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100 Prozent Kovac : „Löw ist der Richtige, um den Umbruch zu gestalten“

  • -Aktualisiert am

Und nun? Bundestrainer Joachim Löw. Bild: Picture-Alliance

Deutschland scheidet als Gruppenletzter in der WM-Vorrunde aus! Ich bin total überrascht, traurig und auch ein bisschen ratlos. Nun stellt sich die Frage nach dem „Schuldigen“. Und alle schauen auf den Trainer. Dagegen wehre ich mich.

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          Deutschland scheidet als Gruppenletzter in der Vorrunde aus! Das hätte ich mir nicht träumen lassen. Ich bin total überrascht, traurig und auch ein bisschen ratlos, was da am Mittwoch in Kasan und auch schon in den beiden Spielen zuvor geschehen ist. Es wäre falsch zu glauben, dass es den einen entscheidenden Grund für das deutsche Scheitern gibt. Es sind mehrere kleine Dinge zusammen gekommen, die sich ineinander verhakt haben und dann zu einer Art Blockade führten. Zuerst möchte ich wiederholen, was ich in meiner ersten Kolumne schrieb, auch wenn es manche für eine Floskel halten mögen: Es gibt keine Exoten mehr. Das sind alles taktisch, athletisch und technisch gut ausgebildete Fußballprofis, die bei einer WM spielen, sie kommen nur nicht alle aus Europa. Die Südkoreaner haben gut verteidigt, sind vor allem bis zum Schluss die deutschen Spieler schnell angelaufen, haben gut umgeschaltet und zügig gekontert. Am Ende war ihr Sieg sogar verdient.

          Fussball-WM 2018

          Dass die deutsche Mannschaft aufgrund ihrer höheren individuellen Qualität und ihrer größeren Erfahrung hätte gewinnen müssen, wird dennoch niemand bestreiten. Aber mittlerweile kann nur noch ein Kollektiv im Fußball erfolgreich sein. Ich gebe Joachim Löw Recht, wenn er sagt, er könne seinen Spielern kämpferisch keinen Vorwurf machen. Aber im Vergleich zur WM vor vier Jahren habe ich für mich persönlich zu viele Einzelkämpfer gesehen, mir hat die spielerische Einheit gefehlt. Die Verzahnung der Mannschaftsteile war nicht perfekt. Und wenn die Spieler für sich alleine defensiv arbeiten und nicht gemeinsam die Gegner anlaufen, dann wird es aufwendig und kraftraubend. Aber auch spielerisch, fand ich, gab es zu wenige Impulse. Für die Offensive im letzten Drittel des Spielfeldes galt das Gleiche wie für das Pressing und den Spielaufbau. Der Spieler am Ball und sein Nebenmann bemühten sich, um eine Aktion zu kreieren, aber insgesamt gab es zu wenig Bewegung und deshalb zu wenige Optionen, den Ball abzuspielen. Die Folge: Viel zu oft langsames Spiel mit vielen Ballkontakten und geringer Passschärfe.

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