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Argentinische Fußballrekorde : Gerissene Gegner, schlechte Verlierer

Maradonas große Stunde: WM-Sieg 1986 Bild: AP

Für viele ist die Partie Deutschland gegen Argentinien ein vorweggenommenes Endspiel. Die Südamerikaner bestechen jedoch nicht nur durch ihre aktuelle sportliche Qualität. Denn das Land hält zwölf etwas andere Fußball-Rekorde.

          6 Min.

          Am Freitag trifft die deutsche Fußball-Nationalmannschaft im WM-Viertelfinale auf Argentinien. Für viele ist es ein vorweggenommenes Endspiel der beiden bislang besten Teams des Turniers. Die Südamerikaner bestechen jedoch nicht nur durch ihre aktuelle sportliche Qualität. Denn das Land hält auch zwölf etwas andere Fußball-Rekorde:

          Christian Eichler

          Sportkorrespondent in München.

          Der letzte Finalist

          Franchisco „Pancho“ Varallo hat kürzlich die „Bombonera“ besucht, das legendäre Stadion der Boca Juniors in Buenos Aires. Für sie hat der Mann, den sie „Canoncito“ nannten, die kleine Kanone, 181 Tore in 210 Spielen erzielt - mehr schaffte auch ein gewisser Maradona nicht. Varallo ist 96 Jahre alt und der letzte Überlebende des ersten WM-Finals von 1930. Damals fuhren die Argentinier über den Rio de la Plata nach Montevideo. Und wurden dort von den Uruguayern beschimpft, mit Lärm um den Schlaf gebracht und 4:2 geschlagen. 76 Jahre später sagte Canoncito: „Ich bin heute noch stocksauer, daß wir verloren haben.“

          Der größte Knochenspezialist

          Eine der Stützen Argentiniens war der hünenhafte Luis Monti, der sich wie keiner darauf verstand, Gegner einzuschüchtern - und aus dem Spiel zu treten. Solche Fähigkeiten waren gefragt. Deshalb lockte Italien 1934 vor der WM im eigenen Land Monti aus dem in der Weltwirtschaftskrise verarmten Argentinien. Monti war seine Lire wert. Er trat im Halbfinale Matthias Sindelar, den Star des österreichischen „Wunderteams“, zusammen. Italien gewann den Titel, und Monti wurde der erste argentinische Weltmeister - 44 Jahre bevor es sein Land wurde.

          Der größte Abwesende

          Als erste Mannschaft, in der Positionen während des Spieles verschoben wurden, ein Kreislauf von Verteidigern und Stürmern, galt River Plate Buenos Aires in den vierziger Jahren. Die Sturmreihe, eine der besten der Geschichte, verständigte sich mit einstudierten Pfiffen. 1944 kam der 17jährige Alfredo di Stefano in die „maquina“, wie man die perfekt geölte Tormaschine nannte. Eine WM aber konnte er nicht spielen: Es war Krieg.

          Dann ging er nach Kolumbien, zu den „Millionarios“, in die von der Fifa nicht anerkannte Profiliga. Endlich landete er bei Real Madrid, wurde der größte Spieler der Welt. Aber erst als Spanier wurde di Stefano 1962 für eine WM nominiert - und von Helenio Herrera, einem Argentinier als spanischer Nationaltrainer (der später in Italien mit Inter Mailand den Catenaccio perfektionierte), nicht aufgeboten.

          Der schwächste Favorit

          Deutschland hatte sein erstes Argentinien-Erlebnis bei der WM 1958. Der Südamerikameister war Turnierfavorit und nicht etwa Brasilien, das dann brillant gewann (eine doppelte Parallele zu 2002). Weil das blau-weiß gestreifte Trikot der „Albiceleste“ dem weißen der Deutschen zu ähnlich war, mußten die Argentinier in gelben Leih-Trikots von Malmö FF antreten. Was sie wohl aus der Fassung brachte.

          Rahn (zwei Tore) und Seeler trafen das Tor, Rossi (ein geistiger Enkel von Monti) traf nur Eckel, Schäfer und Fritz Walter. Für den verletzten Eckel mußte Schmidt in die Verteidigung, am Ende konnte auch der 38 Jahre alte Walter nur noch humpeln. Argentinien verlor 1:3, dann 1:6 gegen die Tschechoslowakei und bekam daheim Prügel.

          Das schmutzigste Spiel

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