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Countdown der Nationalelf : Klinsmann: „Wir sind heiß auf Argentinien“

  • Aktualisiert am

Klinsmann: „Mit aller Macht” Bild: dpa

In wenigen Stunden spielt Deutschland gegen Argentinien. In einer kurzen Ansprache schwor Teamchef Klinsmann sein Team auf das Viertelfinale gegen den zweimaligen Weltmeister ein. Erwartet wird, daß Klinsmann die gleiche Startelf wie beim 2:0 gegen Schweden nominiert.

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          Millionen Fußballfans werden der deutschen Nationalmannschaft heute wieder auf den Fanmeilen und vor den Fernsehgeräten die Daumen drücken. Die deutsche Elf will mit einem Sieg im Viertelfinale gegen Argentinien zum insgesamt zehnten Mal ins Halbfinale einer Fußball-Weltmeisterschaft einziehen.

          Bundestrainer Jürgen Klinsmann dürfte wieder auf die Startelf zurückgreifen, die auch beim 2:0 im Achtelfinale gegen Schweden begonnen hatte. Also mit Lehmann im Tor, in der Abwehr mit Friedrich, Mertesacker, Metzelder und Lahm, im Mittelfeld mit Schneider, Frings, Ballack und Schweinsteiger sowie im Sturm mit Klose und Podolski.

          Der Tagesablauf der Nationalmannschaft

          Bis 10.00 Uhr: Wecken und Frühstück im „Schloßhotel“ im Grunewald.
          11.00 Uhr:
          „Anschwitzen“ im Fitnessraum auf der Anlage des Tennisclubs Blau-Weiß nahe dem Team-Quartier.
          12.30 Uhr: Jürgen Klinsmann bittet noch einmal zu einer „kleinen Sitzung“. Es gibt die letzten taktischen Anweisungen.
          13.00 Uhr: Mittagessen. DFB-Koch Saverio Pugliese serviert Salat, Nudeln, Gemüse, Hühnchen und Fisch. Das Vorkommando mit den Zeugwarten Thomas Mai und Manfred Drexler sowie den Physiotherapeuten Wolfgang Bunz und Christian Müller bricht ins Stadion auf.
          15.00 Uhr: Wolfgang Hochfellner fährt die Mannschaft ins Olympiastadion. Auf dem WM-Bus mit dem Kennzeichen „B - WM 2006“ steht der Slogan „Für Deutschland - durch Deutschland“. Der Hyundai-Bus ist in Wahrheit ein Mercedes.
          15.30 Uhr: Ankunft im Stadion. In der Kabine liegen Trikots, Hosen, Stutzen und Schuhe für die Spieler bereit. Die Massagebänke sind aufgebaut.
          16.15 Uhr: Aufwärmen auf dem Platz. Wie immer kommen Jens Lehmann und Torwarttrainer Andreas Köpke als erste auf den Rasen.
          16.51 Uhr:
          Nach dem letzten Heißmachen in der Umkleidekabine führt Kapitän Michael Ballack die deutsche WM-Elf ins K.o.-Spiel gegen Argentinien.
          17.00 Uhr: Lubos Michel pfeift die Partie an.





          Besondere Aufgabe für Frings

          Klinsmann kann gegen den zweimaligen Weltmeister Argentinien personell aus dem Vollen schöpfen. Alle 23 Spieler nahmen gestern Abend am Abschlußtraining teil und sind einsatzbereit. Bei der Einheit im Hertha-Amateurstadion kam es zu einem großen Medienauflauf, obwohl Journalisten nur das Aufwärmen in den ersten 15 Minuten verfolgen durften. Rund 300 Kameramänner, Fotografen und Reporter warfen einen letzten Blick auf Kapitän Michael Ballack und seine 22 Teamkollegen. „Wir haben eine große Chance zu gewinnen“, sagte Ballack, der erneut auch auf die großartige Unterstützung der deutschen Fans hofft.

          In einer kurzen Ansprache schwor der Bundestrainer sein Team noch einmal auf den zweifachen Weltmeister ein, für Mittelfeldmann Torsten Frings gab es danach im Einzelgespräch noch ein paar Extraworte. Auf den Bremer, der als einziger deutscher Akteur mit der Gelben Karte vorbelastet ist, kommt die Hauptaufgabe zu, den argentinischen Spielmacher Juan Román Riquelme zu stoppen. Für das Aufwärmprogramm der 20 Feldspieler wurden auch noch einmal die Gummibänder aus der Kiste geholt. Philipp Lahm absolvierte die Einheit ohne Ellenbogen-Schiene.

          Ballack sieht die Chancen bei 60:40

          „Wir haben den Hunger, noch drei Spiele bei der WM zu bestreiten. Wir sind heiß darauf“, sagte Kapitän Michael Ballack und taxierte die Siegchancen mutig auf 60:40. Auch Klinsmann geht „voller Optimismus“ in das Spiel: „Wir gehen mit voller Aggression, Leidenschaft und Engagement in dieses Spiel und wollen sehen, wie Argentinien antwortet“, sagte der Bundestrainer.

          Deutschland habe die „logische Zielsetzung“, im eigenen Land „mit aller Macht und Vehemenz“ ins Endspiel vorzudringen, sagte der 41jährige. Ein vorzeitiges WM-Aus sei möglicherweise für den einen oder anderen im Umfeld akzeptabel. „Ich wäre damit aber nicht zufrieden und das Team auch nicht“ (Siehe auch: Deutschland gegen Argentinien: Das gefühlte Finale).

          Durchweg selbstbewußt

          Nach vier Siegen im WM-Turnier, davon zuletzt drei Erfolge ohne Gegentor, präsentiert sich die deutsche Elf vor dem K.o.-Duell gegen die Südamerikaner äußerst selbstbewußt. Bei Weltmeisterschaften standen sich Deutschland und Argentinien bisher vier Mal gegenüber. Mit zwei Siegen, einem Unentschieden und einer Niederlage ist die Bilanz der DFB-Auswahl gegen den zweimaligen Weltmeister positiv (Siehe auch: Mascherano das „Tier“, Riquelme der „Kopf“).

          Viel Zuversicht schöpfen die deutschen WM-Kicker auch aus dem Heimvorteil, der die „Klinsmänner“ schon in den bisherigen vier Spielen beflügelt hatte. Bei der Partie am Freitag ist das Olympiastadion mit 72.000 Zuschauern ausverkauft. „Eine weitere Steigerung würde uns helfen, auch diese schwierige Hürde zu nehmen“, sagte Torhüter Jens Lehmann, der am Donnerstag nachmittag als erster der 23 Akteure auf den Trainingsplatz eingelaufen war.

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