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Jürgen Klinsmann : „Egoist“ und „Wunderheiler“

  • Aktualisiert am

Vor der WM.... Bild: AP

So kann man sich irren - noch im Frühling wollte Fußball-Deutschland seinen Bundestrainer loswerden. Nach der Weltmeisterschaft war alles anders. Meinungen zu Jürgen Klinsmann vor der WM - und danach.

          So kann man sich irren - noch im Frühling wollte Fußball-Deutschland seinen Bundestrainer loswerden. Nach der Weltmeisterschaft war alles anders. Meinungen zu Jürgen Klinsmann vor der WM - und danach.

          Vor der WM:

          "Die Mächte sind gegen ihn. Jetzt aber muß er einsehen, daß Sturheit und Eigensinn keine Chance haben. Ein Volk von 80 Millionen Leuten steht dagegen, mit all deren Bataillonen, die jetzt aufgefahren werden. Das hält kein Mensch aus."
          Bayern-Manager Uli Hoeneß im März 2006

          ...und nach den deutschen Erfolgen

          "Er verlangt von seinen Spielern totale Aufopferung, aber dann muß er selbst auch dazu bereit sein."
          Uli Hoeneß im März 2006

          "Der soll hierher kommen und nicht ständig in Kalifornien rumtanzen und uns hier den Scheiß machen lassen."
          Uli Hoeneß im Oktober 2005

          "Er ist ein Egoist. Das hat man gesehen, wenn er ausgewechselt wurde und wie er dann die Nerven verloren hat. Heute rasiert er jeden weg, der eine eigene Meinung hat. Seine Arbeit wird überbewertet. Das Deuserband gibt es schon 144 Jahre, und ich habe schon früher damit trainiert."
          Der ehemalige Nationalspieler Mario Basler im April 2006

          "Es wäre schön, wenn Herr Klinsmann mal dem Sportausschuß erklären würde, was seine Konzeption ist und wie er Weltmeister werden will. Das Spiel gegen Italien war grausam, und man fragt sich schon, wie er das bis zum Sommer aufholen will. Der Bund ist der größte Sponsor der WM, insofern hätte ich gerne ein paar Antworten."
          Der CDU-Sportexperte Norbert Barthle im März 2006

          "Er hat Oliver Kahn auf dem kalten Weg abserviert. Dafür war Kahn einfach zu wertvoll für Deutschland, da hätte man sich einen anderen Abgang vorstellen können. Das wiederum wirft ein Licht auf Klinsmann."
          Der ehemalige Schalke-Manager Rudi Assauer im Mai 2006

          "Es ist unmöglich, daß ein so hochbezahlter Trainer, den wir Bundesligavereine mitbezahlen, daß der ein halbes Jahr in Kalifornien hängt. Wenn ich dann höre, ,wir machen Telefonkonferenzen' - da werd' ich bekloppt in der Birne!"
          Assauer im Juni 2005

          "Jeder geht mit seinem Bereich so um, wie er erzogen wurde. Er hätte hier erscheinen müssen. Das ist ein Pflichttermin, und so viele Pflichttermine hat er ja nicht. Das ist ein Unding. Als Gastgebertrainer muß man da sein. Fast alle Cheftrainer sind da, aus Brasilien kommt Carlos Alberto Parreira, Sven-Göran Eriksson kommt aus England, aber unser Chef ist nicht da. Mehr will ich dazu gar nicht mehr sagen. Denn wenn ich weiter darüber nachdenke, wird meine Wortwahl noch drastischer."
          OK-Chef Franz Beckenbauer im März 2006, als Klinsmann nach der 1:4-Niederlage gegen Italien nicht am Workshop der WM-Trainer in Düsseldorf teilnahm

          "Es ist ein Unding und eine Unverschämtheit, daß es Jürgen Klinsmann auch 94 Tage vor der WM immer noch nicht für nötig hält, seinen Arbeitsplatz endlich nach Deutschland zu verlegen . . . Der verantwortliche DFB-Präsident Theo Zwanziger muß jetzt sogar darüber nachdenken, ob die Krise des deutschen Fußballs nur noch mit einem Auswechseln des Bundestrainers zu beheben ist . . . Klinsmann hat mit seinem unprofessionellen Verhalten inzwischen für so viel Unruhe gesorgt, daß eine erfolgreiche WM mit ihm als Bundestrainer kaum möglich sein dürfte."
          "Bild-Zeitung" im März 2006

          "Wer es bisher noch nicht wußte, braucht in Zukunft nicht mehr daran zu zweifeln: Jürgen Klinsmann interessiert sich zuerst für sich und sein eigenes Wohlergehen - erst danach kommt seine Gemeinschaftsaufgabe . . . Wenn der frühere Teamchef Beckenbauer einem seiner Nachfolger jetzt eine schlechte Kinderstube unterstellt, dann wiegt dieses Urteil schwer, muß doch gerade Klinsmann auch einen erzieherischen Anspruch im Umgang mit den Nationalspielern glaubwürdig erfüllen. Diesen Maßstab aber verfehlt der schon als Spieler stark auf sich selbst fixierte Trainer-Anfänger mehr und mehr."
          Frankfurter Allgemeine Zeitung im März 2006

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