei diesem Turnier eine fantastische Leistung gezeigt. Niemand hatte von uns erwartet, dass wir das Halbfinale erreichen. Argentinien ist eine Top-Mannschaft mit Top-Spielern. Aber wir haben gegen sie kaum Chancen zugelassen.

          Viele Zuschauer und auch Fachleute in Brasilien waren der Meinung: Ihre Mannschaft hätte bei dieser WM den Einzug ins Finale verdient gehabt. Was sagen Sie dazu?

          Ich bin nicht großartig interessiert daran, was andere Leute über mich oder meine Mannschaft sagen. Ich kann nur sagen: Wir haben heute nicht so viele Chancen kreiert wie noch in den Spielen zuvor. Aber das sagt auch viel über die Leistung des argentinischen Teams aus. Sehen Sie: Auf dem Feld standen heute Robben, van Persie, Sneijder auf der einen Seite und Messi, Lavezzi oder Higuain auf der anderen. Dass es in diesem Spiel trotzdem kaum Chancen gab, zeigt, wie sehr es von der Taktik geprägt war.

          Jetzt geht es am Samstag im Spiel um Platz drei gegen Brasilien. Halten Sie es für sinnvoll, so ein Spiel noch auszutragen?

          Ich sage schon seit zehn Jahren: Man sollte dieses Spiel um Platz drei abschaffen. Wir haben einen Tag weniger zur Vorbereitung als der Gegner, das ist nicht fair. Das Schlimmste ist aber für mich, dass der Verlierer dieses Spiels am Ende mit zwei Niederlagen nacheinander aus einem eigentlich für ihn sehr erfolgreich verlaufenen Turnier gehen wird. Das hat nichts mit meiner Auffassung von Sport zu tun.

          Aber dürfte Brasilien nach einem 1:7 vor heimischem Publikum nicht noch viel demoralisierter sein als Ihr Team?

          7:1 zu verlieren, fühlt sich genauso schlimm an wie eine Niederlage im Elfmeterschießen.

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