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Abschied aus Köln : Podolski wechselt zum FC Bayern

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Hat gut lachen: Lukas Podolski Bild: dpa

Der Transfer von Stürmer Lukas Podolski vom 1. FC Köln zum Doublegewinner Bayern München ist perfekt. Kölns Präsident Wolfgang Overath bestätigte: „Ja, wir haben uns geeinigt.“ Die Ablöse soll zehn Millionen Euro betragen.

          Lukas Podolski strahlte über das ganze Gesicht, Kumpel Bastian Schweinsteiger war ebenfalls hoch erfreut, und Oliver Bierhoff zeigte sich erleichtert: Der Wechsel von „Prinz Poldi“ vom Bundesliga-Absteiger 1. FC Köln zu Rekordmeister Bayern München ist in trockenen Tüchern und hat bei allen Beteiligten sowie rund um die deutsche Fußball-Nationalmannschaft für großes Aufatmen gesorgt. „Ich bin sehr froh, daß der Wechsel endlich perfekt ist“, sagte Podolski: „Ich freue mich auf die neue Herausforderung, auf die Stadt München und auf den Verein.“

          Am Mittwoch abend hatten sich die Verantwortlichen beider Klubs nach wochenlangem Ringen auf die Wechselmodalitäten geeinigt, ohne diese bekannt zu geben. Die Ablösesumme wird aber auf rund zehn Millionen Euro geschätzt. Auf die Frage, wie lange er in München unterzeichnen werde, meinte Podolski schmunzelnd: „Lange genug“. Vermutet wird eine Vertragslaufzeit von vier Jahren. Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff zeigte sich erleichtert darüber, daß der Verhandlungspoker nun doch bereits acht Tage vor dem WM-Start zu Ende ging. „Gerade bei einem jungen Spieler ist es wichtig, daß er vor so einem großen Turnier weiß, wo er spielen wird. Lukas kann sich nun hundertprozentig auf die WM konzentrieren.“ Und auch Kapitän Michael Ballack meinte: „Es ist wichtig, daß Lukas nun den Kopf frei hat.“

          Schweinsteiger als Vermittler

          Bierhoff versicherte jedoch, keinen Druck auf die Vereine ausgeübt zu haben. Sehr wohl als Vermittler fungierte jedoch Podolskis Freund Bastian Schweinsteiger. „Ich habe die entscheidende Rolle gespielt“, sagte der Mittelfeldspieler der Bayern und ergänzte schmunzelnd: „Nein, entschieden hat Lukas selbst. Aber ich bin froh, daß er kommt. Denn so ein starker Stürmer darf innerhalb der Liga nur zum besten Klub wechseln. Und ich hoffe, daß wir mit ihm den gleichen Erfolg wie in den letzten beiden Jahren haben und vielleicht noch einen Titel mehr gewinnen werden.“

          Willkommen! Podolski und Schweinsteiger spielen künftig gemeinsam

          Das junge deutsche Stürmer-Duo ist künftig also auch im Klub vereint. „Man ist immer froh, wenn man einen echten Freund in der Mannschaft hat“, sagte Podolski: „Ich kenne Basti seit der U21, und wir haben eigentlich immer zusammen rumgehangen.“ Der Abschied aus Köln wird dem 20jährigen allerdings nicht leicht fallen. „Der FC war bisher sein Leben. Deshalb merkt man, daß es ein sehr schwerer Schritt für ihn ist“, sagte Bierhoff: „Aber es war nun einmal sein großer Wunsch, bei einem Topklub und international zu spielen.“ Auch Podolski selbst legte Wert darauf, daß es sich um eine „rein sportliche Entscheidung“ handele: „Ich spiele seit der D-Jugend in Köln, und es war eine sehr schöne Zeit mit einem tollen Stadion und tollen Fans. Aber noch ein Jahr zweite Liga wäre für mich einfach nicht okay gewesen.“

          „Ich will mich mit den besten messen“

          Nach Angaben des Jungstars seien auch Werder Bremen und der Hamburger SV durchaus ernsthafte Alternativen gewesen, „aber Bayern ist nun einmal die beste Adresse in Deutschland, und ich will mich mit den Besten messen, auch im Training.“ Der 1. FC Köln hatte nach Außen bis zuletzt die Hoffnung gehegt, seinen Volkshelden auch nach dem Abstieg halten zu können.

          Der FC verwies auf den bis 2008 laufenden Vertrag, die Bayern auf die Klausel, nach der Podolski 2007 für eine Million Euro hätte wechseln dürfen. „Ich hatte nie Angst, daß die Sache platzen könnte“, sagte der 24malige Nationalspieler. Nun wird er bei den Bayern mit offenen Armen empfangen und von Köln im Frieden verabschiedet. „Wir wünschen Poldi bei Bayern alles Gute“, sagte Präsident Wolfgang Overath. Zehn Millionen sind für einen Zweitligaverein mehr als nur ein schwacher Trost.

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