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Nach dem Sieg über Frankreich : Italien erwartet den neuen Weltmeister

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Ein goldiger Moment für Fabio Cannavaro Bild: AFP

Italien will seiner siegreichen Nationalelf einen triumphalen Empfang bereiten. Die Azzurri werden am Abend von Ministerpräsident Prodi empfangen. Anschließend soll das Team um Kapitän Cannavaro in Open-Air-Bussen quer durch Rom zum Circus Maximus fahren. FAZ.NET-Bildergalerie.

          Mit eisernen Nerven beim Elfmeterschießen und einer großen Portion Glück im Spiel ist Italien am Sonntag abend in Berlin zum vierten Mal in seiner Geschichte Fußball-Weltmeister geworden. 1:1 stand es nach 90 und 120 Minuten durch die Tore von Zidane per Foulelfmeter (7.) und Materrazzi (19.), ehe ein gegen die Latte gedonnerter Elfmeter von David Trezeguet die Entscheidung für die Italiener herbeiführte. Die von Marcello Lippi trainierte Squadra Azzurra traf fünf Mal und damit Schuß für Schuß, Frankreich nur drei Mal. Dank des 5:3 stand Italien um 22:25 Uhr als Sieger fest. Das Endspiel aber war über weite Strecken eine zähe Angelegenheit.

          Mit einer Siegesfeier im römischen Circus Maximus will Italien an diesem Mopntag den neuen Weltmeister empfangen. Eine Million Fans werden erwartet, um die aus Deutschland zurückkehrenden Spieelr zu begrüßen. Die Mannschaft von Trainer Marcello Lippi soll in offenen Bussen durch die Ewige Stadt gefahren werden.

          Ehe Kapitän Fabio Cannavaro den goldenen Weltmeisterpokal in den Berliner Abendhimmel recken konnte, diskutierten die Fans noch lange über einen traurigen Zwischenfall. Der große Zinedine Zidane wurde in seinem Abschiedsspiel vom Platz gestellt. Der französische Kapitän hatte sich zu einer Tätlichkeit hinreißen lassen (110.). Ein Deutscher gewann am Sonntag en passant mit: Miroslav Klose, der mit seinen fünf Treffern zum WM-Torschützenkönig aufstieg. (Siehe auch: Klose wird Torschützenkönig)

          Ein goldiger Moment für Fabio Cannavaro Bilderstrecke

          Turnier der Verteidigungskünstler

          Die Grande Nation schaute zuerst und vor allem auf einen: Zidane, ihren größten Fußballkünstler. Am Tag des Adieus von seiner fabelhaften Karriere noch einmal den Titel des Weltmeisters zu erobern, die Geschichte war zu schön, um wahr zu werden. Italien ging als leichter Favorit in dieses Duell der beiden abwehrstärksten Teams dieses Turniers der Verteidigungskünstler. Ein Gegentor gegen zwei Gegentore, so sah die italienisch-französische Statistik vorher aus. Italien vertraute seiner in allen Mannschaftsteilen ausbalancierten Mannschaft, die angesichts des daheim schwärenden Manipulationsskandals zu einer imponierenden Einheit zusammengewachsen ist. (Siehe auch: Stimmen zum WM-Finale)

          Der Reihe nach und damit zurück ins mit 69.000 Zuschauern ausverkaufte Olympiastadion. Auf eine Zeit des Wartens waren auch Frankreichs Staatspräsident Chirac und sein italienischer Kollege Napolitano vor dem 64. und letzten Duell der WM eingestellt. Chirac konnte dann doch schon nach sechs Minuten jubeln. Die Italiener, noch auf der Suche nach dem Spielrhythmus, ließen sich zu einem Foul zu viel hinreißen. Materazzis Attacke gegen Malouda war knapp jenseits des Tolerablen, und so kam Zidane die Ehre zu, in seinem letzten Spiel das erste Tor des Tages zu schießen. Er täuschte beim Strafstoß Torhüter Buffon und hatte Glück, daß sein Elfmeter-Lupfer von der Innenkante der Latte hinter der Torlinie aufsprang (6.). Vorbei war es mit Buffons Hoffnung, den Rekord seines Landsmanns Walter Zenga, aufgestellt bei der WM 1990, zu löschen. 517 Minuten ohne Gegentor bleiben bis auf weiteres das Torhütermaß; Buffon brachte es auf 458.

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