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Interview mit Christoph Metzelder : „Im Moment in einer anderen Welt zu Hause“

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„Wir müssen gierig bleiben”: Christoph Metzelder Bild: picture-alliance/ dpa

Lange war der WM-Einsatz von Christoph Metzelder nicht absehbar. Nun ist der 25jährige eine feste Größe. Im Interview mit der F.A.Z. spricht er über Klinsmanns Vertrauen, Energie im Nationalteam und neuen Mut in Deutschland.

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          Vor ein paar Monaten noch war der WM-Einsatz von Christoph Metzelder alles andere als absehbar. Verletzungen zeichneten seinen Weg, nachdem sein Stern bei der Weltmeisterschaft 2002 aufgegangen war. Erst in der Endphase der abgelaufenen Bundesliga-Saison kam er bei Borussia Dortmund wieder zu regelmäßigen Einsätzen. Mittlerweile ist der 25jährige eine feste Größe in der Defensive der deutschen Nationalelf. Im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung spricht Metzelder über Klinsmanns Vertrauen, die Energie im Nationalteam und den neuen Mut in Deutschland.

          Wie fühlt sich der WM-Heimvorteil an?

          Das emotionalste Spiel bei der WM vor vier Jahren war das Halbfinale gegen Südkorea in Seoul. Da haben wir als gegnerische Mannschaft gespürt, wie es ist, in einem Land zu spielen, in dem an diesem Tag 1,5 Millionen Menschen in roten T-Shirts in der Stadt waren. Du kommst in ein Stadion, in dem 80.000 Fans sind, die ihr Land frenetisch nach vorne pushen. Da haben wir erlebt, wie diese südkoreanische Mannschaft diese Energie aufgenommen hat und weit über ihren eigentlichen Möglichkeiten gespielt hat - und jetzt merken wir in Deutschland, wie uns diese Emotionen in den Städten und in den Stadien sehr viel Kraft geben. Vor dem Spiel gegen Schweden hat Sönke Wortmann einen Zusammenschnitt gezeigt vom Spiel gegen Polen, und wir haben noch einmal gespürt, was im Dortmunder Stadion nach dem 1:0 von Oliver Neuville los war. Da merkt man, wie unglaublich stolz man ist und wie die Emotionen noch mal in einem hochkommen, wie die Motivation steigt. So sind wir dann auch in das Spiel gegen Schweden gestartet. Wir sind momentan sehr gut in der Lage, die Euphorie in die richtigen Bahnen zu kanalisieren und kurz vor dem Spiel zu nutzen.

          Sie sind auf dem totalen WM-Trip?

          Es ist ein Wechselspiel, das wir mit der Euphorie in Deutschland eingehen. Wir müssen in den Tagen nach einem Spiel die Begeisterung auch ausblenden können, um nicht selbstzufrieden zu werden. Wir müssen gierig bleiben. Am Spieltag aber müssen wir diese Atmosphäre im Land und die Kraft, die darin liegt, wieder in uns aufsaugen. Das ist ganz entscheidend, um unsere optimale Leistung zu bringen. Was im Moment geschieht, ist mit normalen Länderspielen nicht zu vergleichen. Es ist doch kein Zufall, daß alle gastgebenden Länder bei Weltmeisterschaften sehr weit kommen. Was hier los ist, wenn wir in Führung gehen, ist ein Signal an jeden Gegner. Wenn man ausländische Zeitungen liest, dann weiß man, daß dies in den vergangenen Wochen alle registriert haben.

          An den Zuschauern alleine kann es nicht liegen. Borussia Dortmund hat zum Beispiel in den vergangenen Jahren immer wieder seine entscheidenden Spiele trotz des phantastischen Publikums verloren. Was ist jetzt bei der Nationalmannschaft anders?

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