https://www.faz.net/-g9o-skr0

2:0 gegen Tschechien : Italien als Gruppensieger im Achtelfinale

  • Aktualisiert am

Italien hat allen Grund zur Freude Bild: REUTERS

Der dreimalige Titelträger und Mitfavorit Italien hat bei der Fußball-WM das Achtelfinale erreicht. Italien sicherte sich durch ein 2:0 gegen Tschechien Platz eins in der Gruppe E. Materazzi und Inzaghi trafen gegen die tschechische Auswahl, die damit ausgeschieden ist.

          3 Min.

          Italien hat im nervenaufreibenden Zitterspiel gegen Tschechien kühlen Kopf bewahrt und als Gruppensieger das Achtelfinale der Weltmeisterschaft erreicht. Unbeeindruckt vom Wirbel um den Fußball-Skandal in der Heimat, gewann der dreimalige Weltmeister am Donnerstag in Hamburg das „Finale Furioso“ der Gruppe E mit 2:0 (1:0) gegen den vermeintlichen Geheimfavoriten.

          „Das war ein tolles Spiel“, sagte Nationaltrainer Marcello Lippi: „Wir wußten, daß wir gewinnen mußten. Wir haben uns die Qualifikation für das Achtelfinale verdient. Gegen Ghana und auch gegen Tschechien haben wir zwei gute Spiele abgeliefert.“ Das Aus für die erstmals seit 1990 für eine WM qualifizierten Tschechen besiegelte im Fernduell WM-Debütant Ghana. In der K.o.-Runde treffen die nun seit 21 Spielen unbesiegten „Azzurri“ am Montag in Kaiserslautern auf Australien.

          Platzverweis von Polak

          Marco Materazzi mit seinem ersten Länderspieltor (26. Minute) und WM-Nachrücker Filippo Inzaghi (87.) sorgten für den am Ende ungefährdeten Sieg der Italiener. Die hätten noch höher gewinnen müssen, zumal Tschechien nach der Gelb-Roten Karte gegen Jan Polak (45.+2) eine Halbzeit lang in Unterzahl spielte. „Mit zehn Mann zu spielen, war einfach zu schwierig. Wir haben schon vor dem Spiel den Ausfall einiger Schlüsselspieler hinnehmen müssen, das hat uns in diesem Turnier sehr weh getan“, sagte Tschechiens Trainer enttäuschter Trainer Karel Brückner.

          Italien hat allen Grund zur Freude Bilderstrecke

          Der überragende Pavel Nedved mühte sich redlich, doch der Juve-Star war gegen seine Kollegen aus der Serie A meist auf sich allein gestellt und schlich nach seinem wohl letzten Länderspiel mit hängenden Schultern vom Platz.

          Tschechen begannen druckvoll

          Beide Trainer hatten ihre Mannschaften nach den zuletzt enttäuschenden Vorstellungen auf drei Positionen verändert. Marcello Lippi verbannte den Eigentorschützen Cristian Zaccardo auf die Bank und ersetzte Rotsünder Daniele De Rossi durch Mauro Camoranesi. Im Angriff stürmte der diesmal starke Totti neben Alberto Gilardino, dafür mußte Luca Toni weichen.

          Die ersatzgeschwächten Tschechen konnten erstmals im Turnier auf den von einer Fersenverletzung genesenen Milan Baros als Sturmspitze zurückgreifen. Radoslav Kovac rückte für den rot-gesperrten Tomas Ujfalusi in die Abwehr. Polak durfte an Stelle des etatmäßigen Kapitäns Tomas Galasek ran, es war ein Kurzeinsatz für den Nürnberger.

          Materazzi sprang am höchsten

          Im Wissen, daß ihnen nur ein Sieg das Weiterkommen aus eigener Kraft sichern würde, drängten die Tschechen auf ein frühes Tor und zogen ihr gefürchtetes Offensivspiel auf. Doch die Italiener hatten in Gianluigi Buffon einen starken Rückhalt. Er entschärfte Schüsse von Baros (8.) und Nedved (12., 16.), seinem Vereinskollegen von Juventus Turin. „Ich spreche nicht über einzelne, aber Buffon war natürlich schon sehr stark“, lobte Lippi.

          Als Innenverteidiger Alessandro Nesta verletzt ausgewechselt werden mußte (17.), schien das den Tschechen in die Karten zu spielen. Doch es kam anders. Kaum war in Nürnberg das 1:0 für Ghana gegen die USA gefallen, schraubte sich der gerade eingewechselte Materazzi bei einer Ecke von Totti am höchsten und erzielte per Kopf mit der ersten Chance der Italiener die Führung. Die tschechischen Fans, die bis dahin für ein Heimspiel im Hamburger WM-Stadion gesorgt hatten, wurden merklich ruhiger. Und auch die Kunde vom Ausgleich in Nürnberg sorgte nur kurz für Hoffnung, weil Polak nach seinem zweiten Foul des Feldes verwiesen wurde.

          Inzaghi setzte den Schlußpunkt

          Als Ghana dann erneut in Führung ging, setzte niemand mehr einen Pfifferling auf Nedved & Co. Die Italiener waren in der zweiten Halbzeit drückend überlegen und hätten durch Totti (53.), Camoranesi (64.) und Inzaghi (68., 83.) weitere Tore schießen können. Die Tschechen waren am Ende ihrer Kräfte. Baros hatte sich aufgerieben und ging nach einer guten Stunde vom Platz. Lediglich Nedved lehnte sich noch gegen das drohende WM- Aus auf, doch Buffon parierte auch die letzte Möglichkeit seines Clubkollegen. Der für den verletzten Christian Vieri nachnominierte Inzaghi setzte schließlich den Schlußpunkt.

          „In der Vorbereitung war es nicht immer leicht, sich auf die WM zu konzentrieren. Die Dinge abseits des Fußballs in Italien haben doch in vielen Gesprächen eine Rolle gespielt“, sagte Italiens Coach Marcello Lippi mit Blick auf den Fußball-Skandal in Italien, wo am Donnerstagabend die ersten Urteile erwartet wurden.

          Weitere Themen

          Gigantische Olympische Ringe Video-Seite öffnen

          Sommerspiele in Japan : Gigantische Olympische Ringe

          Die Installation ist 32,6 Meter breit und 15,3 Meter hoch. Sie soll in der Bucht von Tokio vor Anker gehen, in der Schwimm- und Triathlonwettbewerbe stattfinden. Die Olympischen Sommerspiele beginnen am 24. Juli.

          Topmeldungen

          Der amerikanische Präsident Donald Trump spricht Mitte Januar bei einer Wahlkampfkundgebung im Bundesstaat Wisconsin.

          Wahlen in Amerika : Die Opposition muss draußen bleiben

          In der republikanischen Partei gibt es durchaus ein paar Trump-Gegner, sie haben aber meist keine gewählten Ämter. Eine neue Lobbygruppe ruft in ihrer Verzweiflung nun zur Wahl von Demokraten auf.

          Harry und Meghan : Ohne königlichen Glanz

          Ein unabhängigeres Leben führen und dennoch im Namen der Königin auftreten, das war der Plan von Harry und Meghan. Er hat sich nicht erfüllt. Und nun sinkt auch noch die Beliebtheit des Rotschopfs. Schwere Zeiten für das einstige königliche Traumpaar.
          So sehen Sieger aus: der FC Bayern um Torschütze Thomas Müller (Mitte) in Berlin

          Hoher Sieg in Berlin : FC Bayern lässt Klinsmann keine Chance

          Beim Duell mit ihrem früheren Trainer beißen sich die Münchener lange die Zähne an der stabilen Berliner Defensive aus. Dann aber brechen alle Dämme. Am Ende wirkt die Hertha wie ein Abstiegskandidat.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.