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Nur 1:1 gegen Südkorea : Frankreich droht wieder das Aus in der Vorrunde

  • Aktualisiert am

Zidane fehlt nach der zweiten Gelben Karte beim letzten Gruppenspiel Bild: dpa

Frankreich muß nach einem unglücklichen 1:1 gegen Südkorea um den Einzug ins WM-Achtelfinale bangen. Thierry Henry beendete zwar die acht Jahre dauernde WM-Torflaute der Equipe Tricolore, doch danach tat das Team um Zinedine Zidane zuwenig.

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          Achtjährige Torflaute beendet, aber wieder kein Sieg: Auch im zweiten WM-Spiel blieb Frankreich beim 1:1 (1:0) gegen Südkorea am Sonntag in Leipzig den Nachweis schuldig, zum Favoritenkreis zu gehören. Zwar beendete Thierry Henry mit seinem Treffer in der neun Minuten die seit dem WM-Finaltriumph anhaltende Durststrecke. Doch in der 81. Minute entriß Park Ji-Sung mit seinem Ausgleichstor der „Equipe Tricolore“ in der am Ende spannenden Fußball-Partie den schon sicher geglaubten Sieg. Die Franzosen müssen nun fürchten, wie 2002 schon in der Vorrunde zu scheitern.

          „Ich bin total enttäuscht“, sagte Frankreichs Trainer Raymond Domenech. „Wir haben jetzt noch ein Spiel. Und das müssen wir gewinnen.“ Mut machte ihn die Leistungssteigerung gegenüber dem 0:0 im Auftaktspiel gegen die Schweiz: „Vom Biß her war das schon viel besser als gegen die Schweiz.“Die Franzosen müssen gegen Togo zudem ohne Zinedine Zidane gewinnen, der wegen seiner zweiten Gelben Karte gesperrt ist und möglicherweise in Leipzig sein letztes Länderspiel absolvierte. Auch Eric Abidal ist nach zwei Mal Gelb zum Zuschauen verurteilt.

          Für Südkorea sieht es nach dem Sieg gegen Togo und dem einen Punkt gegen Frankreich besser aus. Doch darf der WM-Vierte von 2002 am Freitag gegen die Schweiz zumindest nicht verlieren, um nicht den Einzug in das das Achtelfinale zu verpassen. „Wir sind sehr glücklich, daß wir als fußballerisch kleines Land, einen Punkt gegen die großen Franzosen geholt haben“, meinte Südkoreas niederländischer Trainer Dick Advocaat. „Wir hatten das Glück, aus zwei Chancen ein Tor zu machen. Wir wissen, daß das Spiel gegen die Schweiz ein Schlüsselspiel wird. Aber laßt uns erst einmal feiern.“

          Zidane fehlt nach der zweiten Gelben Karte beim letzten Gruppenspiel Bilderstrecke

          Zidane blieb wieder unauffällig

          Vor 40.000 Zuschauern im ausverkauften aber nicht vollbesetzten Leipziger WM-Stadion begannen die Franzosen wesentlich engagierter als beim 0:0 im Auftaktspiel gegen die Schweiz. Obwohl Trainer Raymond Domenech in Henry erneut nur eine Spitze aufbot, hatte der Favorit ein deutliches Übergewicht. Dies lag vor allem an der Hereinnahme des wiedergenesenden Florent Malouda, der Jungstar Franck Ribery im Mittelfeld ersetzte und das Spiel seiner Mannschaft ankurbelte. Regisseur Zidane blieb indes wie schon gegen die Schweiz unauffällig.

          Die Franzosen, bei denen Liliam Thuram mit seinem 116. Länderspiel den Rekord von Marcel Desailly einstellte, kamen schnell zu Chancen. Sylvain Wiltord scheiterte nach sieben Minuten noch an Südkoreas Schlußmann Lee Woon-Jae. Zwei Minuten später verarbeitete Henry Wiltords Vorarbeit zu seinem 34. Länderspieltor. Malouda (24.) verzog aus aussichtsreicher Position. Sieben Minuten später erwischte Keeper Lee Woon-Jae einen Kopfball von Patrick Viera eindeutig hinter der Torlinie. Dennoch verweigerte Schiedsrichter Benito Archundia aus Mexiko dem Treffer aus unerfindlichen Gründen die Anerkennung.

          Frankreich tat zu wenig

          Die Südkoreaner brachten hingegen nichts zustande. Ihr niederländischer Trainer Dick Advocaat hatte überraschend den 2:1- Siegtorschützen gegen Togo, den Duisburger Ahn Jung-Hwan, auf der Bank gelassen. Dem Angriffsspiel der Asiaten tat dieser Verzicht nicht gut. Vor der Pause bekam Frankreichs Torwart Fabien Barthez nichts zu tun.

          Advoccat brachte zur zweiten Halbzeit in Seol Ki-Hyeon einen weiteren Stürmer. Auch Ahn durfte nach 70 Minuten mitwirken. Viel besser wurde das Spiel der Südkoreaner zunächst nicht. Zwar wurde die Partie ausgeglichener, in Bedrängnis kamen die Franzosen zunächst nicht. Doch auch sie hatten nicht mehr viel zu bieten. Park Ji Sung von Manchester United nutzte die erste Chance der Südkoreaner zum Ausgleich. Sein Heber in der 81. Minute über Barthez konnte William Gallas nicht auf der Linie wegschlagen.

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