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Reaktionen zum Halbfinale : „Ich hoffe sehr, daß Klinsmann weitermacht“

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„Es ist bitter, daß man so verliert mit zwei Toren kurz vor Schluß” Bild: REUTERS

Franz Beckenbauer will, daß Jürgen Klinsmann auch nach der Niederlage im Halbfinale Bundestrainer bleibt. Bei Miroslav Klose sitzt der „Stachel der Enttäuschung tief“, und Philipp Lahm sagte: „Es ist bitter, daß man so verliert.“ Reaktionen zum Halbfinale.

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          Stimmen zur Niederlage der deutschen Mannschaft im WM-Halbfinale gegen Italien:

          Jürgen Klinsmann: „Wenn man ein solches Spiel verliert, ist die Enttäuschung natürlich groß. Dennoch ein großes Lob an die Mannschaft wie sie sich bei dieser WM präsentiert hat. Diese Mannschaft hat Charakter, sie hat ein ganzes Land stolz gemacht. Man kann ihr nur Komplimente machen. Diese WM war ein Riesenerfolg für die Mannschaft und ganz Deutschland. Wir haben der Welt ein anderes Gesicht von Deutschland gezeigt.“

          Franz Beckenbauer: „Es war das beste Spiel, das ich in letzter Zeit gesehen habe. Man kann nicht sagen, daß Italien um zwei Tore besser war. Auch wir hätten es verdient gehabt, ins Finale einzuziehen, aber am Ende war Italien etwas glücklicher und cleverer. Ich hoffe, daß die Mannschaft sich im Spiel um Platz drei nicht hängen läßt, denn sie hat bisher einen hervorragenden Eindruck hinterlassen. Ich hoffe sehr, daß Jürgen Klinsmann weitermacht. Es wäre jammerschade, wenn er aufhören würde. Er hat diese Mannschaft geprägt. Die Spieler vertrauen ihm. Die Stimmung beim Turnier wird sicher gut bleiben, auch wenn sie nicht mehr so euphorisch sein wird, wie wenn wir das Finale erreicht hätten.“

          Angela Merkel (Bundeskanzlerin, CDU): „Schade. Es war ein super Spiel. Leider hat es nicht ganz gereicht, aber diese Mannschaft kann noch viel schaffen.“

          Miroslav Klose: „Der Stachel der Enttäuschung sitzt natürlich tief. Das Spiel war ausgeglichen, beide Mannschaften hatten Chancen zu Toren. Aber ein Kompliment an die Italiener. Sie haben uns ausgekontert und schöne Tore gemacht. Dennoch können wir stolz sein auf die Mannschaft. Wir haben viele junge Spieler mit Perspektive.“

          Oliver Bierhoff (DFB-Teammanager): „Wir haben lobende Worte für die Mannschaft gefunden. Wir sind wahnsinnig stolz auf sie, und ich bin sicher, ganz Deutschland ist stolz darauf, wie sie hier aufgetreten ist. Wenn man so kurz vor dem Ziel aufgehalten wird, tröstet das wenig. Aber ich bin sicher, daß die Trainer das Team für das Spiel um Platz drei noch einmal puschen, damit wir einen schönen Abschluß haben werden.“

          Philipp Lahm: „Die Enttäuschung ist sehr groß. Wenn man im Halbfinale steht, dann will man auch alles. Wir waren gleichwertig, wenn nicht sogar besser. Es ist bitter, daß man so verliert mit zwei Toren kurz vor Schluß.“

          Joachim Löw (Assistentstrainer): „Wir sind natürlich zutiefst enttäuscht. Wir haben alles gegeben und abgerufen. Es war ein unglaublicher Kampf, beide Mannschaften waren am Ende stehend K.o.. Man muß Italien aber gratulieren, es hat ganz stark gespielt.“

          Matthias Sammer (DFB-Sportdirektor): Ich habe eine deutsche Mannschaft gesehen, die leidenschaftlich gekämpft hat, und eine italienische, die vielleicht etwas abgeklärter war. Was ich erstaunlich fand, daß Italiens Trainer Lippi bis zum Ende großen Respekt vor einem Elfmeterschießen gehabt hat und am Schluß vier Stürmer auf dem Feld hatte.“

          Lukas Podolski: „Die Enttäuschung ist groß. Uns haben zwei Minuten zum Elfmeterschießen gefehlt. Wir haben ein besseres Spiel gezeigt als gegen Argentinien und hätten den Sieg verdient gehabt. Ich war mir sicher, daß wir Weltmeister werden.“

          Marcello Lippi (Trainer Italien): „Es ist fantastisch. Wir haben eine zauberhafte Partie abgeliefert. Ich bin sehr glücklich. Wir haben den Sieg verdient, weil wir überlegen waren. Meine Spieler waren großartig, weil sie auch gegen 50.000 großartige deutsche Zuschauer gespielt haben. Wir wollten ein Elfmeterschießen vermeiden, weil das immer eine Lotterie ist. Ich hatte mehr Probleme erwartet, insgesamt haben wir die Partie aber kontrolliert.“

          Thomas Berthold (Weltmeister von 1990): „Im Endeffekt war Italien ein Tor besser. Die sind etwas abgebrühter als unsere Spieler. Wenn bei einigen Spielern die Kraft fehlt, dann reicht es einfach nicht mehr. Insgesamt haben wir uns bei dieser Weltmeisterschaft hervorragend verkauft. Es hat ja keiner damit gerechnet, daß wir das Halbfinale erreichen.“

          Karl-Heinz Förster (Europameister 1980, Vize-Weltmeister 1982/86): „Ich bin enttäuscht. Wir waren knapp vor dem Finale. Man muß aber auch objektiv sein und sagen, daß die Italiener das bessere Team waren und die besseren Torchancen hatten. Unsere Mannschaft hat aber nicht enttäuscht und ein gutes Turnier gespielt.“

          Pele (dreimaliger Weltmeister mit Brasilien): „Heute habe ich eine Wahnsinns-Überraschung gesehen. Italien hat ganz anders als zuvor gespielt. Für mich war es das beste Spiel dieser Weltmeisterschaft. Italien war die bessere Mannschaft. Deutschland hat die zweite Verlängerung innerhalb von fünf Tagen gespielt, das hat man den Spielern angemerkt.“

          Andrea Pirlo: „Mein Kindheitstraum ist wahr geworden. Ich hoffe, wir holen jetzt den Titel. Wir hatten mehr Chancen, wir haben verdient gewonnen.“

          Christoph Metzelder: „Ich denke, jeder kann verstehen, daß die Enttäuschung riesengroß ist. Ich weiß nicht, ob am Ende das Glück oder die Cleverness gefehlt haben. Aber wenn man in vier Tagen zweimal gegen Weltklasse-Mannschaften über 120 Minuten geht, dann kann das mal passieren.“

          Oliver Neuville: „Das ist sehr bitter. Wir haben bis zum Schluß gekämpft.“

          David Odonkor: „Ich bin wie alle sehr traurig. Leider haben wir zwei dumme Gegentore bekommen. In der Kabine haben uns die Komplimente auch nicht über unsere Enttäuschung weiterhelfen können. Wir hatten selbst viele Torchancen, haben sie leider nicht genutzt und hinten welche reinbekommen. Es geht weiter.“

          Joseph S. Blatter (Fifa-Präsident): „Hätten beide Mannschaften so wie in der Verlängerung gespielt, hätten wir ein großartiges Halbfinale gesehen. In der regulären Spielzeit haben sich beide Mannschaften praktisch neutralisiert. Bei der deutschen Mannschaft ist der Glücksfaden gerissen.“

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