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Bildergalerie : Das FAZ.NET-Nationalteam für die EM 2008

  • -Aktualisiert am

Wer geht, wer kommt? Bild: dpa

Weltmeister wird Deutschland an diesem Wochenende nicht. Aber vielleicht gelingt bei der EM schon in zwei Jahren ein großer Wurf. Die Leistungen bei der WM im eigenen Lande machen Appetit auf mehr. FAZ.NET sagt, welche Spieler in zwei Jahren dabei sein sollten, welche nicht - und stellt Akteure vor, die hinzustoßen könnten.

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          Die Party ist fast vorüber. Nur ein paar letzte Gäste machen es sich noch bequem, und ein guter Gastgeber gibt ihnen das Gefühl, weiter willkommen zu sein. Doch es läßt sich nicht leugnen: Die Gedanken irrlichtern weg vom großen Endspiel am kommenden Sonntag, und auch das kleine Finale erhält durch die Beteiligung der deutschen Mannschaft keine größere Bedeutung.

          Peter Heß

          Sportredakteur.

          Das Stuttgarter Spiel um Platz drei ist so etwas wie ein Rausschmeißer-Frühstück. Zwei Dinge kommen nach dem ernüchternden 0:2 gegen Italien im Halbfinale in den Sinn: Was gilt es aufzuräumen? Und: Wie läßt sich der Alltag nach dem Fußballfest bewältigen?

          Kein Anlaß zur Beunruhigung

          Beide Fragen geben zunächst einmal keinen Anlaß zur Beunruhigung. Klinsmanns Mannschaft hat während der Weltmeisterschaft keinerlei grundsätzlichen Defizite offenbart, die einer erfolgreichen Zukunft im Wege stehen könnten. Und da der Bundestrainer gerne auf die Jugend setzt, steht auch kein Generationswechsel nach der WM bevor. Es sei denn, Klinsmann kommt während seines Urlaubs zum Schluß, doch zurückzutreten, und DFB-Präsident Theo Zwanziger könnte sich mit seiner Überzeugung nicht durchsetzen, sein Nachfolger müsse der gleichen Fußball-Philosophie verpflichtet sein wie der Schwabe aus Kalifornien. Mit einem Verfechter der alten Fußballwerte könnte ein plötzlicher Alterungsprozeß in der Nationalelf eintreten.

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          Aber wer wird schon den Teufel an die Wand malen. Wenn am 2. September in Stuttgart gegen Irland die Qualifikation für die Europameisterschaftsendrunde 2008 in Österreich und der Schweiz beginnt, dann wird mehr oder weniger die gleiche Mannschaft die deutschen Interessen vertreten, die Klinsmanns Vertrauen während der Heim-WM genoß. Torwart Jens Lehmann hat keine Andeutung gemacht, daß er seinen Posten räumen mag. Und selbst wenn der Arsenal-Torwart oder auch die Nummer zwei, Oliver Kahn, wegen des hohen Alters ihre Nationalmannschafts-Karrieren beendeten, wäre das nicht weiter tragisch. Mit Timo Hildebrand, Frank Rost und Robert Enke stehen drei Nachfolger parat, die internationale Klasse darstellen.

          Wer könnte Arne Friedrich ersetzen?

          Von der Vierer-Abwehrkette spürt noch niemand den Zahn der Zeit. Dennoch wäre dort ein Wechsel noch am nötigsten. Arne Friedrich hatte während der vier deutschen Festwochen das Glück, daß er in einer starken Mannschaft spielte und seine Fehler nur im Eröffnungsspiel gegen Costa Rica mit einem Gegentreffer bestraft wurden. Sonst wäre es noch deutlicher geworden, in welchem Maße der Berliner abfiel. Auf Dauer ist Friedrich nicht die Lösung, es sei denn, er lernt noch einmal hinzu. Aber wer könnte ihn ersetzen?

          Der Bremer Patrick Owomoyela, der im letzten Moment aus dem WM-Kader flog, hat seine Stärken eher in der Offensive. Wenn es gilt, einen Vorsprung zu verteidigen, ist Owomoyela nicht die vertrauenswürdigste Besetzung. Vielleicht spielt sich der Frankfurter Patrick Ochs in der kommenden Saison weiter in den Vordergrund. Außerdem ist es nicht ausgeschlossen, daß Andreas Hinkel durch den Wechsel zum FC Sevilla seine Dauerkrise beendet. Noch vor einem Jahr schien der Stuttgarter als rechter Verteidiger gesetzt. Er gehörte zu den jungen Wilden des VfB, die in der Spielzeit 2004/2005 sogar in der Champions League für Aufsehen sorgten, als sie Manchester United vom Platz fegten. Aber dann verlor Hinkel durch eine Verletzung an Spielpraxis, dann das Selbstbewußtsein und schließlich seine Klasse.

          Klose und Podolski gesetzt

          Aus der Standardformation im Mittelfeld ist nur Bernd Schneider in die Jahre gekommen. Der Leverkusener wird im November 33. Falls sich der laufstarke Ballartist zum Rücktritt entschließt, ist er eins zu eins nicht zu ersetzen. Seine Spielweise brachte ihm den Kampfnamen "weißer Brasilianer" ein, es gibt niemanden außer ihm in Deutschland, der den Fußball-Samba tanzen kann. Aber die Nationalmannschaft ohne Schneider muß nicht schwächer werden. Die Rolle im rechten Mittelfeld kann auf verschiedene Arten interpretiert und wirkungsvoll ausgefüllt werden. Man denke nur an die Turbo-Auftritte des David Odonkor. Aber auch Tim Borowski könnte dort seinen Stammplatz finden, die bisherige Nummer zwölf im Team.

          Der Sturm scheint mit Klose und Podolski zumindest für die kommenden beiden Jahre fest besetzt zu sein. Das effektivste Sturm-Duo der WM wird auch bei der Europameisterschafts-Kampagne nicht überfordert sein. Beste Chancen auf den Arbeitsplatz als erster Ersatzstürmer wird Kevin Kuranyi bekommen, falls er seine lethargischen Anfälle ablegt. Für Oliver Neuville dürfte mit 33 trotz überzeugender WM-Vorstellungen Schluß sein.

          Lehmann - Friedrich (Hinkel, Ochs), Mertesacker, Metzelder, Lahm - Borowski, Ballack, Frings, Schweinsteiger - Klose, Podolski: Mit dieser Elf muß Fußball-Deutschland nicht bange vor der Aufgabe sein, sich in der Siebenergruppe mit Irland, Slowakei, Tschechien, Wales, Zypern und San Marino für die EM-Endrunde zu qualifizieren. Und dahinter warten einige vielversprechende Talente auf ihre Bewährungschance. Es muß nur Klinsmanns Geist bewahrt werden, ständig offen für Neuerungen zu sein. Das frisch gewonnene Selbstvertrauen darf den Hunger, immer besser zu werden, nicht stillen. Die deutsche Nationalmannschaft kann es sich nicht leisten, satt zu sein. So gut ist sie auch wieder nicht.

          Nach dem Ausscheiden der Nationalmannschaft in der Vorrunde der Europameisterschaft 2004 haben wir schon einmal ein Team für die Zukunft zusammengestellt. Hier können Sie zurückblicken, welche Prognose eingetroffen ist und bei welchem Spieler wir uns getäuscht haben: Bildergalerie: Das FAZ.NET-Team für die WM 2006

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