Chaos in Togos Team : Barzahlung beendet Togos Spielerstreik
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Der Star und das Team treten an: Emmanuel Adebayor Bild: REUTERS
Erst der massive Druck des Fußball-Weltverbandes Fifa und die Barzahlungen des Verbandes haben den drohenden Streik der Spieler der togoischen Nationalmannschaft vor dem Spiel gegen die Schweiz abwenden können.
Nach dem Trainer-Theater um Otto Pfister und einer weiteren Streikdrohung der Spieler hat WM-Neuling Togo doch noch seinen Prämienstreit beendet. Einen Tag vor dem zweiten Vorrundenspiel der Afrikaner am Montag (15.00 Uhr/link -Live-Ticker tschechien deutschland) in Dortmund gegen die Schweiz einigten sich die Mannschaft und der Verband unter Vermittlung der Regierung. Auch der Weltverband Fifa hat massiven Druck auf die Spieler und den Verband ausgeübt.
Beim Abschlußtraining am Sonntag abend verkündete Pfister das vorläufige Ende der Posse. „Ja, es gab eine Einigung. Welche, weiß ich nicht. Ich bin Trainer, kein Bankier“, sagte Pfister. Nach Informationen der „Ruhr Nachrichten“ erhält jeder Spieler eine Antrittsprämie in Höhe von 75.000 Euro. Zusätzlich sollen Siegprämien ausgeschüttet werden, deren Höhe noch nicht feststeht.
„Gravierende Folgen“
Nachdem die Mannschaft am Sonntagmorgen in den Streik getreten war und die Abfahrt aus dem Mannschaftsquartier in Wangen im Allgäu um mehr als zwei Stunden verzögert hatte, schaltete sich die Regierung in die Verhandlungen ein und garantierte schließlich die Zahlung der Antrittsprämie. „Das Geld ist heute bar in Wangen bezahlt worden, wir sind froh, daß es zu der Einigung gekommen ist“, sagte der ehemalige Bundesliga-Profi Bachirou Salou, der zur Delegation der Westafrikaner gehört.
„Natürlich haben wir da etwas mitgeholfen. Wir haben den Leuten zur Kenntnis gebracht, daß es gravierende Folgen haben kann, wenn sie nicht antreten“, sagte Fifa-Sprecher Markus Siegler. Die diplomatische Ausdrucksweise des Schweizers läßt auf massiven Druck des Weltverbandes schließen, der einen ernsten Imageschaden für das bislang so erfolgreiche Turnier fürchten mußte. Nach Artikel 11.2 des Fifa-Regelwerks wird eine Mannschaft disqualifiziert, wenn sie nicht zu einem Spiel erscheint. Noch nie in der Geschichte der Fußball-Weltmeisterschaften hat eine Mannschaft ein Endrundenspiel boykottiert.
„Ich kann ja nicht schon wieder aufgeben“
Statt um 09.30 Uhr den Bus zum Flughafen zu besteigen, verhandelte die Mannschaft mit dem Fußballverband. „Ich sitze hier in der Hotelhalle und warte auf meine Spieler“, sagte Togos Trainer Otto Pfister. Der 68jährige war wegen des Prämienstreits am 9. Juni zurückgetreten und auf Bitten seiner Spieler drei Tage später zum Team zurückgekehrt. Einen erneuten Rücktritt schloß der Deutsche aus. „Ich kann ja nicht schon wieder aufgeben. Ich verstehe die Spieler. Sie wurden immer wieder vertröstet“, sagte Pfister. Ihm sei vom togoischen Verband zugesagt worden, das Prämienthema bis zum 10. Mai gelöst zu haben.
Noch am Samstag hatten Spieler öffentlich erklärt, auch ohne Prämie spielen zu wollen. „Die Mannschaft wird gegen die Schweiz alles geben. Wir sind uns bewußt, daß wir Verantwortung auf dem Spielfeld zeigen müssen“, sagte Thomas Dossevi.
Mit der Streikdrohung erreichte das Chaos bei der togoischen WM-Premiere, die nicht nur dem Verband, sondern dem gesamten afrikanischen Fußball schweren Schaden zugefügt hat, eine neue Dimension. Zunächst war Pfister zurückgetreten, weil die Spieler wegen ausstehender Zahlungen mehrere Tage das Training boykottiert hatten. Nach seiner Rückkehr und der 1:2-Niederlage im Auftaktspiel gegen Südkorea beschuldigte Togos Generalsekretär Assogbavi Komlam Pfister des Alkohol-Mißbrauchs. Pfister will dagegen juristisch vorgehen.