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WM-Serie: 1958 : Brasiliens Zauberer tanzten alle aus

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Im Sommer vor 48 Jahren ging es in Schweden rund Bild: AP

Im sechsten Teil der WM-Serie blickt FAZ.NET auf das Turnier 1958 in Schweden zurück. Pele, Didi oder Zito hießen die brasilianischen Stars, die mit ihrer einzigartigen Spielweise jeden Gegner und die Fans verzauberten.

          Jeden Montag und Freitag blickt FAZ.NET bis zum Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland in einer Serie auf die vergangenen Turniere zurück. Der sechste Teil beschäftigt sich mit dem Turnier 1958 in Schweden.

          In Schweden 1958 war die Sache wirklich klar. Noch nie in der 28jährigen Geschichte der Weltmeisterschaft hatte sich ein Team den Titel so ungefährdet und so verdient geholt wie Brasilien, das dem Rest der Fußball-Welt in allen Belangen überlegen war.

          Die Mannschaft vom Zuckerhut kam mit Zauberern und Tänzern wie Didi, Zito oder Garrincha, mit einem 17jährigen Wunderknaben namens Pele und einer Taktik, die auf einen Schlag das vertraute WM-System mit Außenläufer und Halbstürmer ablöste.

          Brasiliens Trainer Feola freut sich mit Kapitän Bellini (l.) und Keeper Neves

          Wegweisende Spielweise

          Nach Schweden spielte alle Welt das brasilianische 4-2-4-System, das später, weil es andernorts an Stürmern wie Vava, Zagalo, Pele und Garrincha mangelte, zu einem 4-3-3 und schließlich zu einem 4-4-2 wurde. Nachdem die Brasilianer förmlich durch ihre Gruppe förmlich getanzt waren, erwies sich Wales beim 1:0 im Viertelfinale als harte Nuß. Im Halbfinale waren dann die - für europäische Maßstäbe - brillanten Franzosen ebenso wenig ein ernsthafter Gegner wie Schweden im Finale. Beide wurden 5:2 abgefertigt. Vava, Pele (je zwei) und Zagalo waren die Torschützen beim bis heute höchsten Endspielsieg der WM-Geschichte.

          Deutsches Mittelmaß

          Aus der Elf, die vier Jahre zuvor Ungarn geschlagen hatte, waren nur Fritz Walter, Rahn, Schäfer und Eckel dabei. Um sie herum hatte Sepp Herberger eine Mannschaft geformt, die nach einer Serie herber Niederlagen wieder gehobenes Mittelmaß darstellte und deren Hoffnungen auf der Schußkraft von Helmut Rahn und einem jungen Hamburger namens Uwe Seeler ruhten.

          Die Hoffnungen waren berechtigt. Rahn (zwei) und Seeler schossen im ersten Gruppenspiel das 3:1 gegen Argentinien heraus. Dann holten Rahn und Schäfer einen 0:2-Rückstand gegen die CSSR auf, das Tor ins Viertelfinale öffnete Seeler. Im dritten Gruppenspiel, als die Deutschen an Nordirlands Torwart Harry Gregg verzweifelten, gelang dem Hamburger das 2:2 - zum 1:1 hatte Rahn ausgeglichen.

          „Hammer“ Juskowiak flog vom Platz

          Wie vier Jahre zuvor hieß der Gegner in der Runde der letzten Acht Jugoslawien. Und wieder war es Rahn, der das entscheidende Tor zum 1:0 erzielte. Im Göteborger Halbfinale war durch ein 1:3 gegen Gastgeber Schweden Endstation. Dabei wurde Verteidiger Erich „Hammer“ Juskowiak von Kurre Hamrin derart gepeinigt, daß er sich in der 55. Minute zu einem Revanchefoul hinreißen ließ und vom Platz flog.
          Auf der anderen Seite beharkte Parling Fritz Walter gnadenlos. Der deutsche Spielmacher beendete mit seinem 61. Länderspiel seine internationale Laufbahn. Ohne ihn sowie Seeler, Eckel und Juskowiak gab es im Spiel um Platz drei eine deftige 3:6-Niederlage gegen Frankreich.

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